Karneval

Düsseldorfer Hoppeditz schimpft über Umweltspur

Der Düsseldorfer Erzschelm Hoppeditz steigt jedes Jahr am 11.11. aus seinem Senftöpfchen.

Der Düsseldorfer Erzschelm Hoppeditz steigt jedes Jahr am 11.11. aus seinem Senftöpfchen.

Foto: Federico Gambarini / dpa

Düsseldorf.  Der Hoppeditz ist in Düsseldorf aus dem Senftopf gestiegen und hat der politischen Obrigkeit die Leviten gelesen. OB Geisel reimt eine Gegenrede.

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Die Narrenzeit hat begonnen: Gestern stieg der Hoppeditz (Karnevalist Tom Bauer) pünktlich am 11.11. und etwas verspätet um kurz nach 11.11 Uhr erst vom E-Scooter in das Senftöpfchen und schimpfte Richtung Rathausbalkon, was die Stadtpolitik so hergab.

Doch zuerst las der Hoppeditz seinen jecken Kollegen aus den Nachbarstädten die Leviten, die die gute alte Karnevalstradition nicht ehren: „Ich kann es kaum fassen, es mich echt bewegt. In Mönchengladbach ham se den 11.11. verlegt. Auf einen Tag vorher, nä wat e Geschiss. Weil da verkaufsoffener Sonntag is.“ Der Erzschelm verglich den Start der fünften Jahreszeit gleich mit anderen Feiertagen, die man ebenfalls praktischerweise ja einfach verschieben könnte.

Die Fahrgemeinschaft als Geschäftsmodell

Erstes Thema der Rathauspolitik war dann die „bekloppte“ Umweltspur, die auch von Fahrgemeinschaften benutzt werden kann. Hoppeditz hat sogleich den „Dritten Mann“ als neuen Berufszweig entdeckt. Den könne man dann beim Jahresausgleich absetzen als „Geisel-Ballast-Umweltsteuer“.

Schon da nicht gut weggekommen war die FDP als „Wendehälse“, weil sie die Spur erstmal erfunden und jetzt dagegen sind. Und auch Marie-Agnes Strack-Zimmermann als OB-Kandidatin der FDP musste Kritik einstecken, weil sie jetzt den Tour de France-Vertrag zu Thema gemacht habe und „über zu viel Veranstaltungen auf der Rheinpromenade“ schimpft. Der Schelm prophezeit sogleich: „So macht man sich Freunde, so wird wie düsseldorfer ob-kandidatin grüßt autofahrer auf umweltspurich’s seh, sie am Ende bestimmt nicht OB.“

Ebenfalls Thema waren Tempo 30 in der Innenstadt und der Stadtstrand, der einer Großstadt wie Düsseldorf nicht würdig sei. Hoppeditz empfahl Thomas Geisel, die Planung für einen neuen Stadtstrand an Helge Achenbach zu geben, der „gern was drauf“ schlägt.

Geisels Aschermittwoch im September

Der Rheinbahn-Chefin Sylvia Lier sagte der Schelm hingegen die letzten Runden mit dem Dienstwagen voraus, doch nicht nur ihr: „Und schau zum Balkon ich, dann denke ich bange 2020 sind Wahlen, Geisel – du hast auch nicht mehr lange… Nur einen Vorteil hast du, das ist doch klar: Dein Aschermittwoch ist erst im September, meiner schon im Februar.“

Allerdings ist auch keine Alternative in Sicht, bei den Grünen und der CDU habe sich noch kein passender OB-Kandidat gefunden: „Wenn das so kommt, steht … rataton… Der Geisel wieder om Balkon.“

Dem rät der Obernarr zudem zu einem Pachterlass in den Rheinterrassen, nachdem Stockheim das Sponsoring aufgekündigt hat.

Zum ersten Mal seit Jahren gab es von Oberbürgermeister Thomas Geisel eine gereimte Gegenrede, die aber deutlich kürzer ausfiel, als die des Hoppeditz. Er sagte scherzhaft in seiner Rede, er habe sich dazu entschlossen, weil „dies Jahr schaut’ ich sodann mir einmal den Kalender an – und stellte fest, mit leichten Qualen: Im nächsten Jahr, da sind schon Wahlen!“ So war das diesjährige Hoppeditz-Erwachsen mit vielen Düsseldorfer Themen gespickt.

Thema der diesjährigen Session: „Unser Rad schlägt um die Welt.“

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