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Trikot-Werbung des BVB und Puma sorgt für Ärger mit der Stadt Dortmund

Überall im Stadtgebiet wiesen am Mittwoch gelbe Werbebanner auf den neuen BVB-Ausrüster Puma hin – zum Ärger der Stadt Dortmund, die in die Werbepläne nicht voll eingeweiht war. Foto: Rottmann

Überall im Stadtgebiet wiesen am Mittwoch gelbe Werbebanner auf den neuen BVB-Ausrüster Puma hin – zum Ärger der Stadt Dortmund, die in die Werbepläne nicht voll eingeweiht war. Foto: Rottmann

Foto: Ralf Rottmann

Dortmund.  Das neue BVB-Trikot war noch nicht mit offiziell präsentiert, da gab es auch schon Ärger. Nicht etwa, weil das Trikot im Bauchbereich spannt, sondern weil die Werbe-Kampagne des Ausrüsters Puma nicht mit der Stadt abgesprochen war. Die fand die großen, gelben Werbebanner an den Straßen "nicht ganz korrekt".

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Nach der EM ist vor der Bundesliga: Und damit dies auch kein Fan vergisst, haben der BVB und sein neuer Ausrüster Puma am Mittwoch mit großem Aufwand Teile der Stadt schwarz-gelb ausgestattet – bevor am Abend das neue Trikot vorgestellt werden sollte. Das umfangreiche Marketing im öffentlichen Raum hat hinter den Kulissen allerdings zu einigen Verwerfungen geführt.

Wie heiß die Anhänger aufs Trikot sind, zeigt eine Zahl aus der letzten Saison: Da ging das Exemplar des alten Ausrüster Kappa 230 000 Mal über den Ladentisch. Jetzt kostet das neue Hemd 74,95 Euro. Das Trikot ist offiziell ab Donnerstag, 5. Juli, im Handel erhältlich - dann natürlich auch >>> in unserem Online-Shop.

Da der BVB in den letzten Jahren sportlich wie wirtschaftlich erheblich zugelegt hat, blicken die Partner, die bis 2020 gebunden sind, auch optimistisch nach vorn.

Zusammen noch stärker

Es möge Clubs geben, die mehr Fans hätten, so BVB-Chef Hans-Joachim Watzke am Mittwoch, „aber es gibt kaum einen Club, der sympathischer rüberkommt.“

Dass dies so bleibt, daran sollen Mannschaft und neuer Ausrüster natürlich weiter arbeiten. Watzke: „Zusammen werden wir noch stärker.“ Und während Pumas Spitze das Ziel formulierte, den Platz drei unter den Fußballmarken weiter ausbauen zu wollen, erwiderte Watzke gestern launig: „Die klare Nummer drei zu sein, das ist nicht das Ziel des BVB.“ Für Puma ist es die größte Kooperation mit einem Verein in der Firmengeschichte, so Vorstand Franz Koch bei der Trikot-Präsentation. 18 Monate werkelten die Partner an der neuen Kollektion, die mehr als 170 Teile umfasst. Und sie wurde mit einem Paukenschlag vorgestellt.

Mittwochabend sollte auf einer Party auf dem Alten Markt in einer Graffiti-Show eine Fünf-Meter Büste besprüht und das Trikot präsentiert werden. Und schon eine Nacht zuvor war das Puma-BVB-Team unterwegs, um Laternen, Bänke und Bäume mit einem schwarz-gelben Strick-Graffito aus Wolle zu bestücken. 3000 dieser Exemplare wurden von 120 Mitarbeitern installiert, die, so Matthias Bäumer, Puma-Chef Deutschland, viel Spaß dabei hatten.

Kommunikationsmängel

Das änderte sich im Laufe des Mittwochs - jedenfalls auf Seiten der Stadt als Ordnungs- und Genehmigungsbehörde. Sprecher Udo Bullerdieck nannte „Kommunikationsmängel“ auf städtischer Seite und „ein nicht ganz korrektes Verhalten des BVB“ auf der anderen. Ordnungs-, Umwelt- und Tiefbauamt waren am Genehmigungsverfahren beteiligt. Allerdings mit unterschiedlichem Kenntnisstand. Das letztlich zuständige Tiefbauamt hatte laut Bullerdieck die dürftigstens Infos und nichts gegen die Aktion. Umwelt- und Ordnungsamt hätten im Vorfeld Bilder vom BVB bekommen, die den werblichen Charakter nicht deutlich machten. Bullerdieck: „Die Stadt hat einen Werbepartner für alle öffentlichen Flächen. Eigentlich war die Aktion nicht genehmigungsfähig.“

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