Pflege

Düsseldorf fehlen die Investoren für Altenheime

Die Zahl der Pflegeplätze nimmt in Düsseldorf leicht zu, doch nach Angaben freier Träger fehlten immer noch rund 1000 Plätze.

Die Zahl der Pflegeplätze nimmt in Düsseldorf leicht zu, doch nach Angaben freier Träger fehlten immer noch rund 1000 Plätze.

Foto: Christoph Schmidt

Düsseldorf.   In Düsseldorf gibt es kaum noch Investitionen wegen zu hoher Grundstückskosten – Stadt und freie Träger bauen verschiedene Pflegekonzepte aus.

Der Bedarf an Pflegeplätzen in Düsseldorf bleibt weiter auf einem hohen Niveau. Zwar ist nicht klar, wie hoch die Nachfrage an Plätzen für Senioren in Düsseldorf insgesamt ausfällt, doch ist man sich bei den freien Trägern wie Caritas und Diakonie in Düsseldorf sicher, „dass mindestens tausend Plätze in der stationären Pflege fehlen“, heißt es aus beiden Einrichtungen.

Kaum noch Investoren zu finden

Das alleine ist problematisch für stark wachsende Städte wie Düsseldorf und eine zunehmend älter werdende Bevölkerung. Doch auch in Zukunft wird die Problematik der fehlenden Pflegeplätze kaum behoben werden können. Denn bei der Stadt weiß man: „Im Gegensatz zu zahlreichen Umlandsgemeinden ist die Nachfrage von Investoren in Düsseldorf gering. Wesentlicher Grund dafür sind die Grundstückskosten“, so Sozialdezernent Burkhard Hintzsche auf Anfrage der Fraktion/Freie Wähler in der vergangenen Sitzung des Stadtrats. Der Bau neuer Altenheime dürfte in den nächsten Jahren also auf sich warten lassen.

Neue Gesetze sorgen für Investitionsflaute

Doch nicht nur die steigenden Grundstückskosten sorgen für die Investorenflaute. „Für Verunsicherung mag auch die neue Bauordnung NRW sorgen“, so Hintzsche. Darin wird seit Anfang des Jahres nämlich vorgeschrieben, dass Wohngruppen mit mehr als sechs Mitgliedern als „große Sonderbauten“ zu behandeln sind – und somit höhere Auflagen erfüllt werden müssen. Zudem gibt es seit August vergangenen Jahres härtere Kriterien, die Pflegeeinrichtungen erfüllen müssen: „Die Einzelzimmerquote und die Personenbegrenzungen pro Pflegeeinrichtung tragen sicher nicht dazu bei, dass mehr Investitionen getätigt werden“, sagt Stefanie Krones, Düsseldorfs Diakonie-Vorsitzende.

Die Diakonie verfügt derzeit über sieben stationäre Standorte im Stadtgebiet. „Wir können dadurch 675 Pflegeplätze anbieten“, sagt Krones. Ab Sommer soll zudem das neue Altenheim „Tersteegenhaus“ in Golzheim eröffnet werden, darin soll Platz für 90 weitere Betten geschaffen werden. Die Caritas bietet derzeit 774 Plätze in Pflegeheimen an, 315 Pfleger sind dort beschäftigt. Vier Alten- und Pflegezentren werden neu gebaut, das St. Josef in Oberbilk wird modernisiert und soll im 3. Quartal dieses Jahres wiedereröffnen. „In diesem Jahr schrumpfen die freien Plätze wegen der Umbaumaßnahmen daher auf 760, danach werden sie aber sukzessiv steigen“, so Caritas-Sprecherin Stephanie Agethen. Im Jahr 2023 soll die Zahl der vollen Pflegeplätze dann auf 914 steigen.

Stadt will vermehrt auf andere Pflegekonzepte setzen

Mittlerweile weichen immer mehr Träger und Städte auf die Einrichtung verschiedener Pflegekonzepte aus: „Wir sind mit unterschiedlichen Anbietern im Gespräch zur Realisierung von zusätzlichen stationären Pflegeplätzen, Kurzzeitpflegeplätzen, Tagespflegeeinrichtungen und ambulant betreuten Wohngruppen“, sagt Sozialdezernent Hintzsche. Auch bei der Diakonie will man Konzepte wie die Tagespflege, bei der Menschen nur zu bestimmten Zeiten in der Einrichtung betreut werden, ausbauen: „Es wird politisch auch gefordert, mehr in die ambulante Pflege zu gehen. Wir wollen daher auch unsere teilstationären Angebote ausbauen“, so Krones.

Mit steigendem Pflegebedarf steigt auch die Zahl der Pfleger: „Zur Personalgewinnung haben wir daher Projekte ins Leben gerufen, wie etwa Wohnen für Auszubildende an der Merowinger Straße oder Wohnen für Pflegekräfte an der Torfbruchstraße“, so Hintzsche. Weitere Projekte seien geplant. Zudem sei jetzt schon festzustellen, dass die Zahl der Pflegekräfte stetig steigt.

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