Verkehrswende

Verkehrswende: Händler vermissen Alternativen fürs Auto

Park&Ride-Angebote und der ÖPNV sind kaum ausgebaut, kritisieren die Düsseldorfer Einzelhändler. Die Verkehrswende sehen die meisten als gute Sache, doch fehlen ihnen die Alternativen.

Park&Ride-Angebote und der ÖPNV sind kaum ausgebaut, kritisieren die Düsseldorfer Einzelhändler. Die Verkehrswende sehen die meisten als gute Sache, doch fehlen ihnen die Alternativen.

Foto: Olaf Ziegler

Düsseldorf.  Diskussion ums Parken: Viele Einzelhändler kritisieren die Umsetzung der Verkehrswende in Düsseldorf – besonders den fehlenden ÖPNV-Ausbau.

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Die erhöhten Parkgebühren werden in den verschiedenen Stadtteilen unterschiedlich aufgenommen. In den Randbezirken profitiert man von gesenkten Preisen. Gegen die Verkehrswende ist man dort auch nicht. Doch die Händler vermissen die Alternativen zum Auto.

Ein weiteres Malus

Jürgen Hagedorn, Vorsitzender der Interessengemeinschaft „IndividuEller“, sieht mögliche erhöhte Gebühren recht positiv: „Das gereicht uns ja eher zum Vorteil, da der Preis bei uns sinkt“, sagte Hagedorn. „Und wenn wir die Verkehrswende wollen, dann müssen wir auch irgendwo anfangen“, erklärte er. „Aber ich denke nicht, dass sich für den Handel bei uns viel ändern wird.“

Anders sieht das Hans Meijers, Geschäftsführer der Interessengemeinschaft Kö. „Der stationäre Einzelhandel hat es sowieso schon schwer gegen den Onlinehandel. Diese Preiserhöhung wäre ein weiteres Malus für uns“, sagte er. „Für den Standort hier ist das nicht gut.“

Günstigeres Kurzzeitparken

Birgit Neisser, Vorsitzende der Werbegemeinschaft „Wir in Oberkassel“, schlägt günstigeres Kurzzeitparken vor. „Es ist zwar wichtig, dass die Innenstädte nicht so zugeparkt werden, aber wir dürfen die Leute deswegen ja nicht auf die grüne Wiese schicken“, gibt sie zu Bedenken. „Ich könnte mir vorstellen, dass kurzes Parken günstiger bleiben kann“, so Neisser. „Je länger man parkt, desto höher steigt der stündliche Preis. Das kommt Leuten zu Gute, die nur kurz ihr Auto abstellen wollen, um etwas zu besorgen.“ Wichtig sei ihr, die Innenstädte und besonders die Randbezirke attraktiv zu alten. „Schließlich leben wir alle davon.“

Nicht nur Einschränkungen, mehr Lösungen

Positive Alternativen zum Auto fordert derweil Frank Hermsen, Geschäftsführer der Interessengemeinschaft „Altstadt Marketing“. „Wir brauchen nicht immer nur Einschränkungen, sondern müssen auch Lösungen dafür finden, wie wir mit dem Thema Verkehrswende umgehen“, erläuterte Hermsen. „Ich bin nicht gegen die Umweltspur. Diese und höhere Parkgebühren können Bausteine sein. Aber wir brauchen dann auch Alternativen zum Auto“, so Hermsen weiter.

„Diese Alternativen, wie Park&Ride, sollten ausgeweitet werden, bevor man die Preise erhöht“, argumentierte er und schlägt einen weiteren kostenlosen ÖPNV-Tag vor. „Wenn wir das am Autofreien Sonntag gemacht haben, warum wiederholen wir sowas nicht auch mal in der Weihnachtszeit?“

ÖPNV-Preise senken

Auch Thomas Kastner, Vorsitzender der Werbegemeinschaft „Die Friedrichstraße“, fehlen die Alternativen zum Auto. „Wir haben hier in den vergangenen ein bis zwei Jahren durch den Fahrradweg und die Umweltspur schon ziemlich viel wegzustecken gehabt“, berichtete er. „Die Verkehrswende ist ja gut, aber es wirkt alles wie mit der Brechstange herbeigeführt. Damit verschreckt man die Käufer, die spontan durch die Einkaufsstraße bummeln wollen, auch noch“, kritisiert er.

„Wir vermissen die Alternativen. Warum senkt man die ÖPNV-Preise nicht parallel zu den erhöhten Parkgebühren?“ Auch bemängelt er den fehlenden Ausbau der alternativen Angebote. „Die Rheinbahn hat zu wenig Kapazitäten. Wenn ich die Leute vom Auto abbringen will, brauche ich solche Alternativen aber.“

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