Anschlagsserie

Auch in Düsseldorf Entsetzen über Anschläge in Sri Lanka

Rauchschwaden stiegen am Ostersonntag über Sri Lankas Hauptstadt Colombo auf, als eine Serie von Anschlägen das Land erschütterte.

Rauchschwaden stiegen am Ostersonntag über Sri Lankas Hauptstadt Colombo auf, als eine Serie von Anschlägen das Land erschütterte.

Foto: Eranga Jayawardena

Düsseldorf.   Ehemaliger deutscher Botschafter und Kreis der Düsseldorfer Muslime sind geschockt von den Attentaten in Sri Lanka.

Die Anschläge auf Kirchen und Hotels in Sri Lanka am Ostersonntag sorgen auch in Düsseldorf für Entsetzen. Bei den mutmaßlich von Islamisten durchgeführten Attentaten kamen 290 Menschen ums Leben, mehr als 500 wurden verletzt. Die deutsche Botschaft in der Hauptstadt Colombo arbeite derzeit mit örtlichen Behörden „unter Hochdruck“ daran, herauszufinden, ob es auch deutsche Opfer gibt, heißt es.

„Kein Zusammenhang mit Bürgerkrieg im Land“

Auch Jürgen Weerth, ehemaliger deutscher Botschafter in Sri Lanka, zeigte sich geschockt und traurig über die Anschläge. „Die sri-lankische Regierung ist noch völlig ratlos. Nach derzeitigem Erkenntnisstand weiß niemand, wer für die Attentate verantwortlich ist“, sagte Weerth, der in der Nachbarstadt Kaarst lebt, gestern der NRZ. „Das einzige, was mit Sicherheit gesagt werden kann ist, dass die Anschläge nicht mit dem vor zehn Jahren geendeten ethnischen Konflikt zusammenhängen.“

Von 1983 bis 2009 hatte es in dem südasiatischen Land einen Bürgerkrieg zwischen der ethnischen Mehrheit der buddhistischen Singhalesen und er ethnischen Minderheit der hinduistischen Tamilen gegeben. „In diesem Bürgerkrieg gab es jedoch niemals Angriffe auf Christen“, betont Weerth. „Auch gab es weder Eingriffe in den Bürgerkrieg von Seiten der muslimischen Minderheit, noch gibt es eine Radikalisierung der Muslime in Sri Lanka.“

Die Regierung wisse also noch nichts konkretes, so Weerth. Und: „Spekulationen sind da auch nicht hilfreich, denn Verschwörungstheorien gibt es auch hier schon genug.“

Jürgen Weerth war von 2004 bis 2009 als Botschafter in Sri Lanka tätig und ist seit 2015 auch Honorarkonsul von Sri Lanka in Nordrhein-Westfalen mit Sitz in Kaarst.

Düsseldorfer Muslime drücken Anteilnahme aus

Ebenso traurig und entsetzt über die Anschläge zeigte sich der Kreis der Düsseldorfer Muslime (KDDM) und drückte seine Anteilnahme aus. Wie auch die „abscheulichen Anschläge“ auf betende Juden im US-amerikanischen Pittsburgh am 27. Oktober vergangenen Jahres und betende Muslime im neuseeländischen Christchurch am 15. März, seien die Anschläge auf betende Christen in Sri Lanka „das Ergebnis von ausuferndem Hass“, so der KDDM.

„Niemals dürfen wir zulassen, dass abgrundtief bösartige Gesinnung auch nur den kleinsten Spalt zwischen uns keilt. Für gegenseitige Akzeptanz und Schutz stehen wir Seite an Seite gegenüber jeder gruppenbezogenen Menschenfeindlichkeit“, sagt Dalinc Dereköy, Vorsitzender des KDDM. Abschließend bekundete der KDDM sein „tiefempfundenes Beileid für die Opfern von Sri Lanka“ und wünschte den Verletzten eine vollständige Genesung und den Hinterbliebenen heilende Geduld sowie Zuversicht.

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