Integration

Das größte Projekt in der Geschichte des Düsseldorfer Zakk

Haben noch viel vor: (v.l.) Projektbetreuer Ben Lowinski, Tänzerin Phaedra Pisimisi und Projektleiter Robert Hillmanns.

Haben noch viel vor: (v.l.) Projektbetreuer Ben Lowinski, Tänzerin Phaedra Pisimisi und Projektleiter Robert Hillmanns.

Foto: Görtz

Düsseldorf.   Düsseldorfer Kulturzentrum will Menschen mit Flüchtlingserfahrung eine Stimme in der Gesellschaft verleihen. Hilfe gibt es von der Aktion Mensch.

Ein halbes Jahr hat das Antragsprozedere gedauert, doch es hat sich gelohnt: 230.000 Euro erhält das Kulturzentrum Zakk von der Aktion Mensch für das größte Projekt in seiner Geschichte. Es trägt den Namen „UPDATE ambassadors of the next generation“ , ist auf drei Jahre angelegt und soll junge Menschen mit Fluchterfahrung ermutigen, ihre persönlichen Ausdrucksmittel zu finden und ihnen damit eine Stimme in der Gesellschaft, zu der sie nun gehören, zu verschaffen.

Auseinandersetzung mit der Stadt

Wie etwa mit einem schon durchgeführten Tanzprojekt für Mädchen und junge Frauen. „Da sind wir in den öffentlichen Raum, haben gefilmt und getanzt, es war eine Auseinandersetzung mit der Stadt“, so Projektbetreuer Ben Lowinski.

Das gesamte Vorhaben ist im September 2018 gestartet. Vor, auf und hinter der Bühne sollen sich die neuen Bewohner Düsseldorfs zwischen 16 und 27 Jahren ausprobieren können bzw. sich wiederfinden. Sie sollen einen Raum finden, in dem sie sich wohl fühlen, den sie mitgestalten können. Neben den Blockprojekten gibt es drei Jahre lang ein kontinuierliches Angebot namens Open Space. Jeden Dienstag zwischen 16 bis 19 Uhr stehen je nach Bedarf Tanz oder Musik auf dem Programm. „Aktuell sind mal fünf, mal zehn Teilnehmer da“, sagt Lowinski. Seit Start des Projekts habe das Zakk inzwischen 80 Personen erreichen können. Aktuell läuft das Blockprojekt „Rebel Music“ für Mädchen und Jungs. Die Themen seien politisch: Klimawandel, Verkehr, Klimaschutz, Antirassismus und Freiheit im Netz.

Eigene Veranstaltungen auf die Beine stellen

Später sollen die Teilnehmer eigene Veranstaltungen auf die Beine stellen. „Von der Öffentlichkeitsarbeit bis zur Technik über das Programm, alles soll dann in ihren Händen liegen“, so Projektleiter Robert Hillmanns. Dafür sei Kontinuität wichtig. In diesem Falle ist diese nicht immer selbstverständlich, da seien Jugendliche, die von heute auf morgen nicht mehr da seien oder welche, denen die Abschiebung drohe.

Um die Hauptzielgruppe zu erreichen, wurden Workshops mit Künstlern in Flüchtlingsunterkünften und in Schulen mit internationalen Klassen angeboten. „Wir haben da tolle Erfahrungen gemacht. Die Lehrer sind auch immer überrascht, wenn sie andere Seiten an den Schülern erleben“, sagt Lowinski. Phaedra Pisimsi, die in Zusammenarbeit mit der Schauspielerin Bianca Künzel die Tanzkurse durchführt, ist auf viele begeisterte Mädchen und junge Frauen gestoßen. „Meine erste Sprache ist nicht Deutsch und ihre auch nicht, aber wir bringen mit der Kommunikation durch Körper unsere Kulturen zusammen.“ Wobei bei UPDATE gilt: Es wird Deutsch gesprochen.

Get-together am 25. Mai

Neue Teilnehmer sind jederzeit willkommen - egal ob Geflüchtete, ob Menschen mit Migrationshintergrund oder Deutsche. „Wir wollen Menschen dieser Generation zusammenbringen“, sagt Hillmanns.

Wer sich ein Bild von dem Projekt machen möchte, ist eingeladen am Samstag, 25. Mai, 18 Uhr, ins Zakk, Fichtenstraße 40, zu kommen. Die Abschlussperformance des Blockprojektes „Girls Town“ soll ein großes Get-together werden. Grills stehen bereit (auch vegetarisch und halal), Grillgut muss mitgebracht werden.

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