Hitzewelle

Düsseldorfer Grüne schlagen Hitzeschutz für Sportler vor

Die Hitzewellen der vergangenen beiden Sommer werden sich häufen, daher brauche es ein einheitliches Konzept, um Sportler – besonders Kinder, Jugendliche und Senioren – vor den extremen Temperaturen zu schützen, so die Düsseldorfer Grünen.

Die Hitzewellen der vergangenen beiden Sommer werden sich häufen, daher brauche es ein einheitliches Konzept, um Sportler – besonders Kinder, Jugendliche und Senioren – vor den extremen Temperaturen zu schützen, so die Düsseldorfer Grünen.

Foto: Marijan Murat / dpa

Düsseldorf.  Die heißen Sommer belasten inzwischen auch viele Düsseldorfer. Die Stadt soll nun einheitliche Regelungen treffen, fordern die Grünen.

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Die Hitzewellen im vergangenen Sommer waren auch für Sportler eine Belastung. Besonders für hitzesensible Menschen wie Kinder, Jugendliche oder Senioren stellen die hohen Temperaturen ein Risiko dar. Die Grünen fragen daher im Sportausschuss an, wie die Stadt Veranstalter von Sportveranstaltungen bei extremer Hitze unterstützen kann. Es soll eine der ersten Maßnahmen innerhalb des Klimanotstands werden. „Solche Hitzesommer wie im vergangenen oder diesem Jahr werden in Zukunft öfter vorkommen“, sagt Jörk Cardeneo, grüner Ratsherr und Mitglied im Sportausschuss. „Daher müssen wir überlegen, was für Maßnahmen wir treffen, um Sporttreibende bei extremer Hitze zu schützen und dafür einen Leitfaden entwickeln.“

Ansetzen wo die Stadt direkt helfen kann

In der morgigen Sitzung des Sportausschusses soll die Verwaltung die Anfrage der Grünen beantworten. Darin will die Fraktion vor allem wissen, welche Regelungen die Stadt bereits jetzt den Vereinen, Schulen und Veranstaltern gibt, die Sportveranstaltungen, Trainingseinheiten oder Wettkämpfe bei starken Wärmebelastungen im Freien durchführen. Zudem fragen die Grünen, welche bestehenden Angebote die Verwaltung zur Unterstützung anbieten kann.

Als Marathonläufer habe Cardeneo die Auswirkungen der Hitze bereits selbst miterlebt: „Bei einem Lauf in Chemnitz bei mehr als 33 Grad habe ich gesehen, wie mehrere Läufer umgekippt sind und ins Krankenhaus eingeliefert werden mussten“, so Cardeneo. „Aber mir geht es hier eher um Schulen und Vereine, also da wo die Stadt direkt helfen kann.“

Aktionsplan wie in Frankreich

Die bisherige Praxis bei Sportveranstaltungen zeige, dass auch bei extremer Hitze auf Außenlagen ohne Schatten Sport getrieben werde, heißt es in der Anfrage. Daher käme es regelmäßig zu kollabierenden Kindern, Jugendlichen und auch erwachsenen Sportlern. Die Grünen sehen daher ein einheitliches Vorgehen bei Hitze als sinnvoller an, als Einzelentscheidungen von Trainern. „In Frankreich gibt es eine Hitzeaktionsplanung“, erklärt Cardeneo. „Da wird festgelegt, was bei welchen Temperaturen zu tun ist. Das wäre auch eine Idee für Düsseldorf.“

Einzelentscheidungen bevorzugt

Mehr Mut zur Entscheidung fordert dagegen FDP-Ratsfrau Monika Lehmhaus. Sie sitzt ebenfalls im Sportausschuss und setzt auf Freiwilligkeit. „Wir haben bereits jetzt eine einfache Regelung an Schulen: Die Kinder, denen die Hitze zu viel ist, müssen nicht mitmachen“, sagte Lehmhaus. „Viele Veranstaltungen kann man nicht einfach verschieben, wenn Richtlinien festgelegt sind, weil die Schulen das Jahr durchgeplant haben.“ Außerdem reagiere jeder anders auf die hohen Temperaturen. „Einige empfinden 25 Grad und eine hohe Luftfeuchtigkeit als sehr belastend, andere vielleicht eher 30 Grad und trockene Luft“, so Lehmhaus weiter. „Als Liberale bevorzuge ich daher Einzelentscheidungen und werde mich an einheitlichen Regelungen nicht beteiligen.“

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