Innovation

2500 Arbeitsplätze: Düsseldorf baut den Campus der Zukunft

So soll der Euref-Campus am Flughafen einmal aussehen.

So soll der Euref-Campus am Flughafen einmal aussehen.

Foto: Euref AG

Düsseldorf.   Am Düsseldorfer Flughafen will die Euref AG 100 Unternehmen mit 2500 Arbeitsplätzen ansiedeln. 200 Millionen Euro sollen investiert werden.

So gut gelaunt und beschwingt hat man Oberbürgermeister Thomas Geisel lange nicht mehr gesehen. Grund: Düsseldorf soll einen neuen Innovationscampus auf 40.000 Quadratmetern Fläche erhalten mit dem Forschungsschwerpunkt „Mobilität der Zukunft“. In ihm sollen Unternehmen, Startups und Forschungseinrichtungen der Branche vernetzt werden. Zudem ist die Einrichtung eines Mobilitäts-Hubs als Erprobungs- und Gründungsplattform für E-Mobilität, Sharingmodelle und autonomes Fahren geplant.

Es gibt auch einen Campus in Berlin

Dieses „Ansiedlungsvorhaben“ neben Flughafen, Flughafen-Bahnhof, den geplanten Trassen von U 81 und Radschnellweg schaffe nicht nur eine erkleckliche Zahl an Arbeitsplätzen, sondern liefere einen wichtigen Beitrag zur Fortentwicklung des Wirtschafts- und Technologiestandortes Düsseldorf sowie der gesamten Region“, findet OB Geisel.

Das Konzept für den Campus wurde von der Euref AG (Europäisches Energieforum) entwickelt. Seit zehn Jahren betreiben sie bereits einen solchen Campus mit 3500 Mitarbeitern in 150 Unternehmen in Berlin.

Seit Februar Gespräche mit Wirtschaftsförderung

Seit Februar gibt es nun auch hier Gespräche zwischen Euref und Wirtschaftsförderung. Bereits jetzt wurde eine Umsetzungsplanung erarbeitet und vorgelegt. Die Bauvoranfrage für das Projekt wird in den nächsten Sitzungszyklus eingebracht. Ebenfalls soll das Projekt im Ausschuss für Wirtschaftsförderung, Tourismus und Liegenschaften detailliert vorgestellt werden. Inzwischen laufen die Verhandlungen zum Erwerb des städtischen Grundstückes.

Euref kann sich Baubeginn 2020 vorstellen

Das Investitionsvolumen umfasst dabei satte 200 Millionen Euro, so Reinhard Müller, Euref-Vorstandsvorsitzender, der im Rathaus zur Pressekonferenz erschien. Müller hofft, dass im nächsten Jahr schon mit dem Bau begonnen werden kann und rechnet im „besten Fall mit einer Bauzeit von 18 bis 22 Monaten, im schlimmsten Fall mit fünf Jahren“.

In Düsseldorf soll Platz für 2500 Mitarbeiter vorhanden sein. Die Anlage ist dann eine Art „Themencampus“. Die Unternehmen und Einrichtungen sollen aus den Bereichen Mobilität, Klimaschutz, Energie und Informations- und Kommunikationstechnik kommen. Denn Müller ist sich sicher: „Die Mobilität wird sich völlig verändern.“ Vor allem Startups spricht er eine große Rolle zu. „Große Firmen siedeln sich gerne in der Nähe von Startups an. Sie suchen den Austausch. Eine Mischung aus Startups und Grown-Ups führt zum Erfolg“, so Müller weiter.

Ankermieter wird Schneider Electric

Gut 1000 Mitarbeiter sollen in Düsseldorf voraussichtlich vom Ankermieter Schneider Electric kommen. Das Unternehmen sitzt momentan noch in Ratingen und hat dort 750 Mitarbeiter (140.000 Mitarbeiter weltweit) und ist führend in der digitalen Transformation, speziell auf den Gebieten Energy Management und industrielle Automation. Nun wolle man weiter wachsen, so Daniel Rook, Personalvorstand für Schneider Electric in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Der Campus sei genau richtig. Dort könne die Zukunft „für unsere ‘Gernation von morgen’ innovativ gestaltet und vorbereitet werden“. „Wir müssen zwanzig Jahre voraus denken.“

Am Airport freue man sich über die geplante Ansiedlung, so Flughafen-Chef Thomas Schnalke. „Die räumliche Nähe neben Start- und Landebahn sowie dem Fernbahnhof ist für uns sehr attraktiv.“ Zudem habe man dort – in Autobahnnähe – gleich verschiedene Verkehrsanbieter zusammen. Man wolle sich auf „andere Mobilität einlassen“ und im Campus können Ideen entwickelt werden, die für den Airport „lebenswichtig“ sein können.

Davon profitieren die Bürger – Ein Kommentar von Katharina Gilles 

Die Mobilität blickt spannenden Zeiten entgegen, allen voran die viel gepriesene Elektromobilität. In Düsseldorf unternimmt man viel, um Verkehrs- und Klimawende weiter voranzutreiben. Der Innovationscampus bietet dabei eine gute Plattform für Unternehmen und Startups, die im direkten Austausch viel voneinander lernen können. Und davon profitieren die Bürger, die durch Erfindungen eine saubere, gesündere Stadt bekommen. Ein weiterer Schritt in die richtige Richtung und ein starkes Zeichen nach außen.

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