Partei-Vize

Düsseldorfer Sozialdemokraten unterstützen Kevin Kühnert

Kevin Kühnert (SPD), Bundesvorsitzender der Jusos, möchte Partei-Vize werden.

Kevin Kühnert (SPD), Bundesvorsitzender der Jusos, möchte Partei-Vize werden.

Foto: Gregor Fischer / dpa

Düsseldorf.  Der Juso-Chef Kevin Kühnert möchte SPD-Vizevorsitzender werden. Das wäre eine Premiere. Aus Düsseldorf bekommt er dafür aber viel Unterstützung

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Juso-Chef Kevin Kühnert kandidiert für das Amt des SPD-Vizevorsitzenden. Bei dem Parteitag am Freitag will er sich zur Wahl stellen. Es wäre das erste Mal, dass ein Juso-Chef einen Vizeposten in der Parteispitze hat. Dass Kühnert nun kandidiert, kommt nicht überraschend, gilt er doch aus einer der wichtigsten Unterstützer des neuen Führungsduos Saskia Esken und Norbert Walter-Borjans. Auch die Düsseldorfer Sozialdemokraten würde eine solche Kandidatur begrüßen.

Düsseldorfer Jusos: „Kühnert ist hoch angesehen“

Die Düsseldorfer Jusos erhoffen eine erfolgreiche Kandidatur ihres Bundesvorsitzenden, Kevin Kühnert. „Neben der personellen Neuaufstellung muss nun allerdings auch die inhaltliche Konsolidierung erfolgen“, erklärt Fabian Pramel, Teil der Doppelspitze bei den Jusos Düsseldorf. Kühnert sei „nicht nur als Juso und inhaltlich bei anderen Jusos hoch angesehen“. Es gebe „in der Gesellschaft wenige Genossen, die sich so für die sozialdemokratischen Werte einsetzen wie er“.

Zwar gibt Pramel zu, dass „nicht jedem Kühnerts Art und Weise gefällt“, er stehe jedoch hinter seinen Forderungen. Für den Düsseldorfer Juso-Chef ist es zudem wichtig, dass wieder mehr „rote Linien“ gezogen werden und die Unterschiede etwa zur CDU deutlicher werden.

Zudem stehen einige inhaltliche Forderungen im Raum, „aber man wird heutzutage schon linksradikal genannt, wenn man möchte, dass Menschen ihre Wohnung bezahlen können“. Dennoch sei das ein Punkt, an dem gearbeitet werden müsse.

Kühnert habe neue Parteispitze „am meisten unterstützt“

Karl-Heinz Krems, stellvertretender Vorsitzender der Düsseldorfer SPD, findet ebenfalls, dass eine Kandidatur Kühnerts eine „konsequente Entscheidung“ sei. Gerade auch mit Blick auf das neue Führungsduo. „Die Jusos und gerade er haben dabei eine wichtige Rolle gespielt“, so Krems, der sogar soweit zu sagen, dass Kühnert derjenige war, „der sie am meisten unterstützt hat“. Gleichzeitig sei innerhalb der Partei und vor allem in den Führungsreihen ein „klares Bekenntnis von allen Seiten“ wichtig und das „alle an einem Strang ziehen“.

„Begeistert“ von der Kandidatur zeigt sich Annika Maus, ebenfalls stellvertretende Vorsitzende der Düsseldorfer Sozialdemokraten. Sie findet Kühnert „super kompetent“. Zwar gehen die neuen SPD-Chefs und Kühnert in eine „ähnliche Richtung, leicht wird es aber trotzdem nicht“, glaubt Maus. Dennoch vermutet sie eine mehr linksorientierte Ausrichtung ihrer Partei.

„Gut, dass sich die Jugend bewegt und so engagiert“

Udo Skalnik, Bezirksvertreter für Benrath und Urdenbach, findet das Vorhaben ebenfalls gut. Hier habe man Esken und Walter-Borjans bewusst gewählt, da sie einen Neuanfang wollen – dafür stehe auch Kevin Kühnert. Besonders gefällt Skalnik, dass mit dem 30-jährigen Kühnert ein junger Mensch diesen Posten anstrebt. Generell begrüßt er es und sieht es mit „Freude und Wohlwollen, dass sich die Jugend bewegt und so engagiert“.

Skalnik sei war nicht immer mit allen Positionen einverstanden, die Juso-Chef Kühnert vertritt, dennoch befürwortet er ihn. Auch er glaubt, dass sich die Partei „weiter links positionieren“ werde. „Das finde ich aber sehr gut so, dass ist über viele Jahre leider nicht so gewesen“, so Skalnik. Mit diesem Ansatz können die Sozialdemokraten wieder zu ihren Ursprüngen zurückkehren.

Marina Spillner: „Die SPD muss jünger werden“

„Die SPD muss jünger werden – und das ist ein wichtiges Argument“, meint Bezirksbürgermeisterin: Marina Spillner, die die Kandidatur ebenfalls begrüßt. Zwar müsse die Partei „auch weiblicher werden“, daran muss man aber noch arbeiten. Unterstützung findet Kühnert bei ihr, da er „eine ganze Menge Debatten angestoßen hat und sich viel in der Öffentlichkeit eingebracht“ habe. „Er ist mittlerweile einer der bekanntesten SPD-Politiker im Land“, stellt Spillner fest, die anmerkt, dass er auch als kritische Stimme zählt. Als Ergebnis aus all dem sei es nur recht und billig, dass er einen Platz im Vorstand bekomme.

Für wichtig erachtet Spillner zudem, dass er gut mit der neuen Führungs-Doppelspitze auskommt. „Es ist besser, wenn man gut miteinander klarkommt, statt sich ständig gegenseitig zu bekriegen.“ Gleichzeitig brauchen die Sozialdemokraten „einen neuen Schub“ und ein „linkes Profil ist für die Partei gut“. Denn „ein ‘Weiter so’ kann es nicht mehr geben.“

Dass mit Kühnert „junges Blut“ in die Führungsetage kommen könnte, begrüßt auch Ralf Thomas, Bezirksbürgermeister im Stadtbezirk 6. Der Juso habe „am meisten dafür getan“.

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