Natur und Umwelt

Beim GC Röttgersbach gibt es Golfclubhonig aus Duisburg

Golfclub-Vorsitzender Arndt Rother (l.) und Imkereimeister Wilhelm Soltysiak sind froh, dass die Bienenvölker und die Freizeitsportler auf der Anlage in Röttgersbach harmonisch miteinander umgehen.

Golfclub-Vorsitzender Arndt Rother (l.) und Imkereimeister Wilhelm Soltysiak sind froh, dass die Bienenvölker und die Freizeitsportler auf der Anlage in Röttgersbach harmonisch miteinander umgehen.

Foto: STEFAN AREND / FUNKE Foto Services

Röttgersbach.  Beim GC Röttgersbach pflegen Hobbysportler und 16 Bienenvölker ein harmonisches Nebeneinander. Dabei heraus kommt Golfclubhonig aus Duisburg.

Es summt und brummt auf der westlichen Neun-Loch-Bahn des Golfclubs Röttegersbach. Ein gelb-schwarzes Geschwader bahnt sich mit kräftigem Flügelschlag schnurstracks seinen Weg in Richtung einer Baumreihe, die dort am Rande des Rasenparcours thront. Keine Frage: Dieser Bienenschwarm ist auf Nektarsuche. Insgesamt 16 fliegende Völker leben hier friedlich und harmonisch Seite an Seite mit den schlägerschwingenden Einlochexperten. Und das Ergebnis ihrer Sammelarbeit steht nun in Gläser abgefüllt und aufgereiht am Empfangstresen des Vereinsheims: feiner Golfclubhonig aus Duisburg.

Seit 2004 gibt es den GC Röttgersbach. Im Jahr der Gründung erfolgte auch der erste Spatenstich zum Bau der beiden Neun-Loch-Kurse, die sich auf 60 Hektar Fläche über Duisburgs Nordosten erstrecken. Einer der beiden Plätze liegt mitten auf der Stadtgrenze zu Oberhausen, drei der neun Löcher befinden sich sogar auf dem Territorium der Nachbarstadt.

Der Imkermeister war schon vor dem Golfclub Röttgersbach da

„Früher vor den Golfclub-Zeiten waren hier rund herum nur Erdbeer- und Kornfelder“, erinnert sich Wilhelm Soltysiak. Der 56-jährige Imkermeister und Bienensachverständige aus Oberhausen, der sich gemeinsam mit seiner Frau Elisabeth um seine Bienen kümmert, hatte die Völker schon seit 2001 in Röttgersbach angesiedelt. Als dann der Golfclub dort seine Anlage errichten wollte, drohte Soltysiak und seinen Insekten aber kein Zwangsumzug. „Im Gegenteil: Wir wurden sofort akzeptiert und sind schnell zu einem Teil der Golfclub-Familie geworden“, sagt Soltysiak.

Je nach Jahreszeit bilden zwischen 6000 und 80.000 Bienen eines der insgesamt 16 Völker. „Doch zu unangenehmen Begegnungen der stechenden Art ist es bei uns noch nie gekommen. Wir haben hier sehr freundliche Bienen“, sagt Arndt Rother (57) und lacht. Der Duisburger ist im Berufsalltag Polizeihauptkommissar und Leiter der Verkehrsunfallprävention im hiesigen Präsidium. Seit Anfang 2019 hat er beim GC das Amt des Vorsitzenden inne. „Und die Bienen liegen uns sehr am Herzen“, so Rother.

Thema Naturschutz in den Fokus gerückt

Der Verein hat das Thema „Naturschutz“ in den Fokus gerückt. „Wir nutzen so wenig Düngemittel und Pestizide wie möglich“, sagt Rother mit Blick auf die Pflege der Anlage. Auch bei der Bewässerung werde auf einen möglichst maßvollen Umgang mit den Ressourcen geachtet. Und in den Grünflächen neben den kurz geschorenen Golfbahnen sollen künftig noch mehr Wildblumen gepflanzt werden, so der Vorsitzende. Diese könnten dann bevorzugte Landeplätze für die Golfclub-Bienenvölker werden.

Neben Blumen nutzen die Bienen auch bevorzugt Bäume zum Nektarsammeln. Die zahlreichen Linden, Robinien, Weiden und Ahornbäume, die auf dem Areal an der Ardesstraße zu finden sind, seien dafür hervorragend geeignet, weiß Imkermeister Soltysiak. Obwohl er seine Bienen schon so lange Seite an Seite mit den Freizeitsportlern hält, ist ihm erst im Vorjahr die Idee gekommen, seinen Honig auch mit dem passenden Namen auszustatten. Und so stehen 2019 zum ersten Mal die Gläser mit dem Golfclubhonig zum Verkauf bereit.

Der Honig ist diesmal etwas dunkler und würziger

Auf den Etiketten der Gläser ist ein Golfer zu sehen, der einen Ball schwungvoll in Richtung des Betrachters befördert. Die zähflüssige Füllung schimmert bernsteinfarben im Sonnenlicht, das durch eines der großen Fenster ins Vereinsheim hineinfällt. „Der Honig dieses Jahrgangs ist etwas dunkler und würziger als im Jahr davor“, sagt Soltysiak. „Aber ich finde ihn wieder sehr lecker“, sagt er und strahlt.

Das war in der Vergangenheit schon öfter so. Der Honig des Imkereimeisters ist seit 2006 bereits fünfmal bei Wettbewerben des Deutschen Imkerbundes ausgezeichnet worden – einmal mit einer Silber-, viermal mit einer Goldmedaille. Zuletzt war das 2017 der Fall. Und was ist das Geheimnis des Erfolgs? Da lacht Soltysiak und sagt: „Meine Bienen und ich servieren ihnen einfach eine Portion Natur im Glas.“

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