Hilden

Mehr Geld fürs Tierheim

Bürgermeisterin Birgit Alkenings (l.) mit Michaela Hoppe, Vorsitzende des Tierschutzvereins Hilden, und Paula.

Bürgermeisterin Birgit Alkenings (l.) mit Michaela Hoppe, Vorsitzende des Tierschutzvereins Hilden, und Paula.

Foto: Stadt

Das Hildener Tierheim nimmt Fundtiere auf – eigentlich eine kommunale Aufgabe. Dafür gibt es mehr Geld, weil der vereinbarte Betrag nicht reicht.

Hilden. Paula ist ein bildschöner, aber auch ziemlich respekteinflößender Deutscher Schäferhund. Als die vierjährige Hündin für die Fotografen mit einem Satz auf den Konferenztisch im Rathaus springt, bleibt Bürgermeisterin Birgit Alkenings cool. „Auf dem Vertrag ist jetzt eine Tatze“, scherzt sie: „Wir sind sehr froh, dass wir als Stadt keine Fundtiere aufnehmen müssen. Das wäre mit einem hohen Aufwand verbunden. Mit dem neuen Vertrag sichern wir das Tierheim langfristig ab.“

Der neue Vertrag sei ein Gewinn für alle Seiten, betont Ordnungsamtsleiter Michael Siebert. Er hat ein Jahr lang die Einigung federführend mit den anderen Städten Erkrath, Langenfeld, Monheim und Mettmann ausgehandelt. Das seien sehr angenehme Gespräche gewesen, betont er. Weil alle Kommunen heilfroh seien, dass es das Tierheim Hilden als verlässlichen Partner hätten. Denn alle anderen Tierheime in der Umgebung seien rappelvoll.

Aktuell zahlt die Stadt Hilden dem Tierheim 33.333 Euro im Jahr, umgerechnet 59 Cent pro Einwohner. Ab 2019 werden die Pauschalen stufenweise angehoben: von 60 Cent pro Einwohner auf 75 Cent in 2022. Für Hilden steigen die Kosten nur moderat, für Erkrath, Langenfeld, Mettmann und Monheim stärker, weil sie heute nur durchschnittlich 42 Cent pro Einwohner beisteuern. Der Deutsche Tierschutzbund hält übrigens einen Euro für angemessen. Der neue Vertrag läuft zehn Jahre.

Spenden sind immer willkommen

Die Pauschale decke nur die Betriebskosten, betont Michaela Hoppe, Vorsitzende der Hildener Tierschutzvereins: „Wir sind nach wie vor auf Spenden angewiesen.“ Der Aufwand ist enorm. Das Tierheim nimmt aus Hilden zwischen 200 und 250 Fundtiere im Jahr auf. Hunde verursachen die höchsten Kosten: durchschnittlich zwölf Euro am Tag, hat der Deutsche Tierschutzbund ermittelt. Ein Fundhund bleibt im Schnitt 100 Tage im Asyl, ein schwer vermittelbarer Hund bis zu 360 Tage. Investitionen wie das neue Hundehaus (rund 250.000 Euro) stemmt der Verein aus Spenden. Die neun Mitarbeiter (nur drei in Vollzeit) werden von vielen Freiwilligen unterstützt. Nur so sei die Arbeit überhaupt zu schaffen, betont Michaela Hoppe.

Im vergangenen Jahr holte das Ordnungsamt Langenfeld 132 Kaninchen aus der Wohnung eines völlig überforderten Halters. Fachleute sprechen in solchen Fällen von „Animal Hoarding“ (Tier-Hortung). „Am Ende waren es dann 200 Kaninchen“, berichtet Hoppe: „Wir konnten alle vermitteln. Wir haben gute Kontakte zu anderen Tierheimen. Und in solchen Fällen helfen wir uns gegenseitig.“

Bevor Menschen sich ein Tier anschaffen, sollten sie lieber im Tierheim Hilden vorbeischauen, bittet die Vorsitzende des Tierschutzvereins: „Finger weg von Angeboten bei Ebay: 90 Prozent der dort angebotenen Tiere sind krank.“

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben