Geplante Straftat

Zeuge gesucht: Dortmunder Schüler wollten Lehrer töten

Ein Zeuge könnte der Polizei entscheidende Hinweise geben.

Ein Zeuge könnte der Polizei entscheidende Hinweise geben.

Foto: Patrick Schlos (Archiv)

Dortmund.   Drei Jugendliche sollen vorgehabt haben, einen Lehrer mit einem Hammer umzubringen. Nun sucht die Polizei nach einem wichtigen Zeugen.

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Im Dortmunder Stadtteil Dorstfeld sollen sich drei Jugendliche verabredet haben, um ihren Lehrer gemeinsam zu töten. Nun sucht die Polizei einen männlichen Zeugen, der möglicherweise etwas zum Hintergrund der Tat beobachten haben könnte.

Hauptbeschuldigter ist den Ermittlern zufolge ein 16-jähriger Schüler des Chemie- und Deutschlehrers. Mit der Benotung durch den Oberstufenlehrer sei er so unzufrieden gewesen, dass er mehrfach mit dem Mann in Streit geraten sei. „Er fühlte sich so ungerecht behandelt, dass er den Lehrer loswerden wollte“, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft, Felix Giesenregen. Der Jugendliche soll dann einen 17-jährigen Schulkameraden und einen 18-jährigen Bekannten angestiftet haben, ihm zu helfen, den Lehrer zu töten. Während der 16-jährige die Vorwürfe bestreitet, haben die anderen beiden laut Staatsanwaltschaft gestanden. Nun ermittelt die Polizei wegen Verabredung zu einer Straftat.

Hinterhalt in der Raucherecke am Schulhof

Der Plan soll den Ermittlern zufolge vorgesehen haben, den Lehrer in einen in Schulnähe gelegenen Garagenhof zu locken und ihn dort mit Hammerschlägen zu töten. Am vergangenen Donnerstag soll dann der 17-Jährige dazu in der Raucherecke der Martin-Luther-King-Gesamtschule einen Kreislaufkollaps vorgetäuscht haben, wie Polizei und Staatsanwaltschaft am Dienstag berichteten. Die beiden Komplizen sollen den Lehrer an der Schule abgefangen, um Hilfe gebeten und ihn in den Hinterhalt gelockt haben. Der 16-Jährige und der 18-Jährige sollen Hämmer dabei gehabt haben - die aber nicht zum Einsatz kamen.

Der Lehrer war den Schülern gefolgt, hatte dann einen Rettungswagen verständigt und war auf die Hauptstraße zurückgekehrt. Was die Jugendlichen davon abhielt, ihren mutmaßlichen Plan umzusetzen, sei unklar. „Der Lehrer hatte ein komisches Gefühl bei der Sache“, sagte Giesenregen. Der Mann habe den Teenagern nicht den Rücken zugedreht.

Schüler fiel durch aggressives Verhalten auf

Erst bei einem Elternsprechtag kam der Plan der Jugendlichen durch den Hinweis eines Mitschülers ans Tageslicht. „Der Jugendliche war nicht sehr vorsichtig mit seinen Aussagen und verkündete des Öfteren, dass er den Lehrer umbringen möchte und einen Hammer mit in die Schule nimmt“, so Giesenregen.

Nach dem Elternsprechtag informierte die Schule die Polizei, die die drei jungen Männer vorübergehend festnahm. Des Weiteren fanden Hausdurchsuchungen bei den Familien der Jugendlichen statt. „Die Ermittlungen dauern an. Die Jugendlichen sind aber wieder auf freiem Fuß“, sagt der Staatsanwalt.

Männlicher Zeuge mit Hund gesucht

Es werden noch immer Zeugen gesucht, die das Geschehen beobachten konnten. Vor allem sucht die Polizei Dortmund einen männlichen Zeugen, der am vergangenen Donnerstag (9. Mai) gegen 14 Uhr mit einem Hund an dem Fußweg neben dem Lehrerparkplatz der Martin-Luther-King-Gesamtschule spazieren ging. Er wird gebeten, sich bei der Kriminalwache unter der Rufnummer 0231/1327441 zu melden. (mit dpa)

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