Arbeit

Es gibt immer mehr befristete Jobs in Düsseldorf

DGB-Chefin Sigrid Wolf macht auf das Problem der befristeten Jobs aufmerksam.

DGB-Chefin Sigrid Wolf macht auf das Problem der befristeten Jobs aufmerksam.

Foto: Stephan Wappner

Düsseldorf.  42,4 Prozent der neuen Arbeitsverträge in der Landeshauptstadt sind zeitlich befristet. Das kritisiert Sigrid Wolf, DGB-Chefin in Düsseldorf.

2018 waren 42,4 Prozent aller sozialversicherungspflichtigen Neueinstellungen in Düsseldorf befristet. Besonders betroffen sind Arbeitsstellen im Bereich Erziehung und Unterricht, wo inzwischen fast 77 Prozent aller neuen Arbeitsverträge befristet sind. Diese Zahlen teilte am Donnerstag Sigrid Wolf mit, Stadtverbandsvorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB).

Befristungen sind längst keine Trend-Erscheinung mehr

Überdurchschnittlich von Befristungen betroffen seien auch Beschäftigte unter 25 Jahren (56,8 Prozent) und solche, die eine Tätigkeit im Helferbereich (56,5 Prozent) ausüben. „Auffallend ist, dass fast 39 Prozent aller neu eingestellten Fachkräfte in Düsseldorf einen zeitlich begrenzten Arbeitsvertrag erhalten. Die insgesamt hohen Zahlen verdeutlichen, dass Befristungen längst keine Trend-Erscheinung mehr ist, sondern ein Massenphänomen“, so Wolf.

Wer befristet ist, kann auch in anderen Lebensbereichen nicht langfristig planen. Knapp 80 Prozent der befristeten Verträge in Deutschland haben eine Laufzeit von unter zwei Jahren (Statistisches Bundesamt 2017). Schwierigkeiten bei der Wohnungssuche oder beim Versuch einer Kreditaufnahme sind die Folgen.

Durch derartige Verträge werden Ehe- und Familienplanung erschwert

Für ausländische Beschäftigte kann eine Befristung nach mehreren Jahren Aufenthalt darüber entscheiden, ob sie auf Dauer in Deutschland bleiben können oder nicht. Auch Ehe und Familienplanung werden dadurch erschwert. Eine Befragung des DGB Index gute Arbeit stellt fest, dass Zukunftssorgen bei befristet Beschäftigten deutlich weiter verbreitet sind als bei unbefristeten.

Sigrid Wolf: „Jetzt müssen endlich taten folgen!“

„Wir können es nicht hinnehmen, dass immer mehr Beschäftigte Angst um ihre Arbeit und ihre Zukunft haben müssen“, sagt die DGB-Chefin. „Die Regierungsparteien haben im Koalitionsvertrag vereinbart, den Missbrauch von jahrelangen Kettenbefristungen und von Befristungen ohne Sachgrund abzuschaffen. Nach der parlamentarischen Sommerpause müssen endlich Taten folgen.“ Denn ,,Gute Arbeit‘‘ müsse auch unbefristete Arbeit mit Perspektiven bedeuten.

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