Prozess

Angeklagte im Kindermord-Prozess soll Prostituierte gewesen sein

Milka D., Angeklagte im Prozess um die drei toten Kinder aus der Fichtestraße, versteckt ihr Gesicht hinter einer Mappe. Sie soll früher als Prostituierte gearbeitet haben.

Milka D., Angeklagte im Prozess um die drei toten Kinder aus der Fichtestraße, versteckt ihr Gesicht hinter einer Mappe. Sie soll früher als Prostituierte gearbeitet haben.

Foto: Dieter Menne

Dortmund.  Die Angeklagte im Prozess um die drei toten Kinder aus der Fichtestraße soll früher als Prostituierte gearbeitet haben — das hat eine Bekannte des Kindsvaters am Mittwoch ausgesagt. Der vierte Verhandlungstag vor dem Schwurgericht lief unter verschärften Sicherheitsbedingungen ab.

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Fünf Zeugen hatten die Richter geladen. Jeder von ihnen musste sich vor seiner Vernehmung noch einer zusätzlichen Leibesvisitation unterziehen. Darüber hinaus hatten sich einmal mehr neun Wachtmeister im Gerichtssaal postiert. Damit sollten alle möglichen emotionalen Ausbrüche schon im Ansatz unterdrückt werden.

Eine 28-jährige Bekannte des Kindsvaters Muharrem T. bestätigte in ihrer Aussage, dass die Kinder die wegen Mordes angeklagte Bulgarin Milka D. regelrecht gehasst hätten. Vor allem Zilan, das älteste Mädchen, habe sich immer wieder abfällig über die neue Freundin ihres Vaters geäußert.

Zeugin: Angeklagte war sehr eifersüchtig

"Sie erzählte mir, dass die Angeklagte sehr eifersüchtig wäre und den Papa für sich alleine haben wolle", so die Zeugin. Und weiter: "Zilan sagte mir auch, die Angeklagte würde sich verkaufen. Gegen Geld. Muharrem wisse das, würde aber nichts dagegen unternehmen."Milka D. tuschelte während der Aussage oft mit ihrem Verteidiger Matthias Meier. Ab und zu schüttelte sie auch heftig den Kopf.

Als der Vorsitzende Richter Wolfgang Meyer sie noch einmal fragte, ob sie nicht selbst Angaben machen und die Dinge ihrer Ansicht nach gerade rücken wolle, wehrte sie jedoch ab. Nach kurzer Beratung mit ihrem Rechtsanwalt erklärte dieser: "Es bleibt dabei. Wir werden nichts sagen."

Die Staatsanwaltschaft wirft Milka D. vor, die drei Kinder ihres Lebensgefährten Anfang August im Schlaf erstochen zu haben, um mit Muharrem T. eine eigene Familie gründen zu können.

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