DeinVotum19

Jusos entwickeln Wahlhilfe für den SPD-Parteivorsitz

Wer bekommt den Parteivorsitz bei den Sozialdemokraten?

Wer bekommt den Parteivorsitz bei den Sozialdemokraten?

Foto: Christoph Schmidt / dpa

Düsseldorf.  Fünf Düsseldorfer Jusos sammelten für eine Online-Wahlhilfe 65 Fragen an die kandidierenden Teams um den Parteivorsitz.

Um den Parteimitgliedern die Wahlentscheidung für den Parteivorsitz der SPD zu erleichtern, haben die Jusos Düsseldorf in einem partizipativen Projekt die Online-Wahlhilfe „DeinVotum19“ entwickelt. Die Wahlhilfe ermöglicht den Vergleich der eigenen politischen Standpunkte mit denen der Kandidierenden.

Ähnlich wie der „Wahl-O-Mat“

Die Geschichte von „DeinVotum19“ begann mit einer fixen Idee. Claus-Georg Nolte, Juso aus Düsseldorf und Initiator des Projekts, fragte bei Twitter, ob ein Wahl-O-Mat für die Wahl zum Vorsitz der SPD sinnvoll sei. Man diskutierte ohne Absicht zur Verwirklichung, bis man in einer kleinen Gruppe feststellte, dass man selbst eine Wahlhilfe auf die Beine stellen könne. Es war aber von Beginn an klar, dass die Wahlhilfe einen eigenen Ansatz verfolgen würde. „Bei der Findung möglicher Thesen und Auswahl der für diese Wahl entscheidenden Fragen, haben wir auf die potenziellen Nutzer vertraut“, stellt Thalke Iggena dar. Man habe demnach keinen politikwissenschaftlichen Anspruch formuliert, sondern einen partizipativen Ansatz über das Internet gewählt.

Interessierte wurden eingeladen, dem „DeinVotum19“-Team ihre Fragen und Thesen an die Kandidierenden zuzusenden. Über 160 Stück kamen so zusammen. Nach einer redaktionellen Überarbeitung durch das Team wurden die Thesen in einem zweiten Schritt durch interessierte Nutzer priorisiert.

65 Fragen an die Sozialdemokraten

Letztlich standen 65 für Sozialdemokraten wichtige Fragen an die zukünftigen Parteivorsitzenden fest, die sogleich an die Kandidierenden versandt wurden. Dann begann das große Zittern. Eine erste Frist verstrich und nur ein Team hatte die Fragen beantwortet. Daniel Becker kann dies rückwirkend nachvollziehen: „Wir mussten selbstverständlich Bedenken ausräumen. Unser partizipativer Ansatz war den Teams nicht vertraut und wir agierten unabhängig von jedweden SPD-Gliederungen.“

Zudem wären die Teams aufgrund der 23 Regionalkonferenzen sowie unzähligen Anfragen zur inhaltlichen Positionierung durch in der Partei konstituierte Arbeitskreise und -gemeinschaften zeitlich arg belastet worden. Inzwischen haben, mit Ausnahme von Klara Geywitz und Olaf Scholz, alle Teams ihre Antworten eingereicht.

Keine Vor- oder Nachteile durch Wahlhilfe

Das Team von „DeinVotum19“ hat sich ein striktes Fairnessgebot auferlegt. Die Kandidierenden für den Parteivorsitz sollen durch die Wahlhilfe keine Vor- oder Nachteile erfahren. Die Teams konnten neben ihrer grundsätzlichen Antwort mit Ja, Nein und Enthaltung ihre Position zusätzlich in 400 Zeichen begründen. Bei Überschreitungen agierte das Team streng – denn es werden dann nur die ersten 400 Zeichen der Antwort dargestellt.

Die Wahlhilfe ermöglicht den Nutzern eine schnelle Gegenüberstellung der eigenen Positionen mit denen der Teams. Am Ende wird nicht nur die Prozentzahl der Übereinstimmung mit den Teams angezeigt, sondern auch deren und das eigene Abstimmungsverhalten in einer Gegenüberstellung.

Die Wahlhilfe gibt’s auf www.deinvotum19.de/vote.

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