Fortuna

Stadt Düsseldorf profitiert von den Fußballern

Die Fortuna feiert am letzten Spieltag gegen Hannover einen Sieg – und freut sich über Platz 10 in der Bundesliga.

Die Fortuna feiert am letzten Spieltag gegen Hannover einen Sieg – und freut sich über Platz 10 in der Bundesliga.

Foto: Bernd Thissen / dpa

Düsseldorfer Prominenz freut sich für die Fortuna über Verbleib im Oberhaus. Denn der bringt auch Gewinne.

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Zwar ist das Saisonende schon ein paar Tage her, dennoch dürfte man bei Fortuna immer noch bester Laune sein. Die Mannschaft hat im ersten Jahr nach dem Aufstieg ins Oberhaus einen souveränen zehnten Platz erkämpft. Auch die Düsseldorfer Prominenz ist begeistert von „ihren“ Fortunen.

Viele haben mit so einem Ergebnis nicht gerechnet, gesteht Reporterlegende Manni Breuckmann. Ein „zweites Jahr ohne Abstieg wäre toll“, so Breuckmann, der aber auch sagt: „Mit Erwartungen muss man vorsichtig sein.“ Es komme nun auf die Transfers an. Fortuna habe nur „beschränkte Mittel“. Die vergangene Saison habe aber gezeigt, dass es nicht immer nur auf das Geld ankomme. Fortuna habe sich vor allem durch Teamgeist ausgezeichnet.

Diesen „positiven Fußball“ sieht der Ex-Kunstberater Helge Achenbach als „gutes Zeichen“. Er findet, man solle erstmal mit „dem zufrieden sein, was man erreicht“ hat und in Ruhe planen.

Für Oberbürgermeister Thomas Geisel ist klar: „Wir sind gekommen, um zu bleiben.“ In der neuen Saison freut er sich besonders auf die Derbys -- auch gegen Aufsteiger Köln.

Die Fortuna habe „Experten genauso wie die Konkurrenz überrascht“, meint Stadtdirektor und Sportdezernent Burkhard Hintzsche. In der nächsten Spielzeit sollte die Mannschaft einen weiteren Schritt nach vorne machen. Eine ambitionierte, aber mit Unterstützung der Fans lösbare Aufgabe, wenn der Teamgeist in Mannschaft und Verein stimmen, so Hintzsche.

Kalle Wahle, Organisator des Düsseldorfer CSD, glaubt: „Mit einem Menschen wie Friedhelm Funkel, der scheinbar auch die Begriffe ‘wir’ und ‘mit’einander erfunden hat, kann es nur so sein, dass wir auch im nächsten Jahr im Oberhaus bleiben werden.“

Die Vorsitzende der NRW-Grünen und Vereinsmitglied „seit fast 1895“, Mona Neubaur, ist ebenfalls völlig begeistert von der Saison. „Da war alles mit dabei: Trubel und Höhenflüge, vor allem aber der Beleg, dass ein gemeinsamer Wille eine Gruppe Einzelner zu einem sportlich erfolgreichen Team formen kann.“ Für Neubaur ist für die nächste Saison klar: „Die Fans stehen hinter unserer Fortuna, unserer launischen Diva! Für die Stadt Düsseldorf ist es Zeit, die Weiterentwicklung und Planungen des Arenabetriebes zukünftig endlich mit dem Verein gemeinsam zu erarbeiten.“

Auch beim DGB in Düsseldorf freut man sich über die „tolle gespielte Saison“ der Fortuna. Das zweite Jahr im Oberhaus sei jedoch immer das schwerste, so Sigrid Wolf, Düsseldorfer DGB-Chefin. „Die Fortuna hat nicht die großen Namen, und im Vergleich auch keinen großen Etat. Dennoch haben sie etwa Schalke überholt.“

„Als ich 2001 nach Düsseldorf kam, kämpfte sich die Fortuna gerade durch Regional- und Oberliga“, erinnert sich Miguel Passarge, künstlerischer Leiter des Zakk, zurück. „Ich fand es faszinierend, welche Treue die Fans in schlechten Zeiten dem Verein gegenüber brachten.“ Nun habe sich der Verein mit einem „sehr sympathischen und bodenständigen Trainer im Oberhaus behauptet“. Passarges Sohn träumt sogar schon selbst von einer Karriere beim Verein.

Polizeipräsident Norbert Wesseler freut sich auf „spannende Derbys“ und hofft darauf, dass die nächste Saison „ähnlich erfolgreich“ wird.

Doch nicht nur auf dem Platz kann die Fortuna viel bewirken. Auch die Stadt kann von ihr profitieren. „Durch die Saison hat der Verein guten Charakter bewiesen, das färbt auf die Stadt ab“, so Diakonie-Pfarrer Thorsten Nolting. Hier gebe es nicht nur Hochglanz, sondern echten Teamgeist. Der habe sich auch in der Funkel-Affäre gezeigt, als die Fans dem Trainer Rückendeckung gegeben haben. „Das hat allen gut gefallen, das gibt es bei anderen Vereinen nicht unbedingt so, siehe die Bayern und Kovac“, so Nolting.

Für Roman von der Wiesche, Sprecher von Düsseldorf Tourismus, war die Fortuna „besonders nach den Turbulenzen in der Winterpause ein sehr positiver Imageträger der Stadt“, die zweite Saisonhälfte sei eine absolute Erfolgsgeschichte. Wie stark das Interesse der Medien gewachsen sei, zeigte sich etwa daran, dass Trainer Friedhelm Funkel der Hauptgast in der wichtigen Ausgabe des Aktuellen Sportstudios am letzten Spieltag war, so von der Wiesche.

Ingrid Herden, Leitern des Amtes für Kommunikation, findet, dass ein „Bundesligist per se deutlich mehr Präsenz in der Öffentlichkeit und den Medien“ hat. Insofern sei der Verbleib in der 1. Bundesliga auch für die Sportstadt Düsseldorf ein wichtiger Baustein. Auch der wirtschaftliche Unterschied von der 1. Bundesliga zu den anderen Ligen ist in vielen Bereichen enorm. Das reiche von den Besucherzahlen in der Arena und damit verbundenem Caterings bis zu Übernachtungen.

Auch FDP-Politikerin Marie-Agnes Strack-Zimmermann weiß um die Wichtigkeit einer Bundesligamannschaft, gerade vom wirtschaftlichen Aspekt aus. „Fortuna ist ein wichtiger Mieter in der Arena, die irgendwann entschuldet sein soll.“

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