Amazon-Logistikzentrum

Millionen Pakete auf dem Fließband

Dortmund.  Am 13. Oktober, vor einem Monat, ist das neue und „modernste Logistikzentrum Europas“ von Amazon auf der Westfalenhütte in Betrieb gegangen. Wie sieht es aus in der Amazon-Welt? Einen Monat nach dem Start durften wir erstmals hinter die Kulissen blicken.

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Beim Rundgang mit Lars Krause (39), dem Leiter des Logistikzentrums auf dem Areal der Westfalenhütte, wird schnell klar: Wer meterhohe Regale mit Kartons und Päckchen erwartet, sieht sich enttäuscht.

Der Besucher blickt bei Amazon auf scheinbar endlose Förderbänder, an denen Mitarbeiter stehen. Päckchen um Päckchen fließt an ihnen vorbei. Einige Päckchen werden geöffnet und ihr Inhalt wie beim Sicherheitscheck auf dem Flughafen in schwarze Behälter umverstaut.

Kein Lager, sondern Verteilstation

Der knapp zehn Fußballfelder (fünf Hektar) große Hallenkomplex ist kein Lager: Was hier ankommt, geht meist am selben Tag wieder raus. Aber nicht zu den Kunden an der Wohnungstür. Die Amazon-Welt auf der Westfalenhütte ist vielmehr eine hochautomatisierte Durchlauf- und Verteilstation; von hier aus werden die weiteren Amazon-Logistikzentren in Deutschland und Europa beliefert.

Welche Güter in welcher Menge per Lkw wohin transportiert werden, bestimmt ein ausgeklügeltes System, das auf Algorithmen basiert. „Auf diese Art können wir die Lkw besser auslasten und die Warenströme effizienter gestalten“, sagt Krause.

9 Millionen Artikel vor Weihnachten

Rund 9 Millionen Artikel sollen in der Spitzenwoche vor Weihnachten über die Bänder laufen und weiterverteilt werden. Für den Vergleichszeitraum 2018 rechnet man bei Amazon bereits mit 15 Millionen Waren.

Grund: bis dahin soll auch der zweite, noch still liegende Hallenkomplex ans Verteilnetz gehen. Dann soll sich die Fläche von fünf auf zehn Hektar verdoppeln – das entspricht rund 14 Fußballfeldern.

Amazon will weitere Mitarbeiter einstellen

Gut 2000 Beschäftigte hat der Versandhändler in seinem Verteilzentrum auf der Westfalenhütte, „weitere sollen innerhalb der kommenden drei Wochen eingestellt werden“, sagt Krause. Viele haben befristete Verträge. Offen bleib, wie viele von ihnen auch 2018 nach dem Weihnachtsgeschäft noch an den Förderbändern stehen.

Sicher ist: Die Lkw, die das Logistikzentrum an- und abfahren, werden mehr. Schon jetzt seien „es mehrere hundert pro Woche“, sagt Krause. Rund 27 Millionen Euro hat Amazon in die Technik seines Verteilzentrums investiert. Darin enthalten sind Förderbänder mit einer Länge von 12,5 Kilometern. Das entspricht ungefähr der Strecke von Dortmund nach Castrop-Rauxel.

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