Wirtschaft

Voerder Schreinerei startet nach Schicksalsschlag neu

Das Gebäude, in dem die Werkstatt der Schreinerei untergebracht war, wurde durch die Flammen komplett zerstört.

Das Gebäude, in dem die Werkstatt der Schreinerei untergebracht war, wurde durch die Flammen komplett zerstört.

Foto: Schreinerei Neukäter / Privat

Im Juli 2018 brannte die Schreinerei Neukäter komplett ab. Jörg Neukäter startet nach 13 Monaten Zwangspause in der neu errichteten Werkstatt.

Voerde. Es war ein Schicksalsschlag für Jörg Neukäter und seine Familie, als am 6. Juli des vergangenen Jahres das Werkstattgebäude direkt neben dem Wohnhaus der Familie in Flammen stand. „Es ist schrecklich, wenn man nur zusehen und nichts machen kann“, sagt der 50-jährige Schreinermeister. Ein technischer Defekt in einer Wasserpumpe hatte zu dem Brand geführt, der die gesamte Werkstatt des Schreinerbetriebs erfasste.

„Es war alles weg“, sagt Jörg Neukäter. Die Werkstatthalle brannte komplett aus, Maschinen schmolzen in der Hitze des Feuers oder wurden durch das Löschwasser der schnell zur Hilfe eilenden Feuerwehr beschädigt. Dieser Tag war für den Schreinermeister und seine Familie der Beginn eines anstrengenden Jahres.

Alternativen standen im Raum

„Man hat daran schon erstmal zu knabbern“, sagt Jörg Neukäter. „Und man hat am Anfang auch keine Zeit, das zu verarbeiten, weil man voll gefordert wird.“ In den ersten Wochen nach dem Brand wusste er noch nicht, wie es weitergehen sollte.

„Am Anfang waren alle möglichen Alternativen im Raum“, erklärt seine Ehefrau Claudia. Den Betrieb aufgeben? Etwas ganz anderes machen? Nur als angestellter Schreiner irgendwo arbeiten, das wollte Jörg Neukäter nicht. „Nach 22 Jahren Selbstständigkeit kam das für mich nicht in Frage“, sagt er. Stattdessen beschloss er dann, seinen Betrieb komplett neu aufzubauen. Der Grund dafür war die Unterstützung von Freunden, Nachbarn, Auftraggebern, Kunden und Kollegen. „Wir haben unheimlich viel Zuspruch und Hilfsangebote bekommen. Das war wirklich toll“, erzählt Claudia Neukäter.

Hilfe wurde angeboten

Der Schreinerbetrieb, in dem Jörg Neukäter seine Ausbildung gemacht hatte, bot schon am Abend des Brandes Hilfe an. „So konnte ich den Betrieb mit Einschränkungen aufrechterhalten. Anders hätte ich das betrieblich nicht überleben können“, erklärt Jörg Neukäter. Auch von seinen Kunden bekam er Zuspruch und die Versicherung, dass sie ihm auch weiterhin treu bleiben würden.

„Die haben wirklich sehr viel Geduld bewiesen“, erklärt der Schreinermeister. So wurden dann die Pläne für die neue Werkstatt geschmiedet und schon im August die Baugenehmigung beantragt. „Der Abriss und der Start der Bauarbeiten haben sich etwas in die Länge gezogen“, sagt Jörg Neukäter.

Handwerker haben ihre Zeiten eingehalten

Dann ging aber alles sehr schnell. Am 29. April gab es den Spatenstich und die Arbeiten an der Bodenplatte wurden begonnen. Am 17. Juni startete die Aufstellung des Gebäudes, die bereits am 19. Juni abgeschlossen war. „Das ist ein Holzrahmenbau. Dadurch hat man eine kurze Bauzeit. Und auch, weil alle Handwerker ihre Zeiten eingehalten haben. Dafür bin ich wirklich sehr dankbar“, sagt Jörg Neukäter. Erst mit dem Entstehen der neuen Werkstatt, konnten er und seine Familie mit dem Brand des alten Gebäudes etwas abschließen. „Wenn sich erstmal nichts tut, ist das nicht so leicht. Als Handwerker möchte man abends sehen, dass irgendetwas passiert ist“, sagt der Schreinermeister.

Jetzt steht die neue Werkstatt komplett, die neuen Maschinen sind da und Jörg Neukäter kann endlich wieder vernünftig arbeiten. „Es gibt viel Arbeit nachzuholen. Das ist natürlich auch Stress, aber ein schönerer Stress als der, den wir jetzt das vergangene Jahr hindurch hatten“, sagt er.

Die neue Werkstatt ist 90 Quadratmeter kleiner als das alte Gebäude. „Wir mussten uns etwas verkleinern, da wir Abstände zu den Nachbargrundstücken einhalten mussten“, erklärt Jörg Neukäter. Dafür ist die neue Werkstatt aber moderner eingerichtet. „Ich muss mich noch etwas an die neuen Maschinen gewöhnen und mich einarbeiten“, sagt Jörg Neukäter.

Die ersten Kundenaufträge hat er aber schon wieder abgearbeitet. Und am Wochenende wollen er und seine Familie mit Freunden, Helfern und Geschäftspartnern die Einweihung der neuen Werkstatt feiern. „Nach diesem Jahr sollte das auch eine richtige Feier werden“, sagt Claudia Neukäter. Ein glückliches Ende nach einem Schicksalsschlag.

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