Anzeige
Justiz

Bußgeld für Frauenfeind

Foto: WAZ

Anzeige

Düsseldorf. Nicht einfach einen Geldbeitrag in die Chauvi-Kasse, sondern ein saftiges Bußgeld von 1000 Euro muss der Betreiber (61) eines Internet-Forums zahlen, der aufhetzende Parolen gegen Frauen auch nach Aufforderung der Behörden nicht löschte.

Das Bußgeld lag sogar ursprünglich bei 5500 Euro. Die zuständige Landesmedienanstalt hatte es verhängt, weil der 61-Jährige „unzulässige Äußerungen“ in dem Forum stehen ließ, die „zum Hass gegen Teile der Bevölkerung aufstacheln“.

Der arbeitslose Kraftfahrer legte Einspruch gegen das Bußgeld ein, daher musste jetzt das Amtsgericht über die „nicht ganz feinen Texte gegen Frauen“ verhandeln. Der eher harmlose Aufruf „Macht Schluss mit der Weiberplage!“ gehörte nicht dazu, aber sein Pendant „Nieder mit der verdammten F...okratie“.

Der Forumbetreiber erklärte: „Es geht um Feminismus-Kritik. Männer sind sehr stark benachteiligt.“ Da kämen von Forumsteilnehmern auch hasserfüllte Äußerungen. Er lösche sie nicht, um eine Debatte zu ermöglichen. Und Feministinnen hätten auch schon zur Gewalt gegen Männer aufgerufen. Das Entscheidende sei aber: „Frauen sind gar keine diskrimierungsfähige Gruppe!“ Das habe er im Internet recherchiert.

Anzeige

Der Richter wies darauf hin, dass Frauen eindeutig „ein Teil der Bevölkerung“ sind, damit seien seine Äußerungen unzulässig. Man könne sogar an strafbare Volksverhetzung denken. Da er uneinsichtig sei, bleibe es beim Bußgeld. Nur wegen seines geringen Einkommens wurde es reduziert. Er gehe in die nächste Instanz, kündigte der 61-Jährige an.

You have used all of your free pageviews.
Please subscribe to access more content.
Dismiss
Registrieren Sie sich jetzt kostenlos auf unserem Portal.
Jetzt weiterlesen mit
  • Alle Artikel und Reportagen auf WP.de frei
  • Mit einer Anmeldung auf allen Geräten nutzbar
  • Flexible Laufzeit, jederzeit online kündbar
30 Tage für 0,00 € testen
Danach 7,99 € monatlich, jederzeit kündbar.
Anzeige
Leserkommentare (0) Kommentar schreiben