Personalsuche

Feuerwehr Düsseldorf fehlen 30 Leute

Die Höhenretter der Feuerwehr bei der Übung am Hochhaus der Ergo – eine Aufgabe, die sicher nichts für schwache Nerven ist.

Die Höhenretter der Feuerwehr bei der Übung am Hochhaus der Ergo – eine Aufgabe, die sicher nichts für schwache Nerven ist.

Foto: Andreas Bretz

Düsseldorf.  Andere Mitarbeiter müssen diese Lücke mit Mehrarbeit kompensieren, die Suche nach neuen Einsatzkräften sei schwierig, so der Feuerwehrchef.

In den kommenden Jahren gehen die Feuerwehrleute der geburtenstarken Jahrgänge in Rente. Für die Berufsfeuerwehr ist das ein Problem: Schon jetzt sind 30 Stellen unbesetzt, zehn mehr als vor einem Jahr, und bis 2023 werden 60 Mitarbeiter fehlen.

„Wir verlieren nicht nur einen ungeheuren Erfahrungsschatz“, sagt Feuerwehrchef David von der Lieth. „Unsere Leute müssen diese Abgänge auch durch Mehrarbeit kompensieren – denn es wird immer schwerer, Mitarbeiter zu finden.“ Noch sei die Lage nicht dramatisch. „Aber gut ist das nicht.“

Kleine Städte investieren mehr

Eine Entwicklung, die seit einigen Jahren auch anderen Berufsfeuerwehren in Großstädten zu schaffen macht. Seit kleinere Städte mehr in Rettungsdienst und Feuerwehr investieren, haben die Arbeitnehmer freie Wahl. Deshalb sind es nicht nur die künftigen Pensionäre, die von der Lieth Sorgen bereiten, sondern die Zahl der Kollegen, die überraschend kündigen. „Früher haben wir da etwa vier Fälle im Jahr einkalkuliert, heute müssen wir mit dem Vierfachen rechnen.“

Die Gründe, aus denen die Kollegen gehen, hätten selten mit der Feuerwehr Düsseldorf zu tun. „Junge Leute wollen auch mal in einer anderen Großstadtfeuerwehr arbeiten, langjährige Pendler endlich mal mit dem Fahrrad zum Dienst nah an Zuhause fahren können, Andere haben familiäre Gründe“, sagt von der Lieth, der deshalb mit der Stadt und seinem Team daran arbeitet, die Düsseldorfer Feuerwehr als Arbeitsgeber attraktiver zu machen.

Es gibt ein Rückkehrrecht

Als erstes gibt es inzwischen für die Abgänger ein Rückkehrrecht. Wer nach ein paar Jahren Dienst in der Fremde heim nach Düsseldorf möchte, hat dazu auch die Möglichkeit. Zweitens wurde die Liste der Berufsausbildungen, die als Grundlage für die Feuerwehrlehre akzeptiert wurden, deutlich erweitert worden. Bislang konnten sich ausschließlich Handwerksgesellen nach dreijähriger Lehre bewerben. Jetzt öffnet sich die Feuerwehr für Gesellen aus allen anerkannten Ausbildungsberufen, auch wenn die Lehre nur zwei Jahre gedauert hat. „In jeder Ausbildung erwerben die Menschen doch nützliche Fähigkeiten. Und das feuerwehrtechnische Knowhow bekommen sie dann sowieso von uns“, sagt von der Lieth.

Ein weiteres Bonbon für Berufsfeuerwehrleute in Düsseldorf: Die Möglichkeit zum Studium. Die Stadt vergibt für zwei Bewerber pro Jahr Stipendien für ein Medizinpädagogik-Studium, das zum Unterricht an der Rettungsdienstschule qualifiziert. Derzeit studieren die ersten beiden Feuerwehrleute berufsbegleitend an der Fachhochschule, weitere Fächer sind denkbar. Auch Werkstudenten für die Feuerwehr zu gewinnen werde derzeit überlegt, sagt von der Lieth. „Wir entwickeln gerade mit der Stadt neue Modelle zur Fort- und Weiterbildung.“ Denn die fördert die Karrierechancen, und die sind auch bei der Feuerwehr gefragt.

Von der Lieth: „Bekennen uns klar zum Rettungsdienst“

Und in einem weiteren Punkt will es die Düsseldorfer Wehr Bewerbern leichter machen: Wer die Brandmeister-Ausbildung, nicht aber die zum Notfallsanitäter hat, wird dennoch eingestellt – allerdings nur, wenn er die Qualifikation nachholt. „Wir bekennen uns klar zum Rettungsdienst und sind stolz darauf, dass unsere Feuerwehrleute alle auch medizinisch helfen können“, sagt von der Lieth. Und schließlich hat die Feuerwehr ihre Ausbildungsquote erhöht. Im April und Oktober beginnen jeweils 29 Feuerwehrlehrlinge, teils mit abgeschlossener Berufsausbildung,. teils Schulabgänger.

Neu ist, dass sämtliche angehenden Brandmeister für den Eigenbedarf ausgebildet werden, bislang war immer die Hälfte der Plätze für Feuerwehren in den Nachbarkommunen reserviert. Die müssen sich nun erst einmal selbst kümmern. „Das tut uns sehr leid und ist uns auch nicht leichtgefallen“, sagt von der Lieth. „Aber wir brauchen alle Plätze, um unsere Personallücken mit eigenen Kräften wieder füllen zu können.“

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