Gesellschaftsspiele

Düsseldorfer kreiert eigene Gesellschaftsspiele

Volker Schächtele aus Düsseldorf mit seinem Spiel „Die Inseln im Nebel“.

Volker Schächtele aus Düsseldorf mit seinem Spiel „Die Inseln im Nebel“.

Foto: Anne Orthen

Düsseldorf.  Der Düsseldorfer Volker Schächtele hat bereits zwei eigene Spiele veröffentlicht und ihm fallen ständig weitere Ideen ein.

Eigentlich hatte Volker Schächtele das Spielen schon aufgegeben. Nicht, weil er genug davon hatte, es ihm keinen Spaß mehr bereitete. Aber er hatte andere Hobbys als Gesellschaftsspiele, Musik zum Beispiel und er hatte geheiratet, seine Frau war keine sonderlich leidenschaftliche Spielerin. Und so verstaubten die Brettspiele für 15 Jahre im Regal, er rührte sie kaum mehr an. Bis zum Jahr 2008. Dann fing er wieder an, traf sich in Spielclubs und vor allem privat mit Freunden, um seine alte Leidenschaft wieder aufleben zu lassen: Das Gesellschaftsspiel.

Bereits als Kind spielte Schächtele gerne

Schächtele, 56 Jahre alt, ist in Düsseldorf geboren und hat die Stadt nie wirklich verlassen. Er wohnt in einer Wohnung in Itter, ländliche Gegend, gegenüber des Hauses grasen Pferde. Schon als Kind spielte er oft und gerne, vor allem mit Schulfreunden, in der Pause oder nach Schulschluss. „Wenn wir mal als Familie gespielt haben, war das ein absolutes Highlight“, sagt Schächtele. Die Klassiker wie „Scotland Yard“ „Cluedo“ oder „Sagaland“ waren seine Lieblinge. Was Schächtele bei Gesellschaftsspielen am meisten fasziniert ist, „das Leben, das Eintauchen in eine andere Welt“, sagt er. Doch das pure Eintauchen in die andere Welt reichte ihm schon früh nicht mehr. Er fand Spaß daran, die Spiele zu verändern und schuf eigene Regeln, schon als Jugendlicher.

Sein erstes Spiel kam nach langer Wartezeit heraus

Im Jahr 2011 schließlich, 18 Jahre nachdem er das Spielbrett für lange Zeit zurück in die Verpackung gelegt hat und drei Jahre nach seinem Spielcomeback, schuf er sein erstes eigenes Spiel. „Queens Architect“ heißt es. Ziel ist es, Bauwerke mit mehreren Handwerkern zu bauen, sich so Ruhm zu erarbeiten und in der Gunst der Königin aufzusteigen. Hat man sich hochgearbeitet, darf man den Palast der Königin bauen und hat gewonnen. Schächtele ging 2011 mit dem Prototyp von „Queens Architect“ zur Essener Spielmesse, der weltweit größten Publikumsmesse für Brettspiele und trat an einen Verlag ran. Er bekam einen Termin bei Queens Games und stelle seinen Prototyp vor. Der Spielverlag reagierte positiv und versprach, das Spiel rauszubringen. Dann wartete Schächtele, wurde immer wieder vertröstet, die Veröffentlichung wurde nach hinten geschoben. Nach vier Jahren war es dann doch so weit, 2015 kam Queens Architect auf den Markt. Insgesamt wurde es über 10.000 Mal verkauft.

Davon leben kann Schächtele nicht. „Das ist aber bei 99 Prozent der Spielautoren so“, sagt er. Hauptberuflich ist Schächtele selbstständiger Grafikdesigner, Spiele erfindet er quasi nebenbei. Insgesamt hat er zwölf Prototypen erstellt und zwei Spiele auf den Markt gebracht.

Die Ideen dafür fallen ihm einfach ein, er habe durchgehend welche, sagt er. „Man kann aus allem ein Spiel machen“, sagt Schächtele.

Freunde testen neue Spiele

Die zweite Idee, die er nicht nur ein Prototyp wurde, sondern auch in den Verkauf kam, heißt „Die Inseln im Nebel“. Das Brettspiel kam dieses Jahr heraus, Herausgeber ist Schmidt-Spiele. Kurz zusammengefasst funktioniert es so: Mithilfe eines Ballons muss eine Insel ausgekundschaftet werden, die anfangs noch fast komplett im Nebel liegt. Durch den Wind bewegen sich die Spieler ihre Ballons auf dem Spielbrett und entdecken so immer weiter die Insel.

Und auch Schächteles nächste Idee steht schon in den Startlöchern. Am 24. Oktober beginnt die diesjährige Essener Spielmesse, hier will Schächtele Verlagen den Prototyp seines neuen Spiels „Sheppard-Ship“ anbieten. Wie bei all seinen Werken dienten seine Freunde als Tester. Wenn er einen Spieleabend macht, bringt er auch meistens seine eigenen Ideen mit und lässt seine Freunde das Spiel ausprobieren.

Volker Schächtele hat das Gesellschaftsspiel also nicht aufgegeben. Im Gegenteil, er lebt dafür. Nur seine Frau ist immer noch nicht ganz überzeugt. „Wenn ich mit einer neuen Spielidee komme, rollt sie immer mit den Augen“, sagt er. Trotzdem macht sie oft mit und gibt im Feedback. Ihre Kritik ist Schächtele besonders wichtig.

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