Entspannung

Zu viele Veranstaltungen in den Düsseldorfer Parks?

Zum „Parklife“ zieht es immer viele Menschen.

Zum „Parklife“ zieht es immer viele Menschen.

Foto: Stadtwerke Düsseldorf

Düsseldorf.  FDP-Ratsfraktion stellt Donnerstag (19. September) eine Anfrage im Rat. Grünanlagen sollen der Erholung dienen.

Parks und andere öffentliche Grünflächen haben neben dem positiven Effekt auf Luft und Klima auch den Zweck zur Naherholung der Menschen in dieser Stadt. Bei einer zunehmenden Nutzung dieser Flächen für Veranstaltungen geht der Erholungswert verloren, heißt es bei der FDP-Ratsfraktion, die dazu am Donnerstag (19. September) im Stadtrat eine Anfrage stellt. Es müsse zwischen den unterschiedlichen Interessenabgewogen werden, meinen die Liberalen.

Regelung zur Nutzung von Parkflächen

Die FDP-Ratsfraktion will daher von der Verwaltung wissen, ob es „eine Regelung zur Nutzung von städtischen Parkflächen zur Durchführung von Veranstaltungen und Events gibt und welche das sind“. Ebenfalls wissen möchte die FDP, ob nach dem Charakter der Veranstaltung und nach Art des Veranstalters (privat, kommerziell, öffentlich) unterschieden und inwieweit die Bezirksvertretungen oder Ausschüsse beteiligt werden. „Wir in Düsseldorf feiern viel und gerne, aber wir beobachten, dass das Rathaus das immer großzügiger händelt“, so die FDP-Vorsitzende Marie-Agnes Strack-Zimmermann. Es müsse auch Zonen geben, wo Ruhe ist, „Flächen ohne Party“.

„Schwanenmutter“ und Tierschutzaktivistin Margarete Bonmariage klagt schon seit langem darüber, dass es viel zu viele Veranstaltungen in den Parkanlagen in der Stadt gibt. Vor allem der Hofgarten ist ihr dabei bekanntlich eine Herzensangelegenheit. „Hier ist immer was los – und wenn keine Veranstaltungen sind, rasen hier die Rad-, Roller- und Scooterfahrer durch. Das ist keine Erholung, das ist eine Katastrophe“, so Bonmariage. Die Menschen – vor allem ältere – hätten Angst, sich dort aufzuhalten. „Es ist einfach zu unruhig.“ Sie findet, dass es außerhalb der Parkanlagen genug Flächen in der Stadt gibt, um Events stattfinden zu lassen. Denn „das kleine bisschen Hofgarten muss geschützt werden. Er ist die grüne Lunge der Stadt“, so die Aktivistin.

Torsten Lemmer: „Gibt eine ausgeprägte Hallenkultur“

Torsten Lemmer, Geschäftsführer der Ratsfraktion Tierschutz/Freie Wähler ist grundsätzlich für Events, aber nicht unbedingt in den Grünanlagen. „Gerade von Spätherbst bis ins Frühjahr hinein gibt es hier eine ausgeprägte Hallenkultur – und davon haben wir ja genug“, so Lemmer. Auch stehen mit Rheinpromenade und Burgplatz Open-Air-Flächen für Veranstaltungen zur Verfügung.

Auch Schützenvereine nutzen teils eigene, große Flächen. Die Parkanlagen seien zur Erholung da, „und für die Tiere, die schon genug unter der Lärm- und Lichtsmogbelastung leiden“. Daher sollte man zumindest über eine Reduzierung von Veranstaltungen nachdenken. „Es muss geprüft werden: Welche Events sind gut für den Park geeignet? Welche könnten eigentlich auch woanders stattfinden?“ So findet Lemmer Lesungen – etwa im Hofgarten – in Ordnung. „Kundgebungen oder Demonstrationen haben dort aber nichts zu suchen“, so Lemmer.

„Einige Veranstaltungen beibehalten“ möchte die Fraktionsvorsitzende der Linken im Stadtrat, Angelika Kraft-Dlangamandla, denn Düsseldorf sei eine kulturelle Stadt. Es sollten jedoch weniger Großveranstaltungen sein, die „massenhaft Menschen von außerhalb in die Stadt locken sollen“, sondern mehr für die Bürger in der Stadt sein sollen.

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