Spurensuche

Ermittler rekonstruieren Anschlag auf BVB-Bus am Tatort

Ermittler sichern auf einem Privatgrundstück am Tatort in Dortmund Beweismittel vor dem l'Arrivée Hotel, wo die Sprengsätze explodiert sind.

Foto: dpa

Ermittler sichern auf einem Privatgrundstück am Tatort in Dortmund Beweismittel vor dem l'Arrivée Hotel, wo die Sprengsätze explodiert sind. Foto: dpa

Dortmund.  Eine Woche nach dem Anschlag auf den Mannschaftsbus des BVB will die Bundesanwaltschaft den Tathergang am Tatort rekonstruieren lassen.

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Nach dem Sprengstoff-Anschlag auf den Mannschaftsbus des Fußball-Bundesligisten Borussia Dortmund will die Bundesanwaltschaft eine Woche später das Tatgeschehen rekonstruieren lassen. „Die Rekonstruktion dient der Nachzeichnung des Tatgeschehens und der Zuordnung von Tatspuren“, teilten die Ermittler am Dienstag in Karlsruhe mit.

Die Polizei ließ am Dienstagabend einen Bus noch einmal am Tatort vorfahren. Ursprünglich war der Mannschaftsbus der Borussen-Elf dafür vorgesehen, doch wegen eines technischen Problems stand der nicht mehr zur Verfügung. Für die Rekonstruktion haben die Ermittler eine Hundertschaft zum Tatort gebracht. Mit einem Hubschrauber und einer Drohne wurden Luftbildaufnahmen gemacht.

Dafür war der Ort der Rekonstruktion komplett abgesperrt worden. Wegen des technischen Defekts hatte die Nachstellung am Schirrmannweg an der Zufahrt zum l'Arrivée Hotel erst mit Verspätung starten können. Bereits am Mittag war „die Umgebung des Anschlagsortes weiträumig nach weiteren Tatspuren abgesucht worden“, teilte die Bundesanwaltschaft mit. Neue Erkenntnisse zum Ermittlungsstand werden am Dienstag nicht mitgeteilt.

Sprengsätze vermutlich per Handy ferngezündet

Am Tatort waren der Sprengstoff, Zünder und drei Bekennerschreiben gefunden worden. Kriminaltechniker hatten unter anderem Proben vom Boden, von Bäumen sowie der Hecke genommen, in der die Sprengsätze versteckt waren. Die Ermittler gehen davon aus, dass die drei Sprengsätze per Handy-Fernzündung zur Explosion gebracht wurden.

Spekulationen, dass der Sprengstoff in den Rohrbomben aus Beständen der Bundeswehr stamme, hat eine Sprecherin des BKA bislang nicht bestätigt: „Es ist noch viel zu früh, solche Aussagen zu treffen, da die kriminaltechnischen Untersuchungen noch laufen.“

Sprengsätze waren hochprofessionell gebaut

NRW-Innenminister Ralf Jäger (SPD) hatte am Donnerstag im Landtags-Innenausschuss von hochprofessionell gebauten Sprengsätzen mit enormer Sprengkraft gesprochen. Die Täter seien nicht gefasst und hätten weitere Anschläge angekündigt, sagte der Minister.

Landeskriminaldirektor Dieter Schürmann sagte: „Wir suchen nach mordbereiten Tätern“. Konkrete Hinweise auf die Täter gibt es nicht. Einen islamistischen Hintergrund wollen die Ermittler zwar noch nicht ausschließen, jedoch wird eher ein rechtsextremer Täter vermutet.

Am Abend des 11. April waren in unmittelbarer Nähe zum BVB-Mannschaftsbus drei Sprengsätze detoniert. Der BVB-Abwehrspieler Marc Bartra und ein Motorradpolizist waren dabei verletzt worden. (red/mit dpa)

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