Neue Technologien

Dortmund soll Kompetenzzentrum für Rettungsroboter werden

Auch Flugroboter können in gefährlichen Situationen helfen.

Foto: Oliver Schaper

Auch Flugroboter können in gefährlichen Situationen helfen. Foto: Oliver Schaper

Dortmund.  Dortmund will Standort für ein Kompetenzzentrum werden, dass Rettungsroboter entwickelt - die bei der Feuerwehr zum Einsatz kommen sollen.

Das Institut für Feuerwehr- und Rettungstechnologie hofft auf eine Zusage aus dem Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMDF) in Berlin. Seit Jahrzehnten setzt die Industrie schnell und präzise arbeitende Roboter ein, um Autos und andere Produkte herzustellen. Der Einsatz von Robotern bei Feuerwehr und Rettungsdiensten steckt dagegen noch in den Kinderschuhen. Bereits entwickelte Roboter haben Schwachstellen. "Technisch fortschrittliche Schutz- und Sicherheitssysteme können für die Arbeit von Rettungskräften lebenswichtig sein. Eine moderne Ausstattung hilft ihnen dabei, Leben zu retten", sagt dazu Bundesforschungsministerin Johanna Wanka. Das "Kompetenzzentrum für Robotersysteme in menschenfeindlichen Umgebungen" soll Mensch-Maschine-Systeme entwickeln, zertifizieren und bis zur Markteinführung begleiten.

Unter dem Dach des neuen Vereins "Dorob" arbeitet ein Verbund von 33 Universitäts- und Fachhochschulstandorten mit der Industrie Hand in Hand, wenn das Ministerium in Berlin Dortmund den Zuschlag erteilt. Entscheiden will das BMBF im Herbst 2017. Im Juni wollen die Dortmunder Initiatoren den Verein "Dorob" gründen, um im Falle eines Zuschlags sofort starten zu können.

Bereits jetzt sucht Hauke Speth vom Institut für Feuerwehr- und Rettungstechnologie geeignete Grundstücke und Immobilien für Büros, Werkstätten, Labore und Versuchsstrecken.

Einsatz in extrem gefährlichen Situationen

Zur Gefahrenabwehr eingesetzte Roboter sollen Feuerwehr und Rettungsdienst nicht ersetzen, sondern in extrem gefährlichen Situationen am Boden und in der Luft assistieren. In der Praxis sollen sie auf gefährlichem Grund und Boden selbstständig arbeitend die Lage erkunden und dafür alle wichtigen Informationen über Luftqualität, Statik und Temperaturen an die Einsatzleitung übertragen.

Der Verein "Dorob" will innerhalb von acht Jahren mit einem Anschub von fast 30 Millionen Euro ein später wirtschaftlich selbstständig arbeitendes Kompetenzzentrum aufziehen, das international Standards setzt. Das Kompetenzzentrum verbindet Feuerwehrwissen mit Softwareentwicklern und produzierendem Mittelstand. Eine wichtige Rolle spielen auch die Technische Universität (TU), die Fachhochschule Dortmund und andere deutsche Forschungsstandorte.

Rettungsrobotor sollen Verletzte aus Trümmern befreien und versorgen, wenn der "Kollege Mensch" das Areal aus Sicherheitsgründen nicht betreten darf, weil sein eigenes Leben gefährdet wäre. Das Interesse an Rettungs-Robotern dürfte weltweit groß sein.

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