Landgericht Dortmund

Zehnfacher Mordversuch: Junge Mutter nach Brand angeklagt

Am Tattag, einem Samstagabend gegen 23.45 Uhr, hielten sich acht weitere Nachbarn in dem Haus auf. Auch sie konnten sich retten oder - teils mit Drehleitern - gerettet werden.

Am Tattag, einem Samstagabend gegen 23.45 Uhr, hielten sich acht weitere Nachbarn in dem Haus auf. Auch sie konnten sich retten oder - teils mit Drehleitern - gerettet werden.

Foto: Axel Ruch/Videonews24 (Archiv)

Holzwickede/Dortmund.  Mutter soll Wäscheberg mit Streichholz angezündet und ihre Kinder in der Wohnung zurückgelassen haben. Ein Sohn wird lebensgefährlich verletzt.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Vor dem Dortmunder Landgericht beginnt am Dienstag (19. November) der Prozess wegen versuchten Mordes gegen eine Mutter von zwei kleinen Kindern. Der inzwischen 27-Jährigen wird vorgeworfen, Ende Mai in der gemeinsamen Wohnung in Holzwickede mit einem Streichholz einen Wäscheberg angezündet zu haben und dann hinaus gegangen zu sein. Die beiden damals zwei und fünf Jahre alten Söhne soll sie zurückgelassen haben.

Das Feuer soll sich laut Anklage, wie von der Angeklagten vorhergesehen, ausgebreitet und die Wohnung verqualmt haben. Die Kinder waren damit eingeschlossen. Ein Mitbewohner, der auf derselben Etage wohnte, soll auf die Situation aufmerksam geworden sein und versucht haben, die Kinder aus der Wohnung zu retten, was jedoch an der Hitze und Rauchentwicklung gescheitert sein soll. Der Nachbar erlitt bei dieser Rettungsaktion selbst eine Rauchgasvergiftung. Zwei Feuerwehrmännern gelang es schließlich, die Kinder zu retten. Auch sie erlitten eine Rauchgasvergiftung. Der ältere Sohn schwebte sogar in Lebensgefahr.

Video-Telefonat soll die Tat zeigen

Am Tattag, einem Samstagabend gegen 23.45 Uhr, hielten sich acht weitere Nachbarn in dem Haus auf. Auch sie konnten sich retten oder - teils mit Drehleitern - gerettet werden. Von versuchtem Mord in insgesamt zehn Fällen geht daher die Staatsanwaltschaft aus. Außerdem sind gefährliche Körperverletzung und schwere Brandstiftung angeklagt.

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft kurz nach dem Brand war die Tat selbst dokumentiert: Während eines Bild-Telefonats am Laptop mit einem Bekannten habe dieser beobachten können, wie die Deutsche zu einem Streichholz griff und die Wäsche in Brand setzte. Der Bekannte habe die Tat mit Screenshots festgehalten. Zu sehen sei auch gewesen, wie Flammen und Rauch sich ausbreiteten und die Mutter die Wohnung verließ, ohne ihre Kinder mitzunehmen. Die Frau sitzt seit ihrer Festnahme in Untersuchungshaft. Zunächst sind vier Verhandlungstage angesetzt.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Leserkommentare (0) Kommentar schreiben