NRZ-Bürgerbarometer

Pünktlich, sauber aber zu teuer - Das halten die Düsseldorfer von der Rheinbahn

Die Befragten geben der Rheinbahn beim NRZ-Bürgerbarometer gute Noten.

Die Befragten geben der Rheinbahn beim NRZ-Bürgerbarometer gute Noten.

Foto: Helge Hoffmann

Düsseldorf.  Wir haben für das NRZ-Bürgerbarometer 400 Düsseldorfer zu Sauberkeit, Preisen, Linienangeboten und Pünktlichkeit der Rheinbahn befragt.

Die Rheinbahn kommt bei den Düsseldorfern gut an. Wie die repräsentative Umfrage der NRZ zeigt, sind die Düsseldorfer zufrieden mit dem öffentlichen Personennahverkehr. Befragt wurden 400 Düsseldorfer im Rahmen des NRZ-Bürgerbarometers nach Sauberkeit, Preisen, Linienangeboten und Pünktlichkeit der Rheinbahn.

Immerhin kritisieren 40 Prozent – das hat sich in den vergangenen Jahren nicht verändert – die Ticket-Preise der Rheinbahn als zu hoch. Lediglich weniger als ein Viertel aller Düsseldorfer sagen, dass die Preise angemessen seien. Martin Volkenrath, Vorsitzender des Verkehrsausschuss der Stadt, kritisiert daher auch die Preispolitik. „Fakt ist, dass bestimmte Bevölkerungsgruppen es sich nicht mehr leisten können, die Tickets zu bezahlen. Das Geld für die Tickets fehlt dann an anderer Stelle“, sagt Volkenrath.

Dennoch hält der seit Januar 2016 an der Spitze des öffentlichen Unternehmens stehende Michael Clausecker an den Ticket-Preisen fest. „Wir brauchen maßvolle, aber stetige Erhöhungen, um unsere Investitionen stemmen zu können. Außerdem sind unsere Ticket-Preise im Vergleich zu anderen Großstädten sogar niedriger.“

Laut Rheinbahn-Chef bekommt das Nahverkehrsunternehmen zudem nur 20 Prozent Zuschüsse durch die Städte, in die die Rheinbahn fährt – das sei vergleichsweise gering. Das alles seien Zeichen für die Leistungsfähigkeit des Unternehmens, das seit einem Jahr wieder mehr Fahrgäste hat, wie Michael Clausecker kürzlich verkündete.

Zukunft liege in Elektro-Bussen

Dennoch kann sich die Rheinbahn nicht auf den insgesamt guten Umfragewerten ausruhen.

„Mehr Investitionen müssen her, um weiterhin guten Service bieten zu können“, sagt auch Martin Volkenrath. Er fordert dringend, damit das „dichte Rheinbahn-Netz weiter qualitativ und quantitativ gut“ bleibt, Linien auszubauen und Verbesserungen bei der Taktung und Pünktlichkeit durch eine intelligentere Ampelschaltung und Busspuren vorzunehmen.

Vor allem plädiert Volkenrath auch für neue Betriebshöfe und Fahrzeuge. Letztere, das spiegelt auch das Bedürfnis vieler Düsseldorfer wider, sollten künftig energieschonend und daher alternativ betrieben werden. „Wir brauchen bei der Rheinbahn so schnell wie möglich ein Umdenken hin zu mehr alternativen Antriebstechniken wie Elektro-Bussen.“ Da müssen laut Volkenrath noch dicke Bretter gebohrt werden.

Die Düsseldorfer, das decke sich auch mit dem Rheinbahn-Kundenbarometer, sind vor allem mit dem Linienangebot und der Pünktlichkeit zufrieden – altersübergreifend. „Man kann fast blind in jegliche Richtung laufen in der Innenstadt, man kommt in zehn Minuten zu einer Straßen- oder U-Bahnstation“, sagt Michael Clausecker. Auch habe die Kaffee-Kampagne „Coffee no go“ in den Bahnen zu weniger ausgelaufenen Kaffeebechern auf den Sitzen geführt.

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