Umweltspur

CDU schimpft über Düsseldorfs Umweltspur: „Völlig planlos“

Als „nicht durchdacht und planlos“ bezeichnet der Düsseldorfer CDU-Vorsitzende Thomas Jarzombek die dritte für Düsseldorf geplante Umweltspur.

Als „nicht durchdacht und planlos“ bezeichnet der Düsseldorfer CDU-Vorsitzende Thomas Jarzombek die dritte für Düsseldorf geplante Umweltspur.

Foto: Soeren Stache / dpa

Düsseldorf.  CDU-Chef Thomas Jarzombek schimpft über die neue Umweltspur und greift den Oberbürgermeister an: „Geisel experimentiert mit der Infrastruktur.“

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Die dritte für Düsseldorf geplante Umweltspur von der Ausfahrt der 46 an der Uni quer durch die Stadt bis zum Nordstern (Grafik) sorgt weiter für Kritik. Nach Handwerkskammer und Industrie- und Handelskammer äußert sich nun auch der Düsseldorfer CDU-Chef und Bundestagsabgeordnete Thomas Jarzombek kritisch zu den Plänen der Stadt. Und er greift dabei Düsseldorfs Oberbürgermeister Thomas Geisel (SPD) an: „Der nun massive Einsatz von Umweltspuren ist nicht durchdacht.“ Jeden Tag kämen 307.000 Pendler nach Düsseldorf, 60 Prozent davon mit dem Auto: „Für den entstehenden Stau gibt es keine Verkehrsalternative.“ Dass es Staus geben wir, sogar Rückstaus auf der A 46, damit rechnen sogar die Planer der Umweltspur.

Nur 2500 P+R-Parkplätze für 307.000 Düsseldorf-Einpendler

Jarzombeks Vorwurf an OB Geisel: „Das Vorgehen ist nicht durchdacht und planlos.“ Denn: „Zusätzliche Kapazitäten im öffentlichen Nahverkehr werden ebenfalls nicht geschaffen.“ So stünden 307.000 Pendlern in Düsseldorf gerade einmal 2500 P&R-Plätze gegenüber. „Düsseldorfer, die nicht in der Innenstadt wohnen, und Menschen, die aus der Region kommen, sind die Verlierer. Sie werden nur noch behandelt wie 2. Klasse und bekommen keine Alternative zum Stau.“

Dass der Bau von nicht einmal 200 neuen P&R-Plätzen noch beworben werde, müsse hunderttausenden Pendlern wie Satire vorkommen, so der CDU-Chef. „Die heute bereits zu Rushhour überfüllten U-Bahnen und Busse bieten kaum Platz für weitere Umsteiger.“ Ein weiteres Problem sei die Zuverlässigkeit der Rheinbahn mit Verspätungen im Busverkehr und täglichen Beschwerden auf sozialen Medien über unzuverlässige Busse und Bahnen.

Düsseldorfs OB zeigt sich „verantwortungslos“

Thomas Jarzombek hatte OB Geisel zum Jahresbeginn herausgefordert, selbst zwei Wochen lang mit Bus, Bahn und Rad zu fahren statt mit dem Dienstwagen. Geisel lehnte damals ab mit der sinngemäßen Begründung, er könne seine Mobilität so nicht gestalten. Zwei Wochen lang hatte Jarzombek daraufhin haarklein auf sozialen Medien über die vielen Mängel der Rheinbahn berichtet, unter anderem von überfüllten und ausgefallenen Fahrzeugen, Verspätungen, falschen Angaben in der App und schlechtem Mobilfunkempfang in den Tunneln. In einem persönlichen Gespräch hat Jarzombek Geisel die Probleme anschließend beschrieben. „Ich bin persönlich vom Oberbürgermeister enttäuscht, dass er sich die Dinge nicht zu eigen gemacht hat. Die gleichen Mängel, die ich im Januar identifiziert habe, bestehen bis heute und es ist auch keine Strategie erkennbar, diese zu beseitigen“ kommentiert Thomas Jarzombek.

Abschließend sagte der CDU-Vorsitzende: „Geisel experimentiert mit der Infrastruktur auf dem Rücken von hunderttausenden Pendlern ohne Konzept. Dies ist verantwortungslos.“

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