Absturz

Nach dem Absturz 1944 wird Flieger-Motor jetzt restauriert

Werner Baum (links) und sein Sohn Uwe mit dem Motor des französischen Bombers, der 1944 über Wersten abgeschossen wurde.

Werner Baum (links) und sein Sohn Uwe mit dem Motor des französischen Bombers, der 1944 über Wersten abgeschossen wurde.

Foto: Andreas Endermann

Über Düsseldorf wurde ein Jagdbomber Heiligabend 1944 abgeschossen. Der gefundene Motor wird jetzt restauriert. Gibt es damit ein Denkmal?

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Düsseldorf. Schon als Kind hörte Uwe Baum, das im Krieg ein Flugzeug über Wersten abgestürzt sei. Sein Vater Werner erzählte diese Geschichte häufig bei Spaziergängen am Brückerbach. „Als die Maschine Heiligabend 1944 abstürzte, war ich fünf Jahre alt“, erinnert er sich. Mit dem Fund eines Motors bei Abbrucharbeiten auf einer Baustelle an der Straße Auf´m Rott rückten die dramatischen Ereignisse wieder in den Blick der Familie, die nicht weit entfernt vom Fundort wohnt.

„Wir haben uns einem Teil des Wracks angenommen“, sagt Uwe Baum, der sich für den Flugzeugmodellbau interessiert. Mit Vertretern des Heimatvereins Werstener Jonges sichteten sie den Motor. „Dann wurde er mit einem Kran abtransportiert und auf einem Firmengelände von Jochen Gras mit einem Hochdruckreiniger gesäubert“, sagt Uwe Baum. Jetzt ist der Motor zurück in Wersten und hat einen Platz im Garten der Familie Baum gefunden. „Wir sind noch daran, die Zylinder und Motorträger zu entrosten“, erzählt Vater Werner Baum.

Historiker Thomas Boller aus Gerresheim hat geholfen

Neben den technischen Details rückte die Geschichte hinter dem Motor ins Blickfeld. Der Hobby-Historiker Thomas Boller aus Gerresheim, der bereits den Absturz eines britischen Lancaster-Bombers am 12. Dezember 1944 über dem Wildpark in Ludenberg recherchierte, brachte die Werstener auf die Spur der damaligen Crew. Die Daten dazu stammten aus dem Register des Nordfriedhofs. Dieser Hinweis führte nach Frankreich und England, dort ist das Geschehen auch als „Weihnachtswunder“ bekannt, denn zwei Franzosen überlebten den Absturz über Wersten.

Ihr Schicksal haben Geneviève Monneris und ihr Sohn 2007 im Film „De Lourds Souvenirs“ (schwere Erinnerungen) dokumentiert. Dort beschreibt ihr Vater André Guedez, einer der Überlebenden, was passierte: „Unser Flugzeug wurde über Düsseldorf von einer Flak getroffen und ein Motor geriet in Brand.“ Er und François Duran überlebten den Absturz. 67 Jahre lang telefonierten sie an jedem Heiligabend miteinander und erinnerten sich an die fünf verstorbenen Crew-Mitglieder. Ihre Erlebnisse sind im Museum im britischen Elvington dokumentiert, von wo die Maschine an jenem Heiligabend startete. Mit dem Fund des Motors in Wersten kommt für Ian Reed, Direktor des Yorkshire Air Museums, jetzt ein entscheidendes Puzzlestück der Geschichte hinzu.

Die Stadt soll mit dem Motor ein Denkmal schaffen

„Wir wünschen uns, das der Motor ausgestellt wird, weil hier in Wersten der Fundort ist“, sagt Uwe Baum. Bisher gibt es dazu noch keine Pläne. Unterstützung kommt von Seiten des Museums aus Elvington. Ian Reed hat an die Stadt Düsseldorf und den Oberbürgermeister geschrieben und Hilfe angeboten, um ein Denkmal zu schaffen. „Es ist so selten, dass es ein Artefakt aus dieser Zeit gibt, das Deutschland, Frankreich und Großbritannien direkt miteinander verbindet. Es ist in der heutigen Welt so wichtig, dass wir nie vergessen, dass es immer die einfachen Leute sind, die im Krieg den höchsten Preis zahlen“, erklärt er.

Noch haben die Angehörigen den Motor nicht in Wersten sehen können. Uwe Baum informiert Geneviève Monneris und Ian Reed mit Fotos über den Fortgang der Restaurierung. „Wir haben jetzt schon ein bisschen mehr Verbundenheit nach England und Frankreich“, sagt er.

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