Pflanzenschau

Blüte der Titanenwurz „David“ in Dortmund steht bevor

Die Blüte der Titanenwurz-Pflanze im Botanischen Garten in Dortmund steht unmittelbar bevor.

Foto: dpa

Die Blüte der Titanenwurz-Pflanze im Botanischen Garten in Dortmund steht unmittelbar bevor.

Dortmund.  Die Blüte der Titanenwurz „David“ in Dortmund steht unmittelbar bevor. Deshalb werden die Pflanzenschauhäuser in der Nacht der Blüte geöffnet sein.

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Seltenes und Großes kündigt sich im Botanischen Garten Rombergpark an! In den Pflanzenschauhäusern gedeiht der Titanenwurz prächtig. Seine Blüte – das gab es noch nie in Dortmund! – steht unmittelbar bevor.

Titanenwurz hat Knospe von 83 Zentimetern

Der Titanenwurz, vor zwei Jahren nur so groß wie ein Tennisball, wiegt heute mehr als zehn Kilogramm, ist über 1,50 Meter hoch und zeigt eine Knospe von 83 Zentimetern Länge! Normalerweise dauert es sieben Jahre bis zur ersten Blüte. Nur 18 deutsche Botanische Gärten konnten bislang diese Blüte zeigen.

Der „kleine David“, der noch ein „großer Goliath“ werden will – bis zu 2,5 Meter große Blütenstände sind bekannt – blüht nachts, vielleicht nur eine Nacht, maximal drei Nächte.

Nach dem neuesten Kenntnisstand wird er wahrscheinlich in der Nacht zu Samstag, also vom 17. auf den 18. August, in voller Blüte stehen. Dieses Ereignis adelt das 60. Jubiläum der Pflanzenschauhäuser. Sie und das Café Orchidee eröffneten exakt am 14. August 1958 ihre Türen.

Pflanzenschauhäuser öffnen in der Nacht

Anlässlich des ganz besonderen Ereignisses werden die Pflanzenschauhäuser in der Nacht oder in den Nächten von „Davids“ Blüte geöffnet sein, damit alle Pflanzenliebhaberinnen und –liebhaber die Chance haben, den größten Blütenstand im Pflanzenreich ausgiebig zu bewundern. Tausende Besucherinnen und Besucher werden erwartet.

Die Pflanze, wissenschaftlich Amorphophallus titanum, ist auf Sumatra heimisch. Zwei Pflanzen wachsen in den Pflanzenschauhäusern des Botanischen Gartens Rombergpark.

Als kleine Knollen wurden sie vor zwei Jahren von den Botanischen Gärten Bonn an Dortmund gespendet. Damals nur so groß wie Tennisbälle, sind sie im Regenwaldhaus prächtig gewachsen. Beim letzten Umtopfen in diesem Sommer wog eine Knolle schon zehn Kilogramm! Sehr alte und gut ernährte Knollen können sogar bis zu 75 Kilogramm auf die Waage bringen. Solch ein „Goliath“ möchte „David noch werden!

Familie der Aronstabgewächse

Die Titanenwurz gehört zur Familie der Aronstabgewächse (Araceae). Bekannte Vertreter dieser Familie sind zum Beispiel die Calla oder auch die Flamingoblume. Typisch für alle Arten dieser Gruppe ist die besondere Form des Blütenstandes: Ein auffälliges Hüllblatt (Spatha) umgibt einen Kolben (Spadix) mit den männlichen und weiblichen Blüten.

Da die Blüten der Aronstabgewächse oft nach Aas riechen bzw. stark stinken, werden sie meist von Fliegen und Käfern bestäubt. Auf Sumatra werden sie auch als bunga suweg raksasa bezeichnet – das bedeutet so viel wie Leichenblume.

Was macht die Titanenwurz denn so besonders? Die schiere Größe! Bis zu 2,5 Meter große Blütenstände sind bekannt. Damit ist es der größte bekannte Blütenstand (funktionell eine Blume) im Pflanzenreich. Dabei gilt: je schwerer die Knolle, umso größer der Blütenstand.

Wenn sich der Blütenstand in den frühen Abendstunden öffnet, dauert dieses Wunder der Natur oft nur eine bis maximal drei Nächte. Dann verwelkt sie und muss mehrere Jahre Kräfte sammeln, um wieder erblühen zu können.

Dortmund einer von 18 Schauplätzen

Nur 18 deutsche Botanische Gärten haben bisher die Blüte präsentieren können; der Botanische Garten Rombergpark wird nun diese Liste erweitern.

Die Homepage des Botanischen Gartens Rombergpark und der Freunde und Förderer des Botanischen Gartens Rombergpark e.V. halten alle Interessierten stets auf dem Laufenden: Wie entwickelt sich die Blüte und wann wird sie sich öffnen?

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