Kinderschutz

Kinderschutzfamilien in Düsseldorf gesucht

Das Team der AWO-Kinderschutzfamilien: (v.l.): Johannes Brecklinghaus, Petra Meiers und Andreas Bruneau.

Das Team der AWO-Kinderschutzfamilien: (v.l.): Johannes Brecklinghaus, Petra Meiers und Andreas Bruneau.

Foto: AWO Düsseldorf

Düsseldorf.  Die Awo Düsseldorf sucht Familien für die Bereitschaftspflege von Kindern, die das Jugendamt ihren Eltern abnehmen musste.

Die Awo Düsseldorf sucht Bereitschaftspflegefamilien, die Kinder vorübergehend aufnehmen können. Die Kinder kommen vom Jugendamt und mussten ihre leiblichen Eltern aus verschiedenen Gründen abgenommen werden. Zum 30. Jubiläum der Kinderschutzfamilien, wie die Awo sie nennt, werden nun neue Familien gesucht, die Interesse an dieser verantwortungsvolle Aufgabe haben.

Kinder brauchen Bezugsperson und Struktur

Die kleine Lisa ist zwei Jahre alt und lebt bei Heike (Namen auf Wunsch der Awo geändert). Heike ist Bereitschaftspflegemutter der Awo. Die 56-Jährige ist bereits seit 19 Jahren als freie Mitarbeiterin dabei und hat schon viele Kinder vorübergehend bei sich aufgenommen. Bereitschaftspflege bedeutet, dass sie immer verfügbar sein muss. „Es kann sein, dass man gerade im Supermarkt ist, wenn der Anruf kommt. Dann wird kurz ein Treffen am selben Tag vereinbart“, berichtet Heike. „Ich fahre dann direkt los, um das Kind abzuholen und nehme Windeln, Feuchttücher und etwas zu Essen und zu Trinken mit. Man weiß ja nie, was gebraucht wird.“

Eine feste Bezugsperson und ein strukturierter Tagesablauf. Das ist es, was die Kinder bei den Kinderschutzfamilien der Awo bekommen. „Der Sinn dieser Bereitschaftspflege ist es, dass die Kinder nicht im Heim unterkommen müssen“, erklärt Petra Meiers. Die Fachberaterin der Awo ist seit 30 Jahren, seit Beginn der Einrichtung dabei. „Bei uns haben sie feste Bezugspersonen, was in diesem Alter sehr wichtig ist. Das bringt ihnen die Stabilität, die ihnen fehlt“, sagt Meiers weiter.

Wichtig ist eine positive Grundeinstellung

Wer als Kinderschutzfamilie angenommen zu werden will, muss eine Überprüfung der Awo bestehen. „Wir führen ein Infogespräch mit den Interessenten, lassen sie einen Bewerbungsbogen ausfüllen und dann gibt es noch einen Hausbesuch“, erklärt Meiers. „Wenn wir dann sicher sind, dass die Familie in stabilen Verhältnissen lebt und sie Erziehungserfahrung haben, nehmen wir sie auf. Natürlich brauchen sie auch ein Gesundheits- und ein Führungszeugnis.“ Wichtig sei eine positive Grundeinstellung, so Meiers. „Idealerweise hat die Familie bereits eigene Kinder. Es muss aber keine klassische Familie sein. Auch gleichgeschlechtliche Paare und Alleinerziehende sind ebenso willkommen“, sagt die Fachberaterin weiter. „Grundvoraussetzung sollte sein, dass man gerne mit Kindern zusammenlebt“, sagt Heike. „Platz braucht man natürlich auch. Ich lebe mit meiner Familie auf einem kleinen Bauernhof mit vielen Tieren. Das ist ein richtiges Kinderparadies.“

Jugendamt entscheidet über die weitere Zukunft

Wenn das Jugendamt die Zukunft des Kindes geklärt hat, wird es wieder Zeit Abschied zu nehmen. „Die Kinder kommen dann in eine feste Pflegefamilie oder unter Umständen auch wieder zu den Eltern zurück. „Dabei beraten wir das Jugendamt, die Entscheidung liegt aber im Endeffekt nicht bei uns“, sagt Meiers. „Der Wechsel in eine feste Pflegefamilie zieht sich dann über sechs bis acht Wochen, in denen alle Beteiligten vorbereitet werden“, so Meiers weiter.

„Am Ende ist es oft nicht leicht, ein Kind wieder abzugeben. Es wächst ja, je nachdem, wie lange ein Kind da war, eine stabile Beziehung“, erzählt Heike. „Nach der Abgabe mache ich immer eine längere Pause, um abzuschließen. Das brauchen ich und meine Familie. Nach etwa zwei Monaten, wenn alle wieder bereit dazu sind, nehme ich wieder ein anderes Kind auf“, sagt Heike weiter. „Denn ich möchte nicht, dass eine Lücke entsteht, die ich einfach mit dem nächsten Kind fülle.“

Wer sich Kinderschutzfamilie werden will, kann sich bei der Awo melden unter

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