Pandemie

Aufruf: Künstler befürchten Tod der Kulturlandschaft

Kay Lorentz, Chef des Kommödchen, fürchtet um die Existenz.

Kay Lorentz, Chef des Kommödchen, fürchtet um die Existenz.

Foto: Ingo Lammert

Düsseldorf.  Theater wie das „Kommödchen“ leiden unter den Corona-Beschränkungen. Daher fordern sie Unterstützung.

Laut Erlass der Landesregierung sollen Theater, Konzertsäle und andere Veranstaltungsräume im Falle einer Inzidenzzahl von über 50 nur noch 20 Prozent ihrer Sitzplatzkapazität nutzen dürfen. Diese Regelung gilt ohne Rücksicht auf Größe und bestehendes Hygienekonzept, heißt es in einem Aufruf des „Kommödchens“, um Chef Kay Lorentz, der unter dem Titel „Düsseldorf braucht Kultur. Mit Sicherheit“ auf den Social Media Kanälen läuft.

Harte Entscheidung für Kultur

Diese Entscheidung treffe den Kultursektor ins Mark, heißt es dort weiter. Privattheater würden in die Insolvenz getrieben, aber auch staatlich subventionierte Einrichtungen können unter diesen Bedingungen nicht wirtschaftlich arbeiten. Es gebe derzeit keinen anderen Bereich der Gesellschaft, in dem eine so strenge Regelung greife. Dabei gebe es nachweislich kein erhöhtes Infektionsrisiko im Kulturbereich.

Die Theater würden so das Bauernopfer einer Symbolpolitik. „Diese Regelung ist willkürlich und weder durch Erfahrungen oder Studien begründet. Die Politik hat es in über sechs Monaten versäumt, intelligente Szenarien zur Bekämpfung der Pandemie zu entwickeln und straft nun Bereiche ab, die sie für weniger systemrelevant hält und von denen sie weniger Widerstand erwartet“, schreibt das Kommödchen weiter. Das Ergebnis sei der Tod der bisherigen Kulturlandschaft. „Die Düsseldorfer Kulturschaffenden werden dieses Vorgehen nicht kampflos akzeptieren! Wir fordern die Rücknahme des Erlasses sowie die Berücksichtigung von Hygienekonzepten und der Situation vor Ort“, heißt es abschließend in dem Aufruf, der von vielen namhaften Kulturschaffenden wie etwa den Künstler Christian Ehring, Sebastian Pufpaff, Volker Pispers, Anka Zink und Wilfried Schmickler aber auch von René Heimersdorf (Theater an der Kö) unterzeichnet wurde.

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