Bürgerbarometer

„Düsseldorf hat punktgenau geplant“

Miriam Koch ist Flüchtlingsbeauftragte der Stadt Düsseldorf.

Miriam Koch ist Flüchtlingsbeauftragte der Stadt Düsseldorf.

Foto: David Bieber

Düsseldorf.  Die Flüchtlingsbeauftragte Miriam Koch im Interview. Gute Noten für die städtische Flüchtlingspolitik.

Ihr Posten wurde während des starken Flüchtlingszuzugs nach Düsseldorf geschaffen. Das war im Februar 2015. Ihr Stellenprofil: Koordinierung des Gesamtpakets der Flüchtlingspolitik in einem ämterübergreifenden Aufgabenportfolio. So steht es zumindest verklausuliert auf der Internetseite der Stadt Düsseldorf. Was heißt das aber konkret? Und wie sieht Miriam Koch als oberste Flüchtlingsbeauftragte der Stadt den Umgang der Stadt mit Flüchtlingen? Wo gibt es Probleme? Dazu sprach David Bieber mit Miriam Koch. Übrigens hat das NRZ-Bürgerbarometer eindeutig gezeigt, dass 47 Prozent den Umgang der Stadt mit Flüchtlingen als gut beurteilt. Nur knapp zehn Prozent gaben schlechte Noten.

Frau Koch, was machen Sie als Flüchtlingsbeauftragte konkret?

Miriam Koch: Ich bin zentrale Ansprechpartnerin in der Flüchtlingspolitik der Stadt. Angefangen von der Leitung des Runden Tisch zum Thema Asyl und der Unterbringung der Flüchtlinge kümmere ich mich auch um die Gesundheitsversorgung, die psychosoziale Betreuung und um die Integration in Schulen.

Wie läuft die Arbeit?

Koch: Wir haben in Düsseldorf ein gut aufgestelltes und breites Netzwerk. Das hilft uns natürlich sehr. Bei der Unterbringung der Flüchtlinge haben wir punktgenau geplant. Wir haben einen guten Mix aus verschieden Gebäuden. Viele helfende Hände arbeiten zudem zusammen und die Bereitschaft in der Bevölkerung zu helfen ist noch da.

Aber das Engagement der Ehrenämtler ist auch rückläufig, oder?

Koch: Ja, das beobachten wir auch. Es ist deutlich weniger geworden. Aber wir haben jetzt auch rückläufige Gesamtzahlen bei den Flüchtlingen seit mehr als drei Monaten.

7400 Flüchtlinge leben in Düsseldorf

Aktuell leben noch 7400 Flüchtlinge in der Stadt. Das Problem, wie man hört, ist, dass mindestens 4000 in eigene Wohnungen leben könnten. Die gibt es aber nicht!

Koch: Stimmt. Wir haben große Probleme, Wohnraum für Flüchtlinge zu finden in der Stadt. Das gilt aber nicht nur für Flüchtlinge. Ich halte die Wohnsitzauflage für Flüchtlinge für falsch. Das schränkt die Freizügigkeit ein und löst das Problem Wohnraum ebenfalls nicht.

Immer wieder hört man von Misshandlungen und Nötigungen in Unterkünften. Ist das auch ein Problem in Düsseldorf?

Koch: Nein, ich habe davon bei uns noch nicht gehört. Zum Glück. Wir denken aber dennoch über Schutzräume für Homosexuelle oder Transsexuelle oder auch misshandelte Frauen nach. Es könnte eine gesondertes Unterkunft für sie geben.

Bald soll es ein neues Amt geben. Was hat es damit auf sich?

Koch: Ab Sommer 2017 wird es ein Amt für Migration und Flüchtlinge geben. Ein BAMF also in Klein. Dort wird an zentraler Stelle die Arbeit koordiniert. Die Ausländerbehörde wird auch dort angesiedelt sein. Auch versucht man den Kontakt zu ehrenamtlichen Initiativen zu verstärken. Man könnte Räume stundenweise für Flüchtlingsinitiativen zur Verfügung stellen. Dann hätte man ein starkes Angebot vor Ort.

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