NRZ-Bürgerbarometer

Noch viel Arbeit für die Bahn in Düsseldorf

Die Kritik an den Zuständen an vereinzelten Düsseldorfer Bahnhöfen ist seit Jahren nichts neues unter den Düsseldorfern. Ein Negativ-Beispiel ist der Halt der Gerresheim.

Die Kritik an den Zuständen an vereinzelten Düsseldorfer Bahnhöfen ist seit Jahren nichts neues unter den Düsseldorfern. Ein Negativ-Beispiel ist der Halt der Gerresheim.

Foto: Lars Heidrich/Archiv

Düsseldorf.  Breite Kritik am Zustand der Bahnhöfe in Düsseldorf. Bahn: Mittel für Modernisierung wurden aufgestockt.

Die Deutsche Bahn wirbt mal wieder mit einer Modernisierungs-Offensive (Mof). Überall an den Bahnhöfen in NRW und in vielen Zügen der DB Regio NRW hängen die Aufkleber mit der vielversprechenden Botschaft: 150 Millionen Euro für die Modernisierung und Sanierung der NRW-Bahnhöfe. Was sich tatsächlich hinter dem Wort „Modernisierungs-Offensive“ versteckt, bleibt allerdings abzuwarten.

Warten ist generell ein gutes Stichwort, wenn man über die Bahn redet. Ständige Verspätungen, unsaubere Züge und teilweise heruntergekommene Bahnsteige sowie nicht funktionierende Fahrstühle und Rolltreppen sind oftmals Alltag bei der Bahn. Obgleich die Bahn, wie DB-Sprecherin Kirsten Verbeek mitteilt, nicht immer etwas dafür kann. „Wir appellieren auch an die Nutzer, die Bahnhöfe und die Bahnen sauber zu hinterlassen.“

Das scheint die Bahnnutzer wenig zu kümmern. Die Düsseldorfer, so das Ergebnis des repräsentativen Bürgerbarometers der NRZ, attestieren der Deutschen Bahn deutlich, dass sie mit der Infrastruktur der Bahnhöfe in Düsseldorf wenig zufrieden sind. Auf einer Skala von 1 (sehr zufrieden) bis 5 (sehr unzufrieden) meinen lediglich 22 Prozent, also weniger als ein Viertel, dass die Bahnhöfe gut in Takt seien. Mehr als ein Drittel sind hingegen unzufrieden und genauso viele sind indifferent bei dieser wichtigen Frage.

Schmuddel-Bahnhof in Gerresheim

Die Kritik an den Zuständen an vereinzelten Düsseldorfer Bahnhöfen ist seit Jahren nichts neues unter den Düsseldorfern. Seit den Bürgerbarometern 2011 und 2014 hat sich der Zufriedenheitswert kaum verändert. „Ich denke da an den Schmuddel-Bahnhof in Gerresheim und an defekte Aufzüge“, sagt Martin Volkenrath (SPD), Vorsitzender des städtischen Verkehrsausschuss. Da passt es ins Bild, dass die Befragten aus dem Osten der Stadt den Zustand der Bahnhöfe am unzufriedensten bewerten.

Sauberkeit ein Dorn im Auge

Es stimmt aber auch, dass andernorts, beispielsweise im Ruhrgebiet, der Zustand der hiesigen Bahnhöfe womöglich als befriedigend durchgehe. Vielen Düsseldorfern ist das aber egal. Ihnen ist die Sauberkeit, die immer wichtiger werdende Barrierefreiheit und die Ausstattung ihrer Bahnhöfe ein Dorn im Auge. Das sieht auch Volkenrath so. Der SPD-Mann findet die sogenannte Mof, wie die Offensive lakonisch in Fachkreisen auch genannt wird, und die eine deutliche Sanierung der Bahnhöfe verspricht, äußerst vage. Er bemängelt zudem das Tempo der versprochenen Sanierungen. „Bis sich etwas tut, dauert es einfach zu lange. Das gilt auch für notwendige Reparaturen. Außerdem funktioniert offenkundig das Beschwerdemanagement bei der Bahn nicht.“

Dagegen hält Bahnhofs-Manager Peter Grein, der unter anderem für die Bahnhöfe im ganzen Stadtgebiet zuständig ist, dass schon einige Bahnhöfe saniert wurden. „Wir haben die Bahnhöfe in Hamm, Eller, Eller-Süd, Zoo, Derendorf, Wehrhahn und Rath mit Aufzügen und neuen Beleuchtungen nachgerüstet. Zudem haben wir einen komplett neuen Bodenbelag am Bahnsteig gemacht.“

DB nimmt viel Geld in die Hand

DB-Sprecherin Verbeek ergänzt, dass viel Geld in die Hand genommen wurde. „Die Mittel für die Modernisierung sind deutlich aufgestockt worden.“ Was in der Tat viele Düsseldorfer nicht wissen, auch, weil es seitens der Bahn unzureichend kommuniziert wird, ist, dass Umbau- und Modernisierungsmaßnahmen großen logistischen Aufwand bedeuten. „Man kann nicht mal eben auf die Schnelle Bahnhöfe sanieren. Das muss mit der Taktung und dem Fahrbetrieb koordiniert werden“, erklärt Grein, der nicht müde wird für die neue Handy-Applikation (App), die auf den Namen ADAM hört, zu werben. „Wir haben eine Echtzeit-App entwickeln lassen, die alle funktionierenden und defekten Aufzüge an den Düsseldorfer Bahnhöfen anzeigt.

Wenn Aufzüge defekt sind, wird prompt ein Reparaturdienst alarmiert. Der Nutzer weiß dann im Vorhinein, dass er kostenlose Mobilitätshilfen der Bahn in Anspruch nehmen muss.“ Ob dieses sicherlich gut gemeinte Fahrstuhl-Warnsystem tatsächlich diejenigen erreicht, die auf Fahrstühle angewiesen sind, scheint jedoch schwer vorstellbar.

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