BUND-Kreisgruppe Wesel

Zusammenleben Mensch und Wolf: BUND für effektive Maßnahmen

Symbolbild: Ein Wolf in seinem Gehege.

Symbolbild: Ein Wolf in seinem Gehege.

Foto: Patrick Pleul / picture alliance

Hünxe/Schermbeck/Kreis Wesel.  BUND-Kreisgruppe Wesel fordert im Umgang mit dem Wolf konsequentes Handeln. Die Politik habe dies seit Übergriffen auf Schafe vermissen lassen.

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„Der letzte Riss bei Schäfer Kurt Opriel in Hünxe setzt neue Fakten, denn bislang galt ein 120 cm Elektrozaun als wolfssicher, doch die Wölfin GW954f hat es geschafft, einen Zaun dieser Höhe zu überspringen. Spuren, die darauf hindeuten, dass sie versucht hätte, sich unter dem Zaun durchzugraben, wurden keine gefunden.“ Darin sind sich Günther Rinke, Vorsitzender der BUND Kreisgruppe Wesel und Angelika Eckel, stellvertretende Vorsitzende der Kreisgruppe und beide – seit das Wolfsgebiet Schermbeck als erstes Wolfsgebiet in NRW eingerichtet wurde – auch Ansprechpartner zum Thema „Wolf“ für den BUND Landesverband NRW, einig.

Ausbreitung des Wolfes mit effektiven Maßnahmen begleiten

„Deshalb ist es dringend geboten, die Ausbreitung des Wolfes endlich mit effektiven Maßnahmen zu begleiten, die das Zusammenleben von Mensch und Wolf ermöglichen und zur Konfliktminimierung beitragen“ so Rinke. Und er ergänzt: „Im Umgang mit dem Wolf ist schnelles, konsequentes Handeln wichtig, doch die Politik hat seit den Übergriffen auf die Herde von Schäfer Maik Dünow genau dieses vermissen lassen.“

Die Schäfer versuchten alles zu tun, ihre Schafe vor den Wolfsangriffen zu schützen. Sie bemängelten allerdings, „aus unserer Sicht zu Recht, die bürokratische und langwierige Antragsabwicklung bei den Fördermaßnahmen“. Selbst im Kerngebiet könne der Schäfer nach einem Wolfsübergriff nicht sofort seinen Herdenschutz erweitern, erst müsse der Förderantrag gestellt werden „und dessen Bearbeitung dauert“.

„Der Wolf hat immer bewiesen, dass er lernfähig ist“

Rinke: „Nach dem letzten Übergriff der Wölfin über einen 1,20 Meter hohen Zaun sollte überlegt werden, wie ein effektiver Herdenschutz gestaltet werden kann. Ein Elektrozaun mit einer Zaunhöhe von 90 cm sei – ohne zusätzliche Herdenschutzhunde – nicht wolfssicher, wie selbst das LANUV deutlich sage. Deshalb sei zu überlegen, ob einfache Zäune unter 1,20 Meter zukünftig weiter gefördert werden sollten. Der Wolf habe immer wieder bewiesen, dass er sehr lernfähig ist. „Das ist wie bei einem Hochspringer, der trainiert und dessen Latte immer höher gelegt wird.“

Angelika Eckel: „Anfang des Jahres hat sich in der Biologischen Station in Wesel eine Gruppe aus Politik, Wissenschaft, Schafzucht und Naturschutzverbänden getroffen und über einen wirksamen Herdenschutz beraten. Einige Ideen wurden zusammengetragen und ein Projektantrag zur Erprobung dieser Herdenschutzmaßnahmen Anfang März Ministerin Heinen-Esser übergeben. Bisher haben wir noch nicht gehört, ob das Land eventuell Mittel zur Umsetzung, Erprobung und Optimierung der im Projektantrag geschilderten Schutzmaßnahmen bereit stellt. Die Politik geht jetzt in die Sommerpause – der Wolf nicht.“

„Dreidimensionale Zäune“ könnten möglicherweise helfen

Wäre dieses Projekt am Laufen, könnte Kurt Opriel unterstützt werden, meinen die BUND-Vertreter. Eine Idee dabei: „Dreidimensionale Zäune“, das heißt, vor dem eigentlichen Elektrozaun werden zweistromführende Litzen in unterschiedlicher Höhe und unterschiedlichem Abstand zum eigentlichen Zaun gezogen. Der Wolf könne diese räumliche Konstruktion entfernungsmäßig schlechter einschätzen und - so die Hoffnung - werde vom Sprung über den Weidezaun Abstand nehmen.

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