GERICHT

Vier Voerdern wird Drogenhandel in Kulturverein vorgeworfen

Foto: MILBRET, Udo

Voerde.   Drei Männer und eine Frau aus Voerde und Möllen stehen vor Gericht. Sie sollen unter anderem in einem Kulturverein mit Drogen gehandelt haben.

Mit einem großen Polizeiaufgebot wurden Anfang des Jahres 13 Wohnungen und eine Gaststätte in Voerde, Wesel und Rheinberg durchsucht. Die Polizei fand größere Mengen Rauschgift, eine Reihe von Waffen und nahm insgesamt elf Personen fest. Vier davon – zwei 42 und 30 Jahre alte Männer aus Voerde, ein 47-jähriger Mann aus Möllen und eine 32-jährige Frau aus Voerde – stehen seit gestern wegen Drogenhandels und weiterer Taten vor dem Landgericht Duisburg.

Insgesamt geht es um sechs Kilo Marihuana

Die Anklage wirft ihnen vor, die Führungsriege einer gut organisierten Bande gewesen zu sein, die seit November 2016 in Räumen eines türkischen Kulturvereins an der Königsberger Straße in Möllen und aus darum herum liegenden Wohnungen schwunghaft mit Drogen handelte. Insgesamt geht es um rund sechs Kilo Marihuana. Bei den Drogen, so die Staatsanwaltschaft, seien die Käufer nicht auf telefonische Bestellungen angewiesen gewesen, sondern hätten „wie in einem Supermarkt“ einkaufen gehen können.

„Hervorragende Organisation“

Möglich gewesen sein soll das aufgrund der hervorragenden Organisation: Der 42-jährige Kopf der Truppe soll das Sagen gehabt und den Kontakt zu den Lieferanten gehalten haben. Mit den kriminellen Geschäften soll er seinen aufwändigen Lebenswandel finanziert haben. Seine 32-jährige Lebensgefährtin soll die Buchhalterin gewesen sein. Zwischen Februar 2016 und Dezember 2017 sollen nach und nach rund 85.000 Euro im Raum Dinslaken auf ein Bankkonto eingezahlt worden sein, auf das der Angeklagte Zugriff gehabt haben soll.

Ein 30-jähriger Mittäter soll als Bunkerhalter tätig gewesen sein. Ihm soll die logistische Aufgabe zugefallen sein, an wechselnden Orten stets genügend Rauschgift für die Kunden vorrätig zu halten. Der letzte im Bunde der Angeklagten soll als Läufer für den Verkauf zuständig gewesen sein.

Bis Januar sind noch sechs Verhandlungstage geplant

Über die Verlesung der umfangreichen Anklage, die einzelnen Angeklagten – die drei Männer sitzen in Untersuchungshaft, die Frau wurde von der U-Haft verschont – auch noch Waffengesetzverstöße und eine räuberische Erpressung vorwirft, kam der Prozess beim Auftakt allerdings nicht hinaus. Die Verfahrensbeteiligten zogen sich zu Rechtsgesprächen zurück. Bis Mitte Januar sind noch sechs weitere Verhandlungstage geplant.

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