Tour de France

Düsseldorfer sind geteilter Meinung über Grand Départ

Foto: Maja Hitij

Düsseldorf.   Kaum ein Thema bewegt dieses Jahr die Düsseldorfer so sehr wie der Grand Départ. 42 Prozent freuen sich darauf, ein Drittel ist dagegen.

Kaum ein Thema bewegt dieses Jahr die Düsseldorfer so sehr wie der Grand Départ (GD) im Juli. Wie das NRZ-Bürgerbarometer zeigt, hat fast jeder Düsseldorfer eine Meinung zum Auftakt der Tour de France. Nur drei Prozent äußerten sich nicht.

Internationales Prestige für Stadt

Die Stadt und der OB werben seit Monaten massiv für das Großereignis, das vom 29. Juni bis 2. Juli erstmals nach 30 Jahren wieder in Deutschland startet. „Der Start der legendären Frankreich-Rundfahrt ist eine große Chance für die Landeshauptstadt – für unser Stadtmarketing, für Düsseldorf als sportbegeisterte Kommune und als 630 000-Einwohner Metropole, die bewusst das Fahrrad als Verkehrsmittel fördern möchte“, lobt Geisel „seine“ Tour, denn er hat den GD nach Düsseldorf geholt. Auch bei vielen Düsseldorfern ist die Vorfreude auf die Frankreich-Rundfahrt groß wie auch unser Bürgerbarometer offenlegt.

42 Prozent finden es gut oder sogar sehr gut, dass die 104. Tour in der Landeshauptstadt beginnt. Es sind vor allem viele junge Menschen unter 30 Jahre, die dem Radsport-Klassiker entgegenfiebern. Interessant: Die Bewohner aus dem Düsseldorfer Norden, die die Arbeit von OB Geisel am kritischsten beäugen und auch die Radwege-Politik des OBs kritisieren, sehen den Tour-Start in Düsseldorf positiv.

32 Prozent gegen Grand Départ

Hingegen darf nicht verschwiegen werden, dass es dennoch eine breite Masse an Kritikern des GD, der mehr als sieben Millionen Euro in die Kasse der Stadt einspülen soll, gibt. 32 Prozent, also knapp ein Drittel, finden es schlecht, dass der Tour-Start in Düsseldorf stattfindet – mehr Frauen als Männer und mehr Ältere als Jüngere sind es unter den Kritikern. Ob sie generell die Tour ablehnen, ist jedoch unklar. „Wir haben nichts gegen die Tour, nur die vielen Millionen (13 Millionen Euro) für ein Prestigeprojekt auszugeben, halten wir für falsch“, sagt Linken-Politikerin Özlem Demirel. Ihre Partei bemängelt vor allem, dass das viele Geld an anderer Stelle wie im Breitensport oder beim Ausbau der Radwege besser aufgehoben wäre.

24 Prozent der Düsseldorfer indifferent

Viele Bürger haben zudem Bedenken ob der Straßensperrungen am Tour-Wochenende. Die Stadt informiert zwar die Bürger in den betroffenen Stadtteilen über Streckenverlauf und etwaige Sperrungen, jedoch wird es zu Wartezeiten und Staus kommen.

Wie die Stimmung bei den Düsseldorfern dann sein wird, wird maßgeblich von der Organisation sowie der Kommunikation an den Streckenabschnitten durch die vielen freiwilligen Helfer abhängen – und natürlich auch vom Veranstaltungsteam. 24 Prozent der Düsseldorfer sehen allerdings den Tour-Start, der weltweit übertragen wird, indifferent – also weder gut noch schlecht. Dieses knappe Viertel muss erst überzeugt werden. Wahrscheinlich wird sich nach der Tour noch ein eindeutigeres Stimmungsbild unter den Düsseldorfer abzeichnen – dann zu Gunsten oder zu Lasten der Tour.

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