Industriekultur

Zeche Zollern in Dortmund - Ein Schloss der Arbeit

Erst in den 1970er Jahren
begannen Baumaßnahmen
zur Erhaltung der Zeche Zollern.

Erst in den 1970er Jahren begannen Baumaßnahmen zur Erhaltung der Zeche Zollern.

Dortmund.   Im Laufe der Zeit sind aus den Industriedenkmälern des Ruhrgebiets Museen, Parks, Bühnen und Ateliers geworden. Bei Touren und Besichtigungen bieten sich tiefe Einblicke in eine Region, die in der Industriekultur ihre kulturelle Identität bewahrt. Eine Entdeckungsreise zur Zeche Zollern.

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Eher an einen Adelssitz als an einen Hochleistungskomplex zur Kohlenförderung erinnert das Bergwerk Zollern II/ IV im Dortmunder Westen. Die Übertagebauten wurden um 1900 auf dem Gelände eines ehemaligen Bauerngutes errichtet. Damals galten sie in technischer wie ästhetischer Hinsicht als Musteranlage. Die Vorzeigezeche spiegelt den starken Repräsentationswillen der Gelsenkirchener Bergbau AG wider, die mit dieser Schachtanlage zur größten Zechengesellschaft im Ruhrgebiet aufstieg.

[kein Linktext vorhanden] Die von einer mannshohen Mauer und einem schmiedeeisernen Zechentor umschlossene Anlage gilt als hochkarätiges architektonisches Gesamtkunstwerk. Bei genauerer Betrachtung wird die Besonderheit dieser Anlage deutlich, denn hinter den prunkvollen Backsteinfassaden mit ihren verspielten Giebeln und Türmchen verbirgt sich die Moderne. Während sich im vorderen Bereich Torhäuser, Werkstattgebäude, der zentrale Verwaltungsbau, Lohnhalle und Waschkaue wie bei einer Schlossanlage um einen begrünten Ehrenhof gruppieren, präsentiert sich das Industriezeitalte mit stählernen Fördergerüsten, einer funktionalen Schachthalle und vor allem mit der berühmten, riesigen Maschinenhalle.

Sehenswerte historische Gaststätte

Vor der marmornen Schalttafel unter der goldenen Uhr steht noch heute der original erhaltene Maschinenpark, der um die Jahrhundertwende zum modernsten der Welt zählte und unweigerlich an Szenen aus dem Fritz Lang-Film „Metropolis“ denken lässt. 1966 stillgelegt, drohte dem Bergwerk 1968 der Abriss. Buchstäblich in letzter Minute wurde der Abbruch verhindert, als der damalige Landeskonservator die Maschinenhalle mit dem bekannten Jugendstilportal schließlich unter Denkmalschutz stellte.