Mediencamp

Film und Tanz: Kostenloses Feriencamp am Dortmunder U

Zum fünften Mal bietet das Projekt Young Dogs 2019 eine Summerschool in den Sommerferien an. Dabei werden moderner Tanz und Film miteinander verbunden.

Zum fünften Mal bietet das Projekt Young Dogs 2019 eine Summerschool in den Sommerferien an. Dabei werden moderner Tanz und Film miteinander verbunden.

Foto: Young Dogs

Dortmund.  Film, Fotografie, Radio: Das Dortmunder U bietet diesen Sommer mehrere Ferienkurse für Kinder und Jugendliche an. Eins davon ist „Young Dogs“.

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Grauer Staub an den Händen, an den blanken Füßen. Eine alte Fabrikhalle, gelbes Licht dringt durch ein geöffnetes Tor. Ein junger Mann steht zwischen dicken Betonbalken. Er schwankt, er taumelt, er fällt. Er sagt: „Ich weiß nicht genau, was freier Fall für mich bedeutet.“ Sagt es mit Bewegungen. Er sucht.

Es ist eine von fünf kleinen Geschichten, die das Dortmunder Tanz- und Film-Projekt „Young Dogs“ in ihrem Sommerferienkurs 2018 verfilmt hat. Professionell, mit der Hilfe von Tanzlehrern, einer Filmemacherin und einem Kamera- und Ton-Experten. Die Verantwortung und die Ideen jedoch liegen in den Händen der jugendlichen Teilnehmer und Teilnehmerinnen. „Bis auf ein paar Impulse und ein Oberthema geben wir nichts vor“, sagt Vera Schöpfer, Filmemacherin und Leiterin des Projekts. 2019 heißt das: Höhenflüge.

Young Dogs kombiniert das Filmemachen mit modernem Tanz

Denn auch in diesem Juli laden die Young Dogs wieder zur Summerschool ins Dortmunder U ein. Das Prinzip ist simpel: Jugendliche ab 14 Jahren, die Lust haben, Filme selbst zu machen, können das „Auf der U Zwei“, der zweiten Etage des U, einfach tun. Das Besondere: Es werden Film und moderner Tanz miteinander kombiniert. „Theoretisch kann jeder alles machen“, erklärt Schöpfer. Vorkenntnisse sind nicht nötig, das Equipment stellt die U Zwei: Moderne Macs stehen da aneinandergereiht im Medienlabor, Schöpfer hält eine Videokamera auf der Schulter, eine LED-Blende und Stative liegen auf dem Tisch. „Wir haben hier hochwertige Kameras und professionelles Ton-Equipment“, erzählt die Filmemacherin und Regisseurin.

Die U Zwei diene sozusagen als Homebase, ansonsten sei die Wahl der Drehorte drinnen und draußen relativ frei. „Das ist immer auch ein kleines bisschen Abenteuer, wo wir am Ende landen“, sagt Schöpfer. „Aus dem letzten Jahr, in dem es so heiß war, haben wir allerdings gelernt, dass wir auch einen Ort organisieren, der drinnen ist.“ Die Materialsichtung, der Schnitt und die Postproduktion erfolgten aber in einem modern ausgestatteten, hellen Raum auf der U Zwei.

Ein Projekt gegen Vorurteile: Geflüchtete und lokale Jugendliche treffen sich

„Es ist jedes Jahr erneut eine Herausforderung, verschiedene Leute mit verschiedenen Wissensständen zusammenzubringen“, berichtet die Regisseurin. „Wir sind aber immer wieder begeistert, was für super Sachen in den Summerschools herauskommen.“ Film und das bewegte Bild als solches seien ein besonders geeignetes Mittel, sich gegenseitig näherzukommen. Gerade auch kulturelle Unterschiede und Vorurteile ließen sich darüber abbauen – eines der Kernziele des Projektes Young Dogs. Die Gruppe ist offen für alle Jugendlichen. „Wir sprechen gezielt auch Zugewanderte und Geflüchtete an“, sagt Schöpfer. „Viele sehen Young Dogs als Chance.“

Young Dogs gibt Suchenden eine Perspektive

Intensive Momente können so vor der Kamera entstehen. Im vergangenen Jahr etwa erzählte ein junger Mann vor der Kamera, wie er in einem Schlauchboot über die Ägäis von der Türkei nach Griechenland kam: „Das Boot war voll Wasser. Ich wusste nicht, ob ich ertrinke oder überlebe. Gott sei Dank habe ich überlebt. Das war ein schreckliches Erlebnis. Ich habe sehr viel darüber gehört, viele Menschen sind ertrunken und gestorben auf dem Weg. Ich habe trotzdem an mein Ziel geglaubt und weitergemacht.“

Die Jugendlichen erleben, dass sie eigene Meinungen oder Gefühle äußern können, wenn nicht durch Sprache, dann durch Bewegungen. Sie erkennen, dass sie mit relativ einfachen Mitteln selbst etwas erschaffen können. Und manch eine oder einer hat sich über das Projekt bereits eine Perspektive erarbeitet: „Wenn es Young Dogs nicht gegeben hätte“, erzählt Schöpfer, „hätten inzwischen nicht zwei der Teilnehmenden angefangen, an der FH Film zu studieren.“

Termine für die Summerschool: In der ersten Ferienwoche, 15. bis 19. Juli, und in der zweiten Ferienwoche, 22. bis 26. Juli, jeweils von 11–16 Uhr. „Je früher die Jugendlichen mit dabei sind, desto besser“, sagt Vera Schöpfer, „es können aber auch Quereinsteiger am zweiten Tag dazu kommen.“ Eine Teilnahme an beiden Summerschools ist möglich. Die Teilnahme ist kostenlos. Mehr Infos auf der Homepage von Auf der U Zwei. Fragen an post@youngdogs.org oder

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