Passagier-Kontrollen

Kötter will Airport-Vertrag in Düsseldorf auflösen

Erst vor eineinhalb Wochen gab es lange Schlangen vor den Sicherheitskontrollen am Flugsteig A. Die Wartezeiten lagen bei mehr als einer Stunde. Kötter und die Bundespolizei stehen deswegen in der Kritik. Das Personal spricht von erheblicher Arbeitsüberlastung.

Erst vor eineinhalb Wochen gab es lange Schlangen vor den Sicherheitskontrollen am Flugsteig A. Die Wartezeiten lagen bei mehr als einer Stunde. Kötter und die Bundespolizei stehen deswegen in der Kritik. Das Personal spricht von erheblicher Arbeitsüberlastung.

Foto: Verdi

Düsseldorf.  Das in die Kritik geratene Sicherheitsunternehmen spricht von schlechteren Rahmenbedingungen, die zu Einbußen bei der Sicherheit führen könnten.

Das Sicherheitsunternehmen Kötter, am Düsseldorfer und Kölner Flughafen zuständig für die Fluggastkontrollen, hat um die Auflösung des Vertrages zum 31. Mai 2020 gebeten. Man habe beim „Beschaffungsamt des Bundesministeriums des Innern beantragt, den Vertrag über die Passagier- und Gepäckkontrollen am Flughafen Düsseldorf in beiderseitigem Einvernehmen vorzeitig (zum 31. Mai 202) zu kündigen“, heißt es in einem Schreiben an die Mitarbeiter, das unserer Redaktion vorliegt.

Unternehmen verspricht reibungslose Vertragserfüllung bis zum Ende

„Bis zum Zeitpunkt des Vertragsendes werden wir unseren Auftrag – die sichere und reibungslose Durchführung der Passagier- und Gepäckkontrollen – genauso engagiert fortführen, wie es die Passagiere, die Bundespolizei, die Airlines und der Flughafenbetreiber von uns gewohnt sind“, heißt es weiter. Das Beschaffungsamt hat mit einen Entwurf für eine Vertragsbeendigung geantwortet, der nun durch Kötter geprüft werde. Der Vertrag wäre ursprünglich noch ein halbes Jahr weiter gelaufen.

Als Gründe nennt Kötter verschlechterter auftragsspezifischen Rahmenbedingungen, die zu erwartende zukünftige Entwicklung sowie damit verbundene und nicht mehr kalkulierbare finanzielle Belastungen sowie daraus folgende wirtschaftliche Auswirkungen. Die Fortsetzung und Weiterentwicklung des aktuellen Qualitätsniveaus sei unter den derzeitigen Rahmenbedingungen nicht realisierbar und hätten „im schlimmsten Fall zu Einbußen bei der Sicherheit führen“ können.

Bei Neuausschreibung will Kötter mitmachen

Kommt es zur Vertragsauflösung, werde es durch das Bundesinnenministerium eine neue Ausschreibung für die Gepäck- und Fluggastkontrolle in Düsseldorf geben. Daran werde sich Kötter dann erneut beteiligen. „Sollte Kötter Aviation Security bei einer möglichen Ausschreibung nicht den Zuschlag erhalten, wird es nach unserem Kenntnisstand zu einem Betriebsübergang der Belegschaft von Kötter hin zu einem neuen Dienstleister kommen“, so der zuständige Kötter-Geschäftsführer Peter R. Lange in dem Mitarbeiter-Brief.

Kötter in Dauerkritik wegen Arbeitsüberlastung und langer Wartezeiten

Kötter und die Bundespolizei als deren Auftraggeber waren wegen langer Wartezeiten bei der Fluggastkontrolle in Düsseldorf in Dauer-Kritik geraten. Vor allem die Gewerkschaft Verdi beklagt seit 2015 massive Arbeitsüberlastung bei Kötter. Die Krankheitsquote liegt im Jahresschnitt bei 20 Prozent. „Durch die vorzeitige Vertragsbeendigung wird unsere jahrelange Kritik an den schlechten Rahmen- und Arbeitsbedingungen bei der Fluggastkontrolle deutlich“, sagte der zuständige Verdi-Gewerkschaftssekretär Özay Tarim.

Der Vertrag am Flughafen Köln läuft weiter

Auch in Köln wollte Kötter den vertrag vorzeitig auflösen. Dazu kommt es dort aber nicht. Dazu das Unternehmen Kötter: „Dem parallel für den Flughafen Köln/Bonn eingereichten Antrag auf vorzeitige Vertragsbeendigung wurde vom Beschaffungsamt nicht entsprochen. Selbstverständlich akzeptieren wir diese Entscheidung und werden unsere Dienstleistungen in Köln/Bonn demnach bis zum 31. Dezember 2020 vertragskonform fortführen.“

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