Stadtfest

Seemannslieder für jeden Geschmack bei den DIN-Tagen

Kerniger Gesang zu Gitarre und Akkordeon: Der  Shanty Chor Bochum unter der Leitung von Dirigent „Caruso“ auf der Altmarktbühne.

Kerniger Gesang zu Gitarre und Akkordeon: Der Shanty Chor Bochum unter der Leitung von Dirigent „Caruso“ auf der Altmarktbühne.

Foto: Jochen Emde/Funke Foto Services / FUNKE Foto Services

Dinslaken.  Von polnischem Folk mit Eigenkompositionen bis zum „Veermaster“: Das 6. Internationale Shanty- und Folkfestival Dinslaken bot Lieder für jeden.

Rund 1500 Kilometer zu Lande liegen zwischen den „Heimathäfen“ von Trzy Majtki und Sheepsfolk, den beiden weitestgereisten Gruppen des 6. Internationalen Shanty- und Folkfestivals, das der Shanty Chor Hiesfeld unter der Leitung von Thomas Baumann am Sonntag im Rahmen der DIN-Tage ausrichtete.

Doch bevor diese die Bühne am Altmarkt und Teile der Fußgängerzone kaperten, machten zunächst die Gastgeber selbst die Leinen los. Karibische Klänge zu den tropischen Temperaturen bereits zur frühen Stunde auf dem Altmarkt: Das passte.

Trzy Majtki – ein Name, zwei mögliche Übersetzungen

Zu den Gästen aus Danzig im Anschluss musste Moderator Volker Bellingröhr erst einmal etwas erklären. Trzy Majtki kann man nämlich auf zweierlei Weise übersetzen: Majtki ist einerseits die Verkleinerungsform von Majtek, Matrose. Bedeutet aber auch Unterhose. Drei Unterhosen, drei singende Schiffsjungen mit Gitarre und Fiddle, dazu der vierte Mann am Bass.

Trzy Majtki sind in Polen Szenestars, warum, zeigten sie in Dinslaken: perfekter mehrstimmiger Gesang, sehr melodiöse Eigenkompositionen von Sänger und Gitarrist Edek und das Potenzial fürs Publikum zum Mithüpfen. Die Shanty-Szene in Polen ist deutlich jugendlicher als die in Deutschland - und das Metallica-Tattoo von Sänger und Gitarrist Pawel spricht Bände.

Dinslakener Veranstaltung hat Geheimtipp-Qualitäten

Trzy Majtki, die zusammen mit Pont Neuf schon am Freitag im Gdanska in Oberhausen für Stimmung sorgten, demonstrierten einmal mehr die Geheimtipp-Qualitäten der Dinslakener Veranstaltung. Bereits zum zweitem Mal waren Scheepsfolk vom Festland bei Texel dabei. Das Quartett mit der einzigen Sängerin des Festivals überzeugte nicht nur mit Ausflügen in Skiffle und amerikanischen Folk, sie inspirierten den Shanty Chor Bochum.

Der übernahm von Scheepsfolk den Song „Oceanliner“, in Dinslaken holte er gleich die ganze Band mit auf die Bühne. Für die traditionellen maritimen Klänge innerhalb des Genres mit einer Bandbreite so weit wie das Meer sorgte der Shanty Chor Neuss.

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