Wirtschaft in der Pandemie

Der Handel in Düsseldorf leidet weiter

Gregor Berghausen, Hauptgeschäftsführer der IHK Düsseldorf, fasst die Erkenntnisse der IHK-Blitzumfrage zusammen.

Gregor Berghausen, Hauptgeschäftsführer der IHK Düsseldorf, fasst die Erkenntnisse der IHK-Blitzumfrage zusammen.

Foto: IHK Düsseldorf

Düsseldorf.  Die Blitzumfrage der IHK Düsseldorf gibt Auskunft über die Konjunktur im aktuellen Teil-Lockdown. Die Industrie erholt sich langsam.

Die regionale Wirtschaft steht weiter im Bann der Covid-19-Pandemie. Dennoch bewertet die IHK Düsseldorf die Wirtschaftslage etwas besser als noch Ende September. „Weite Teile der Wirtschaft trotzen noch den hohen Infektionszahlen und den neuerlichen Einschränkungen“, resümiert Gregor Berghausen, Hauptgeschäftsführer der IHK Düsseldorf, anlässlich einer Blitzumfrage bei 160 Unternehmen in der letzten Woche. „Das gilt selbstverständlich nicht für alle Betriebe und auch nicht für alle Branchen.“

Industrie: Lage hellt sich auf

Im Gegensatz zum Frühjahr sind vom neuen Lockdown weniger Branchen direkt betroffen. Auch deshalb halten sich die indirekten Effekte derzeit in Grenzen. Lieferketten funktionieren weiter, trotz teils deutlicher Einschränkungen im Ausland und Schulen und Kitas sind noch geöffnet, so dass für viele Beschäftigte die Betreuung ihrer Kinder möglich ist.

In der Industrie hat sich die bereits im Sommer wieder etwas entspannte Lage in den letzten Monaten noch ein wenig weiter aufgehellt. „Das ist eine gute Botschaft“, so Berghausen. „Denn sowohl die verarbeitenden Betriebe als auch die Bauwirtschaft, die sich weiter in sehr guter Geschäftslage befindet, sind Auftraggeber für viele Branchen.“

Handel: Weitere Verschlechterung

Im Handel habe sich die schon vorher gedrückte Lage dagegen weiter verschlechtert. Dies gilt vor allem für den Einzelhandel, dem aufgrund der fehlenden Gastronomieangebote auch viele Kunden fernbleiben. Die aktuelle Zählung in der Düsseldorfer Flingerstraße zeigt seit Anfang November einen dramatischen Einbruch der Passantenzahlen. Das bedeutet einen weiteren Rückschritt von im Oktober über 80 Prozent auf aktuell nur noch gut 50 Prozent des Vorjahresniveaus. Berghausen: „Die nächsten Wochen geben berechtigten Anlass zur Sorge.“ Denn die Absage von Weihnachtsmärkten und die weiterhin hohen Neuinfektionszahlen verhießen leider keine Besserung im Dezember. „Die staatlichen Hilfsprogramme müssen daher angepasst werden, damit auch mittelbar betroffene Branchen wie der Einzelhandel durch die Krise kommen“, fordert der IHK-Chef.

Erwartungen nach unten korrigiert

Deutlich verschlechtert habe sich darüber hinaus die Erwartungen der Wirtschaft im IHK-Bezirk Düsseldorf. Das gelte für alle Branchen, wobei die Industrie noch verhalten optimistisch für das kommende Jahr bleibe, so die IHK. Der Handel und die Dienstleister mit intensiven Kundenkontakten haben ihre schon gedämpften Erwartungen nochmals zurückgenommen. Hier ist der Indikator auf jeweils etwa minus zehn Punkte wieder deutlich in den negativen Bereich zurückgekehrt.

Aktuelle Probleme sehen die Düsseldorfer Unternehmen in der gesunkenen Nachfrage sowie bei Ausfällen von Mitarbeitern und Auftragsstornierungen. Zwar hapert es bei etwa jedem sechsten Betrieb auch bei den Zulieferungen oder einer reibungslosen Logistik, allerdings sei dies eine Verbesserung gegenüber dem Frühjahr, als weit mehr als ein Drittel der befragten Betriebe genau dieses beklagte.

Unternehmen reagieren

Um die Krise zu überstehen, beabsichtigt jeder Zweite nun, verstärkt zu digitalisieren und jeder Dritte will das auch zur Kundengewinnung nutzen. Ihnen steht etwa die Hälfte der befragten Betriebe gegenüber, die geplante Investitionen verschieben oder gar ganz streichen müssen. Rationalisierungen sind daher ebenso die Folge wie Personalabbau. „Bislang sind die Auswirkungen des November-Lockdowns nicht so dramatisch ausgefallen wie erwartet“, fasst Berghausen zusammen. „Es wäre gut, wenn wir mit diesem leichteren Konjunktureinbruch, also einem blauen Auge, davonkämen. Voraussetzung dafür allerdings ist, dass es nicht zu weiteren Einschränkungen oder gar zu einem erneuten Shutdown wie im Frühjahr kommt.“

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