Kunst

Bei „mobile“ dreht’s sich um Kreise, Räder und Rollen

Die Krefelder Künstlerin Brigitta Heidtmann hinter einer ihrer Holzarbeiten, die sie in einer Ausstellung in der Galerie SG1 in Duisburg unter dem Titel "mobile" zeigt.

Die Krefelder Künstlerin Brigitta Heidtmann hinter einer ihrer Holzarbeiten, die sie in einer Ausstellung in der Galerie SG1 in Duisburg unter dem Titel "mobile" zeigt.

Foto: Martin Möller / FUNKE Foto Services

Duisburg.  Neue Ausstellung im Kunstraum SG1. Brigitta Heidtmann zeigt hölzerne Exponate und Bilder – mal praktisch, mal nutzlos.

Brigitta Heidtmann hat hölzerne Multiplex-Platten gesägt, gesteckt und manchmal zusammengeschoben. In ihrer Ausstellung „mobile“ dreht’s sich um Kreise, Rollen, um Bewegung und Stillstand. Zu sehen sind die 35 Objekte bis zum 4. November im SG1-Kunstraum an der Schmalen Gasse 1 in der Duisburger Altstadt.

Bei der Vernissage am 23. September präsentiert die Krefelder Künstlerin ihre Arbeiten. Auffällig ist das hölzerne Rad im Kunstraum, es ist so groß wie ein Traktorreifen. „Ich musste ganz genau sägen, damit alles zusammenpasst – es hält nur durch ein Stecksystem“, erklärt Brigitta Heidtmann. Die meisten Objekte aus Holz halten nur durch dieses Puzzle-System, haargenau sind die unterschiedlichen Holzfragmente ineinander gestöpselt. Andere wiederum lehnen einfach an der Wand im SG1, ähneln Regalen, Tischen oder sonstigem Wohnzimmer-Mobiliar. Einige Ausstellungsstücke sind mit Rollen befestigt. Sind diese Werke tatsächlich privat zu gebrauchen oder funktionslos? Diese Frage lässt Heidtmann offen. Das Einzige, das bei „mobile“ feststeht, ist, dass sich die Holz-Konstruktionen bewegen lassen, wenn gewünscht, aber auch standhaft stillstehen können. „Die Formen bewegen sich zwischen verschiedenen Zuständen“, sagt die studierte Designerin.

Hell gegen dunkel, geometrische gegen abstrakte Umrisse

Abseits der auffälligen Objekte, die größtenteils unbehandelt sowie unbemalt sind, hängen Bilder an der Wand. Diese rund 20 Mal 25 Zentimeter großen Holzschnitte haben häufig eines gemeinsam: Kontraste. Heidtmann, die erstmals seit 15 Jahren wieder in Duisburg ausstellt, stellt Farben gegen Farben, lässt Formen untereinander duellieren. Hell gegen dunkel, geometrische gegen abstrakte Umrisse. „Manchmal benutze ich auch meine Holz-Objekte als Schablone“, berichtet Brigitta Heidtmann. Die Werke an der Wand haben teilweise eine unterschiedlich hohe Oberfläche, so dass sie fast schon dreidimensional wirken. „Da habe ich einzelne Holzschnitte dazu geklebt oder andere weggeschliffen“, erklärt sie.

Die Ausstellung, die montags von 17 bis 20 Uhr geöffnet hat, ist ebenfalls vom Titel her vielseitiger, als man vermuten könnte. „mobile“ steht nicht nur für das Bewegliche, sondern ist auch die englische Abkürzung für das Handy, so Heidtmann. „Ich will den Besuchern die Hektik durch meine Objekte und deren Beobachtung nehmen“, sagt die Künstlerin. Nichts stünde aktuell mehr für Stress als das Smartphone. „mobile“ soll Ruhe vermitteln, im SG1-Kunst- und bis November Pausenraum. Wenn Besucher außerhalb der Öffnungszeiten kommen möchten, lassen sich Termine per Mail an kontakt@sg1-kunstraum vereinbaren. Mehr Informationen auf www.sg1-kunstraum.de.

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