Flughafen

Knatsch um Fluggastkontrolle am Düsseldorfer Flughafen

Der Bund hat die Sicherheitskontrollen am Düsseldorfer Flughafen an die Firma DWS neu vergeben. Dorthin wechseln zum 1. Juni drei Führungskräfte vom bisherigen Essener Sicherheitsdienstleister „Kötter Aviation Security“.

Der Bund hat die Sicherheitskontrollen am Düsseldorfer Flughafen an die Firma DWS neu vergeben. Dorthin wechseln zum 1. Juni drei Führungskräfte vom bisherigen Essener Sicherheitsdienstleister „Kötter Aviation Security“.

Foto: Maja Hitij / dpa

Düsseldorf/Essen.  Gewerkschaft Verdi übt heftige Kritik bei Sicherheitsdienst am Flughafen: Bisherige Kötter-Chefs machen bei der neuen Firma DSW weiter.

Die Fluggastkontrolle am Düsseldorfer Flughafen ist seit Jahren in den Schlagzeilen. Zunächst wegen teils langer Wartezeiten von bis zu zwei Stunden vor den Sicherheitsschleusen. Das sorgte zuletzt im Februar dafür, das Passagiere Flüge verpassten. Dann ein Paukenschlag, als die vom Bundesinnenministerium seit 2004 mit der Fluggastkontrolle in Düsseldorf beauftragte Essener Sicherheitsfirma „Kötter Aviation Service“ den Vertrag vorzeitig zum 31. Mai 2020 kündigte.

Das wirtschaftliche Risiko schien Kötter offenbar zu groß

Weil die Rahmenbedingungen in der neuen Ausschreibung nicht stimmten und das Unternehmen nach eigener Aussage Millionenverluste macht in Düsseldorf, hatte sich Kötter auch nicht erneut um den Auftrag der Gepäck- und Fluggastkontrolle beworben. Das wirtschaftliche Risiko schien Kötter offenbar zu groß. Den Zuschlag dafür erhielt die auch an anderen Flughäfen tätige Firma „Deutscher Schutz- und Wachdienst“ (DSW).

Doch die Gewerkschaft Verdi, die die Mitarbeiter der Sicherheitskontrollen vertritt, wundert sich: „Gibt es doch keinen Auftragswechsel bei der Fluggastkontrolle am Flughafen Düsseldorf?“ Denn, so der zuständige Gewerkschaftssekretär Özay Tarim: „Erstaunlich, dass der gleiche Kötter-Geschäftsführer, der den Auftrag nicht mehr haben wollte und sich für Kötter nicht neu darum beworben hatte, ausgerechnet beim neuen Auftragnehmer DSW ab Juni 2020 für die Fluggastkontrollen in Düsseldorf tätig sein wird.“

„Das hat ein Geschmäckle“, findet Verdi

Verdi-Mann Tarim weiter: „Für die Beschäftigten hat die neue Funktion des Geschäftsführers bei DSW jedoch ein Geschmäckle.“ Denn die DSW-Personalentscheidung würden noch übertrumpft, weil auch der bisherige Kötter-Prokurist und stellvertretende Betriebsleiter sowie der Kötter-Regionalleiter ebenfalls bei DSW in ihrer bisherigen Funktion weitermachen werden.“ Für den Betriebsrat und die 1100 Düsseldorfer Kötter-Mitarbeiter, die von DSW weiter beschäftigt werden, bedeuten diese Personal-Entscheidungen für Özay Tarim, „dass der Kampf um bessere Arbeitsbedingungen erwartungsgemäß weitergehen wird“.

Und: „Die amtierende DSW-Geschäftsführerin hatte von einer konstruktiven Zusammenarbeit mit Verdi gesprochen und anderes Handeln als Kötter zugesagt.“ Daran glaubt Özay Tarim nicht mehr. Zumal Kötter in einem Klageverfahren gegen ihn in Berufung gegangen ist, obwohl das Unternehmen im April per Urteil vorm Arbeitsgericht abgeblitzt ist.

Mit Blick auf die Entscheidung des Bundesinnenministeriums für den Sicherheitsdienst DSW und die nicht zum Zuge gekommenen Mitbewerber fragt Özay Tarim: „Können wir bei diesem Personaltableau wirklich von einem Auftragswechsel an einen neuen Dienstleister sprechen? Oder wurde nur der Name Kötter mit DSW überpinselt?“ Dafür spreche, dass der bisherige Kötter- und neue DSW-Geschäftsführer weiter die Fluggastkontrolle in Köln verantwortet – für Kötter...

Kötter-Chef will die Angelegenheit nicht kommentieren

Der Geschäftsführer wollte sich nicht äußern: Er könne kein öffentliches oder betriebliches Interesse erkennen, etwas zu kommentieren.

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