Energiekrise

Diesel-Preissenkung für Düsseldorfer Spediteur „ein Witz“

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Udo Stern, Unternehmer aus Düsseldorf, gründete die Selbsthilfe Initiative „Caution (Achtung) schlechte Nachrichten“.

Udo Stern, Unternehmer aus Düsseldorf, gründete die Selbsthilfe Initiative „Caution (Achtung) schlechte Nachrichten“.

Foto: Privat

Düsseldorf.  Die Energiekrise setzt den Spediteuren hart zu. Der Düsseldorfer Udo Stern fühlt seine Branche und sich von der Politik ungerecht behandelt.

Udo Stern ist nicht der einzige Spediteur, der in Düsseldorf wirtschaftliche Probleme hat und nicht verstehen kann, wie wenig die Politik für seine Branche tut. Die Brückensperrungen auf der A1 in Leverkusen und der A40 in Duisburg hatten dem Straßentransportgewerbe schon genug Probleme bereitet, aber die explodierten Dieselpreise sind für die Spediteure ähnlich wie für die Langstrecken-Pendler kaum zu stemmen. „Wer hält das System denn am Laufen“, fragt Udo Stern, der darauf hinweist, dass für die letzte Meile doch nur ein Lkw in Frage kommt, wenn Waren zum Groß- und Einzelhandel transportiert werden. „Wir werden uns alle im Herbst umschauen“, sagt er, weil einerseits die Unternehmen wohl nur mit steigenden Preise reagieren können, die Weltlage sich auch in drei Monaten kaum verändert haben wird und selbst Corona noch und wohl auch wieder steigenden Einfluss auf die Transport- und Endkosten haben werde.

Benzin besser behandelt als Diesel - das sei reine Willkür

Udo Stern und den Spediteuren Andreas Hilgers sowie Jörg Schützdeller „reichte“ es nun. Sie gründeten vor wenigen Tagen die Selbsthilfe Initiative „Caution Achtung schlechte Nachrichten (Achtung schlechte Nachrichten) der kleinen und mittelständischen Unternehmen. Man wolle führende Exportnation sein, aber gebe Rahmenbedingungen vor wie im alten Rom, heißt es in ihrem Aktionspapier. So setzte Stern demonstrativ als Notwehr auf die A1-Brückensperrung mit „millionenschwer sofort installierter Wegelagerer Wiege- und Strassenspeeranlage für Lkw über 3,5 Tonnen“ mit einem 44 Tonnen schweren Lkw mit einer kleinen Fähre über den Rhein. „Nun gipfelt vorerst das Ganze mit dem Energiepaket, in dem der Diesel, der weitestgehend die Basis der Mobilität des Mittelstands mit der Lebensmittel-, Tankstellenversorgung, den Handwerkern, dem Taxigewerbe und vielem mehr willkürlich schlechter behandelt wird als das Benzin“, sagt Stern.

Es passiert zu wenig, um den Spediteuren zu helfen

Finanzminister Christian Lindner macht Udo Stern die größten Vorwürfe, weil dieser den Mittelständlern mit 14 bis 17 Cent Reduzierung bei den Dieselpreisen kaum entgegenkommt. „Da müsste deutlich mehr und längerfristig passieren, um aus diesem Problemkreis herauszukommen“, sagt der Spediteur, der vor allem im Containerbereich tätig ist.

In Shanghai würden noch 300 Hundert Schiffe vor Anker liegen, die mit leeren Containern warten, dass sie mit neuen Waren wieder ihre Bestimmungsorte anfahren können. Stern meint, dass die Pandemielage dort hierzulande kaum richtig wahrgenommen werde.

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