Walk for Freedom

Düsseldorfs stiller Protest gegen den Menschenhandel

Der „Walk for Freedom“ in Düsseldorf vor zwei Jahren auf dem Schadowplatz: Die Aktivisten haben sich mit gelben Bändern den Mund bedeckt und sprechen nicht.

Der „Walk for Freedom“ in Düsseldorf vor zwei Jahren auf dem Schadowplatz: Die Aktivisten haben sich mit gelben Bändern den Mund bedeckt und sprechen nicht.

Foto: Jens Schmitt / A21 Düsseldorf

Düsseldorf.  Sie sind still, sie tragen schwarz und sie demonstrieren gegen die moderne Sklaverei. Am 19. Oktober läuft der Walk for Freedom durch Düsseldorf.

Beim weltweiten „Walk for Freedom“ am 19. Oktober in Düsseldorf setzen Aktivisten ein Zeichen gegen Menschenhandel. Die Teilnehmer tragen schwarze Kleidung und laufen in einer langen Reihe hintereinander.

Treffpunkt ist auch in diesem Jahr wieder am Schadowplatz in Düsseldorf, im vergangenen Jahr marschierten dort rund 300 Demonstranten gegen moderne Sklaverei. Die Demonstranten schweigen während des Laufs als Zeichen für die Opfer von Menschenhandel, die keine Stimme haben. Organisator ist der Verein Windrose: „Wir alle kämpfen gemeinsam dafür, moderne Sklaverei weltweit zu beenden“, erklärt Kerstin Schmitt, Vorsitzende des Vereins.

Düsseldorfer Verein Windrose

Der Verein Windrose e.V. aus Düsseldorf engagiert sich gegen Menschenhandel und Zwangsprostitution und nutzt die Organisation des jährlichen „Walk for Freedom“ unter dem Dach der Organisation A21, um auf das Thema aufmerksam zu machen. Die Schirmherrschaft der Düsseldorfer Veranstaltung hat Oberbürgermeister Thomas Geisel inne.

Für das leibliche Wohl der Demonstranten sorgen Food-Trucks. Außerdem werden Organisationen, wie das Taschenlabel „KitePride“ vor Ort sein, das Prostituierte durch Arbeitsangebote beim Ausstieg aus der Prostitution unterstützt. In Deutschland gibt es „Walks“ in 28 Städten: In NRW neu hinzugekommen sind Köln, Bonn, Dortmund und Siegen. „Vielen Menschen ist das Problem nicht bewusst, aber es betrifft auch unser Land und sogar unsere Region“, sagt Kerstin Schmitt.

Ein Viertel der Opfer sind Kinder

Moderne Sklaverei ist heute eine 150 Milliarden Dollar-Industrie weltweit. Laut aktuellen UN-Schätzungen leben mittlerweile rund 40 Millionen Menschen in modernen Formen von Sklaverei – ein Viertel davon sind Kinder. Aber nur ein Prozent der Opfer wird gerettet.

In europäischen Ländern besteht Menschenhandel vor allem in Form sexueller Ausbeutung und Ausbeutung der Arbeitskraft. Menschenhandel zur sexuellen Ausbeutung ist laut UN die meist identifizierte Form von Menschenhandel weltweit. Zum „Walk For Freedom“ ruft die Organisation A21 auf, die weltweit Menschenhandel bekämpft. Ziel ist es, auf die Millionen Männer, Frauen und Kinder aufmerksam zu machen, die heutzutage in Sklaverei gefangen sind, so die Organisatoren. „Wir sind überzeugt, dass diese Aktion den Anstoß geben wird zur Rettung und Wiederherstellung von Menschen, die ausgebeutet werden“, sagt Kerstin Schmitt.

„Auf ein Problem aufmerksam zu machen, ist der erste Schritt zur Prävention“, so Schmitt.

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