Kriminalität

Frau vom Balkon gerettet - Dortmunder Brandserie geht weiter

Am frühen Freitagmorgen brannte es in einem Keller in der Borussiastraße im Ortsteil Oespel.

Am frühen Freitagmorgen brannte es in einem Keller in der Borussiastraße im Ortsteil Oespel.

Foto: Olaf Tampier / Feuerwehr Dortmund

Dortmund.  Hat der Feuerteufel wieder zugeschlagen? Am Freitagmorgen muss die Dortmunder Feuerwehr eine Frau und ihre Hunde von einem Balkon retten.

Es hört nicht auf. Schon wieder hat es im Dortmunder Westen in gebrannt. In den frühen Morgenstunden des Freitag musste die Feuerwehr eine Frau und ihre drei Hunde über die Drehleiter von ihrem Balkon retten. Nun ermittelt die Polizei.

Wohnungen im Haus waren völlig verraucht

Der Notruf kommt um 5 Uhr in der Nacht. Als die Feuerwehr an der Borussia-Straße in Oespel eintrifft, bringt sie sofort eine Drehleiter in Stellung, um eine Frau und ihre drei Hunde von einem Balkon zu retten, auf den sie vor dem immer dichter werdenden Rauch geflüchtet sind. Gleichzeitig werden zwei Trupps unter Atemschutz eingesetzt um den Treppenraum nach weiteren Personen abzusuchen und die Brandbekämpfung im Keller einzuleiten. Aus einer zweiten verrauchten Dachgeschosswohnung rettet einer dieser Trupps eine weitere Frau über den Flur.

Die Evakuierten werden vom Rettungsdienst vor Ort behandelt, müssen nicht in ein Krankenhaus. Schon am Morgen können alle Bewohner des Mehrfamilienhauses wieder in ihre Wohnungen zurückkehren.

Experten der Polizei ermitteln vor Ort

Kaum sind die Brände gelöscht, beginnen Experten der Polizei mit ihren Ermittlungen. Denn vieles deutet darauf hin, dass der unbekannte Brandstifter wieder gezündelt hat, der seit Monaten vor allen in den Stadtteilen Lütgendortmund, Marten, Kirchlinde und Westerfilde sein Unwesen treibt. Offiziell bestätigen will ein Sprecher der Polizei Dortmund einen Zusammenhang am Dienstagmittag noch nicht. „Der Ermittler ist noch vor Ort.“

Aber schon jetzt ist klar: es gibt gravierende Ähnlichkeiten zu den über 20 Fällen, in denen es seit dem 13. März dieses Jahres, gebrannt hat. Immer in den frühen Morgenstunden, meist in leicht zugänglichen Bereichen von Kellern in Mehrfamilienhäusern.

Zwei Verdächtige wieder auf freiem Fuß

Nachdem es am Sonntag ein Feier im Umkleideraum eine ehemaligen Sportplatzes gegeben hat - dieses Mal nicht im Keller sondern unter dem Dach – hatte die Polizei in der Nähe der Brandstelle zwei Männer festgenommen. Beide wurden allerdings am nächsten Tag auf Anordnung der Staatsanwaltschaft mangels dringenden Tatverdachts wieder aus dem Polizeigewahrsam entlassen. Beide haben die Tat bestritten.

Schon vor einiger Zeit wurde eine eigene Ermittlungskommission gegründet. Deren Arbeit ist nicht leicht. Ein Feuer ist meist schnell gelegt, die Motive sind völlig unterschiedlich Viele Psychologen teilen Brandstifter in drei Kategorien ein. Frusttäter, Lusttäter und solche mit gestörtem Sozialverhalten. Laut Studien sind es häufiger Männer als Frauen, meist Alleinstehende, eher Menschen mit geringerer Bildung. Von sich aus hören sie nur selten auf.

Belohnung von 3000 Euro ausgesetzt

Deshalb setzt die Dortmunder Polizei seit einigen Wochen verstärkt auf die so genannte strategische Fahndung, mit der die Behörde zuletzt bei der Bekämpfung von Wohnungseinbrüchen gute Erfahrungen gemacht hat. Sie ermöglicht es den Beamten zum Beispiel Autos und Personen auch ohne konkreten Verdacht überprüfen. Bisher allerdings blieben die Fahnder ohne Erfolg.

Auch deshalb wird die Bevölkerung um Mithilfe gebeten. Sie soll verstärkt auf Menschen achten, die sich verdächtig auf Zuwegen oder in Eingangsbereichen aufhalten oder an Haus- oder Kellertüren rütteln. Und auf keinen Fall sollen sie ohne weitere Kontrolle den elektrischen Türöffner drücken, wenn es in der Nacht oder früh am Morgen schellt.

Es ist eine Aufmerksamkeit, die sich lohnen könnte. Die Staatsanwaltschaft hat für Privatpersonen eine Belohnung von 3000 Euro für Hinweise ausgesetzt, die zur Ermittlung oder Ergreifung der Brandstifter führen. Wer Verdächtiges bemerkt, kann sich unter der Telefonnummer 0231/132-7441 melden.

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