Fahrradtourismus

SPD und Grüne wollen Fahrradtourismus in Düsseldorf fördern

Düsseldorf liegt in einer attraktiven Radregion. Daher wollen SPD und Grüne den Fahrradtourismus in der Stadt stärken.

Düsseldorf liegt in einer attraktiven Radregion. Daher wollen SPD und Grüne den Fahrradtourismus in der Stadt stärken.

Foto: Marcus Gloger

Düsseldorf.  Die Düsseldorfer Ratsfraktionen von SPD und Grünen wollen den Ausbau des Radtourismus in der Stadt anstoßen. Darin liege viel Potenzial.

Die Landeshauptstadt soll mehr Radtouristen anlocken. Das wollen SPD und Grüne erreichen. Die Fraktionen fordern daher in einem Antrag im Stadtrat am Donnerstag, 19. September, den Radtourismus besser zu fördern. Darin liege viel Potenzial für die Stadt, insbesondere für Gastronomen und Hoteliers, so die Antragsteller.

Anschluss ans Radnetz und Verbesserung der Angebote

„Wir haben in der Gegend hier die Rad-Region-Rheinland. Das ist ein Zusammenschluss von Kommunen, die gemeinsam ein Netz von Radwanderwegen geschaffen haben. Da ist Düsseldorf ein weißer Fleck auf der Karte“, kritisiert Norbert Czerwinski, grüner Fraktionsvorsitzender. „Wir wollen, dass die Stadt der Rad-Region-Rheinland beitritt. Eine Route wie der Erft-Radweg, der in Düsseldorf beginnt und bis knapp an die belgische Grenze führt, kann so auch besser vermarktet werden.“

Weiterhin fordern SPD und Grüne, dass das Angebot von Bett+Bike-Hotels verbessert wird. „Außerdem kommen viele Radtouristen aus den Niederlanden oder auch anderen europäischen Ländern. Daher wäre es sinnvoll, die Seite auch auf Englisch anzubieten“, schlägt Czerwinski vor.

Hohes Potenzial für die Stadt

Besonders das Potenzial für die Stadt betonen die Antragssteller. „Es kann am Ende nur gut für uns sein, in den Radtourismus zu investieren und es wird niemandem geschadet. Wir reißen keine Straßen dafür auf oder ähnliches. Die Touristen lassen ja auch Geld in der Stadt, wenn sie hier übernachten, einkaufen oder essen“, erklärt Czerwinski. „Die Metropolregion Rheinland konzentriert sich auch bereits auf den Radtourismus. Da ist es traurig, dass hier in Düsseldorf noch nichts geschieht.“

Auch SPD-Ratsherr Matthias Herz sieht ein hohes Potenzial im Radtourismus: „Die Region ist sehr attraktiv für Radtouristen. Daher ist es vernünftig, die Stadt an das dichte Radnetz anzubinden“, meint Herz. „Um uns herum bauen alle wie die Wilden Radwege, nur bei uns passiert nichts, und alle fahren an uns vorbei.“

Kritik aus der FDP und von DEHOGA

Ob der Koalitionspartner FDP den Antrag von SPD und Grünen unterstützen wird, ist noch unklar. Von den Liberalen kommt auch Kritik an dem Vorhaben. „Ich werde gegen den Antrag stimmen, da die Stadt bereits eine Strategie für den Tourismus hat und ich das Unterfangen für eine Ressourcenverschwendung halte“, erklärt Monika Lehmhaus, FPD-Ratsfrau. „Düsseldorf Tourismus hat besondere Stärken im Kultur-, Shopping- und Medizintourismus. Wir haben uns darauf geeinigt, uns auf diese Stärken zu fokussieren. Ich verstehe nicht, warum einzelne Parteien da jetzt auf einmal Änderungen wollen“, kritisiert Lehmhaus. „Um den Radtourismus zu fördern, müsste man bei den anderen Feldern sparen. Wo will man dann etwas wegnehmen?“ fragt sich Lehmhaus.

Auch Giuseppe Saitta, Vorsitzender des hiesigen Hotel- und Gaststättenverbandes, sieht wenig Vorteile im Ausbau des Radtourismus. „Wir haben im kommenden Jahr so viele Messen wie nie zuvor in der Stadt“, gibt Saitta zu bedenken. „Daher glaube ich nicht, dass sich durch den Radtourismus viel ändern würde. Dieser braucht andere Preisklassen. Ich bezweifle, dass Düsseldorf eine Fahrradstadt werden wird.“

Die Linksfraktion berät sich am heutigen Freitag darüber, ob sie den Antrag unterstützen wird, sagte Fraktionschef Lutz Pfundner auf NRZ-Anfrage. Auch die CDU berät sich noch am Montag in der Fraktionssitzung darüber, wie sie über den Antrag abstimmt.

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