Flüchtlinge

Viele Düsseldorfer helfen Flüchtlingen

Flüchtlinge

Flüchtlinge

Foto: Katharina Gilles

Düsseldorf.   Viele Düsseldorfer helfen Flüchtlingen. Mehr als ein Drittel der Düsseldorfer können sich allerdings keine Hilfe für Geflüchtete vorstellen.

Seit der sogenannten Flüchtlingskrise aus dem Jahre 2015 hat sich nicht nur Deutschland und Europa verändert, sondern auch Düsseldorf. Wer durch die Stadt spaziert, merkt, dass die Bevölkerung bunter und multikultureller geworden ist. Natürlich geht auch das NRZ-Bürgerbarometer dieser Thematik nach und hat die Düsseldorfer gefragt, ob sie sich vorstellen könnten, Flüchtlinge persönlich zu betreuen oder ihnen zu helfen?

Eine Mehrheit mit 59 Prozent kann sich vorstellen, persönlich Flüchtlingen zu helfen. Dies sind vor allem Menschen zwischen 40 und 49 Jahre und jene, die sich im Ruhestand befinden. Mehr als ein Drittel (38 Prozent) antwortet auf diese Frage jedoch mit Nein. Dass diese Frage nach wie vor polarisiert, zeigen nicht nur, dass nur drei Prozent diese Frage nicht beatworten können oder wollen.

Viele spendeten schon Kleider

Sondern auch die Meinungen und Aussagen der Düsseldorfer, wenn man sie auf der Straße anonym auf diese Frage anspricht. Viele haben schon Kleider gespendet, einige sind aktiv in der Flüchtlingshilfe. Wieder andere geben Deutschkurse. Aber es gibt auch jene, die verärgert sind über die fehlende Registrierung, die „Konzeptlosigkeit in der Flüchtlingspolitik“ und über kriminelle Flüchtlinge. Letztere verbunden mit der Sorge nach der inneren Sicherheit waren auch im NRW-Landeswahlkampf Thema. Am ehesten, laut unseren Ergebnissen zumindest, könnten sich Befragte aus der Stadtmitte vorstellen, Flüchtlinge zu betreuen. Andreas Vollmert und Hildegard Düsing-Krems sind solche ehrenamtliche Flüchtlingshelfer, die zusammen im Welcome Center, eine Koordinierungs- und Beratungsstelle für alle Flüchtlinge in der Stadt, hinter dem Hauptbahnhof seit 15 Monaten arbeiten.

Probleme haben sich verlagert

„Wir merken, dass die Probleme der Flüchtlinge sich verändert haben. Früher ging es erst einmal um Schutz, heute geht es um Jobs, Integration und eine eigene Wohnung“, sagt Düsing-Krems, die bei sich zu Hause einen Flüchtlinge aufgenommen hat. Das Problem sei aber die Wohnsitzauflage. „Das ist falsch. Für mehr als 4000 Düsseldorfer Flüchtling gibt es keine Wohnungen, obwohl sie Anrecht darauf hätten“, empört sich Düsing-Krems. Dass diese gesetzliche Auflage vielen Flüchtlingen es erheblich erschwert, Fuß in der deutschen Gesellschaft zu fassen, ist kaum bekannt.

„So werden Karrieren verbaut. Hier muss dringend nachjustiert werden“, sagt Andreas Vollmert, der hauptsächlich Flüchtlingen bei der schwierigen Suche nach bezahlbaren Wohnungen rund um Düsseldorf behilflich ist.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben