Wohnungsbau

Wohntürme werden in Düsseldorf immer bedeutender

Das Projekt Grand Central soll hinter dem Hauptbahnhof verwirklicht werden.

Foto: OH

Das Projekt Grand Central soll hinter dem Hauptbahnhof verwirklicht werden. Foto: OH

Düsseldorf.   Rund 2200 neue Wohneinheiten entstehen in vertikaler Bauweise unter anderem im Quartier Grand Central am Hauptbahnhof. Die Stadt verdichtet sich.

Zwischen 2011 und 2015 wurden laut dem aktuell erschienen „Marktreport Wohn- und Geschäftshäuser Düsseldorf“ von Engel & Völkers Commercial 5848 neue Wohneinheiten fertiggestellt. Zunehmend werden dabei auch Wohntürme das Bild der Landeshauptstadt prägen. Rund 2200 neue Wohneinheiten entstehen in vertikaler Bauweise unter anderem im Quartier Grand Central am Hauptbahnhof, im Projekt Heimathafen im Medienhafen oder im Upper North Tower in der Mercedesstraße. „Zukünftig werden vermehrt Wohntürme die klassische Blockrandbebauung überragen“, prognostiziert Marc Müller-Kurzwelly, Leiter Wohn- und Geschäftshäuser bei Engel & Völkers Commercial Düsseldorf.

Auch SPD-Ratsherr Matthias Herz weiß, dass es in Zukunft immer wieder zur Debatte stehen wird. Dabei hat der Wohnungsbau schon Fortschritte gemacht. „Früher konnte man nur bis zur dritten Etage bauen, heute sind sieben Etagen möglich“, so Herz. Dort sieht der SPD-Mann auch noch viel Potenzial. „Es wird zukünftig auch häufiger Thema sein, Geschosse auf bestehende Gebäude aufzusetzen.“ Dabei spielt allerdings auch die „soziale Verträglichkeit“ eine Rolle, wie Herz sagt. „Eine Ghettoisierung will niemand.“ Zudem sind die Riesen teuer, „allein vom Brandschutz her“, sagt Andreas Hartnigk, CDU-Ratsherr und Vorsitzender des Bauauschusses. „Ab dem neunten Stock gibt es besondere Bestimmungen.“

Auf die Mischung kommt es an

Für Norbert Czerwinski, Sprecher der Grünen Ratsfraktion, kommt es bei den Bauprojekten auf die Mischung an, es muss auch preiswerter Wohnraum geschaffen werden. Mit dem Handlungskonzept Wohnen sei man zwar auf einem guten Weg, allerdings habe man damit „viel zu spät angefangen“. „Bei alten Verfahren greift das nicht, es braucht eben seine Zeit, bis es wirkt und ankommt.“ Auch die Mietpreisbremse ist aus seiner Sicht ein „Flop“.

Ähnlich sieht das Andreas Hartnigk, der sich aber auch die Frage stellt, ob Düsseldorf immer weiter wachsen muss und soll. „Das ist etwas das Oberbürgermeister Thomas Geisel immer fordert: Mehr Wachstum, mehr Wachstum. Und es werden ja auch immer mehr Wohneinheiten gebaut. Aber die Infrastruktur wächst nicht mit“, so Hartnigk, „es fehlt Platz für Kitas, für Bäcker, für alles mögliche.“

Gesamtkonzept für Düsseldorf

Was Hartnigk sich daher wünscht, ist ein Gesamtkonzept für Düsseldorf. „Jeder guckt nur noch nach freien Flächen, aber es wird gar nichts analysiert. Man muss prüfen: Wer kommt überhaupt in die Stadt? Wollen die Menschen langfristig hier wohnen? Was erwarten sie? Muss es eine Innenstadtverdichtung geben oder wo kann ich verdichten? Von so einer Analyse habe ich in der Politik noch nichts gehört“, so Hartnigk

Düsseldorf ist stark von dauerhaftem Bevölkerungszuzug geprägt, welcher sich vor allem aus anderen Städten NRWs und dem Ausland generiert. Seit 2012 ist die Anzahl der Einwohner um mehr als sieben Prozent auf 635 704 gestiegen. Im gleichen Zeitraum nahm die Anzahl der privaten Haushalte um drei Prozent auf 355 043 zu. Die Angebotsmieten sind zwischen dem jeweils ersten Quartal 2016 und 2017 um durchschnittlich zwei Prozent gestiegen.

Während die Angebotsmieten in der beliebten Carlstadt, in Golzheim und Oberkassel im Schnitt um 9,0 % auf 12,66 Euro pro Quadratmeter geklettert sind, wurden Mietwohnungen in Wersten, Holthausen und Reisholz für lediglich 0,5 % mehr angeboten (8,90 Euro/m²).

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