Welt-Aids-Tag

Jedes Jahr gibt es neue HIV-Infektionen in Düsseldorf

Von links nach rechts: Dirk Jehle (Personalrat in der Stadtverwaltung), Gabriele Becker (Fachstelle Sexuelle Gesundheit),  Andreas Meyer-Falcke (Beigeordneter der Stadt Düsseldorf für Gesundheit) und Klaus Göbels (Leiter des Gesundheitsamtes) präsentieren die Postkarten.

Von links nach rechts: Dirk Jehle (Personalrat in der Stadtverwaltung), Gabriele Becker (Fachstelle Sexuelle Gesundheit), Andreas Meyer-Falcke (Beigeordneter der Stadt Düsseldorf für Gesundheit) und Klaus Göbels (Leiter des Gesundheitsamtes) präsentieren die Postkarten.

Foto: MICHAEL_GSTETTENBAUER / Stadt Düsseldorf

Düsseldorf.  Früher war HIV ein Todesurteil, heute ist ein langes Leben möglich. Mit 20.000 Postkarten will die Stadt Düsseldorf über das Virus aufklären.

HIV kommt pro 100.000 Einwohner in Düsseldorf häufiger vor als in vielen anderen Großstädten. Der Anteil der Personen, die den HI-Virus in sich tragen, ist unter 100.000 Menschen in der Landeshauptstadt im Vergleich zum Anteil am Landesdurchschnitt in NRW mehr als doppelt so hoch. Im vergangenen Jahr sind 110 Frauen oder Männer nachweislich aufgrund von HIV in Nordrhein-Westfalen gestorben, Deutschlandweit gab es 440 Todesfälle. Die Dunkelziffer liegt oft deutlich höher.

Langes Leben mit Medikamenten

Während vor 30 oder 40 Jahren ein positiver HIV-Test meist noch einem Todesurteil gleich kam, können Betroffene mit den richtigen Medikamenten heute ein langes Leben mit vergleichsweise wenigen Einschränkungen führen.

Damit eine Behandlung gegen HIV oder sogar gegen das durch das Virus ausgelöste Immunschwäche-Syndrom (Aids) erfolgreich verläuft, ist allerdings eine frühzeitige Erkennung notwendig. Auf das Thema Aids/ HIV will das Düsseldorfer Gesundheitsamt anlässlich des Welt-Aids-Tages am 1. Dezember mit der Kampagne „Schon getestet?“ aufmerksam machen. „20.000 Postkarten werden dazu kostenlos in Kneipen, Bars, Cafés oder anderen Einrichtungen in den entsprechenden Displays liegen“, erklärt der Beigeordnete für Gesundheit, Andreas Meyer-Falcke.

Mehr als 87.900 Menschen mit HIV – bundesweit

Bundesweit sollen laut Robert Koch Institut mehr als 87.900 Menschen HIV haben. Konservative Schätzungen gehen davon aus, dass etwa 10.000 Frauen und Männer nicht wissen, dass sie das Virus in sich tragen. Im Jahr 2018 soll es schätzungsweise 2400 Neuinfektionen bundesweit gegeben haben; in Düsseldorf Laut Aidshilfe Düsseldorf gab es im vergangenen Jahr 43 Neuinfektionen in Düsseldorf, die Zahl für dieses Jahr liegt bei 34 und ist vorläufig.

Damit liegt die Quote mittlerweile deutlich unter der des Jahres 2014 (74 Neuinfektionen). Trotzdem steigt die Zahl der Männer und Frauen in der Stadt, die mit dem HI-Virus leben. „Das liegt natürlich daran, dass die Menschen mit HIV auch lange leben können.

Dank der Medikamente bei richtiger Anwendung wird das Virus im Körper gedrückt, so dass nicht nur das eigene Leben lange dauern kann, sondern auch die Ansteckungsgefahr deutlich sinken kann“, erklärt Klaus Göbels, Leiter des Gesundheitsamtes der Stadt Düsseldorf.

Stadt will Vorurteile abbauen

Die Verwaltung will nicht nur über das Virus und die Folgeerkrankungen aufmerksam machen, sondern auch Vorurteile gegenüber Erkrankten oder Betroffenen abbauen. Dirk Jehle, Mitglied im Personalrat der Verwaltung, hat dazu schon 2016 gemeinsam mit Kollegen verbindliche Richtlinien verfasst.

Diese sollen nicht nur betroffenen Mitarbeitern einen diskriminierungsfreien Arbeitsplatz ermöglichen, sondern auch die Verwaltungsangestellten im Umgang im HIV-infizierten Bürgern sensibilisieren. „HIV oder Aids sind heute nicht anders als andere chronische Erkrankungen“, sagt Jehle.

Eine Pflicht, die eigene Erkrankung öffentlich zu machen, besteht indes nicht. Genauso wenig dürfen aber Nachteile entstehen, wenn jemand offen über seine Erkrankungen spricht. Dazu hat sich die Stadtverwaltung verpflichtet.

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